Februar 21, 2021
Von Indymedia
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Ein Parteitag ist kein Ponyhof. Aber ein Ponyhof ist auch kein Parteitag.

Die MĂŒllhalde auf der die Berliner AfD am 13. und 14. MĂ€rz ihren Landesparteitag abhalten möchte nennt sich MAFZ. Klingt erstmal nach ChemieabfĂ€llen, steht aber in Wirklichkeit fĂŒr MĂ€rkische Ausstellungs- und Freizeitzentrum GmbH. Weil die Menschen vom MAFZ irgendwann selbst bemerkt haben, wie grottenscheiße das klingt, findet man das GelĂ€nde auch als Erlebnispark Paaren. Hinter dem etwas weniger sperrigen Namen verbirgt sich eine beachtlich große Anlage, die mehrere Hallen und TagungsrĂ€ume, ein Restaurant mit einem fast genauso fantasielosen Namen, einen Streichelzoo und diverse SpielplĂ€tze beinhaltet. Gebucht werden die Hallen des Erlebnispark Paaren normalerweise fĂŒr kulturelle Großereignisse der Region wie das „HavellĂ€nder Erntefest“, das „Brandenburger Schlachtfest“, die „Brandenburger Landwirtschaftsausstellung“, die „Oldtimershow“ oder die „Terrierausstellung Rassehunde“. Und weil man sich hier dadurch mit Schweinen, Oldtimern und Hunden so gut auskennt, passt natĂŒrlich auch die AfD ganz prima ins Programm. Das könnte der Grund sein, warum der Erlebnispark Paaren seine RĂ€umlichkeiten bereits 2017 bereitwillig fĂŒr den Landesparteitag der Berliner AfD zur VerfĂŒgung stellte. In der Hausordnung des Erlebnispark Paaren heißt es zwar unter Punkt 1c „Es ist generell untersagt, politische Propaganda und Handlungen, rassistische, fremdenfeindliche, rechtsradikale Parolen und Embleme zu äußern oder zu verbreiten bzw. durch Gesten eine rechtsradikale Haltung kund zu tun“ und unter Punkt 1n „Es ist generell untersagt, außerhalb der Toiletten die Notdurft zu verrichten“, aber bei den Reden der strunzstrammen Kameraden von der AfD und deren kackbraunen Inhalten scheint man da im sympathischen Schönwalde-Glien gerne auch mal beide Augen und die Nase ganz fest zuzudrĂŒcken. Man ist ja auf dem Land und etwas abseits von bewohntem Gebiet. Es ist eigentlich fast wie bei einer richtigen MĂŒllhalde. Der Wind verteilt den Gestank und es gibt keine direkten Nachbarn. Daher wird schon hoffentlich niemand hören, was die Nazis in der Brandenburghalle zwischen Kinderland, Haustierpark und Hirschinsel so alles an Ekelhaftigkeiten brĂŒllen.

Alle gegen Andi – Vom Ende der Basisdemokratie und der Beutegemeinschaft Notvorstand

Die Berliner AfD hat also eine Halle mit mĂ€chtigen, wunderschönen BrandschutztĂŒren (Hallo Tatjana, schön dass du trotzdem weitergelesen hast) in Schönwalde-Glien gefunden, in die Pferde, Hunde, KĂŒhe und auch Schweine passen. Aber eben auch nicht unbegrenzt. Und in Zeiten von Corona dĂŒrfen auch gleich nur noch die HĂ€lfte der Schweine in die Brandenburghalle, die da sonst reinpassen. „Hm, schon blöd“, dachte sich also die Partei und der Neverending-Notvorstand, „fĂŒr einen Mitgliederparteitag passen deutlich zu wenig Schweine in die Halle – obwohl!“ und da kam Einigen die rettende Idee: „eigentlich ist das mit der Demokratie fĂŒr uns ja sowieso nicht sooo wichtig, und bei der Gelegenheit könnte man ja auch die nervigsten Schweinchen gleich los werden!“. Gesagt, getan – und so wurde am Freitag den 12.02.2021 nach einer Abstimmung mit genau einer Stimme Mehrheit (angeblich wurde die Briefwahlstimme von Georg Pazderski in einem ausgetrockneten Flussbett gefunden) die anstrengende alte Basisdemokratie von der Berliner AfD zum Zigarettenholen geschickt. Abgeschossen. Klingel ausgestellt. Rollos runter. Bei Whatsapp blockiert. Fertig. Nie mehr was von ihr gehört.

Nun hatte man also mit der Entscheidung fĂŒr einen Delegiertenparteitag zwei fette Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die eine Fliege hieß Andreas Wild – die hatte eh schon lĂ€nger mal wieder eins aufs Maul verdient – und die andere Fliege hieß „Mafz“ oder MAFZ oder so Ă€hnlich. Erlebnispark eben. In den wollte man ja rein. Mal wieder was erleben. Sowas wie eine Neuwahl von Georg Pazderski zum Beispiel. Oder – noch besser – eine einstimmige Entscheidung der Delegierten fĂŒr eine VerlĂ€ngerung des Notvorstandsregimes auf weitere glorreiche 15 Jahre. Hui das wĂ€re fein! Damit das dann nicht so auffĂ€llt, könnte man innerhalb der Clan-Struktur Notvorstand einfach ein wenig durchtauschen. Diesmal wĂ€re vielleicht Andreas Otti dran. Immerhin hatte der gute Otti es geschafft, eine Halle zu mieten, in der Hunde und Nazis erlaubt sind, die echte BrandschutztĂŒren hat und die ĂŒber eine Wasserrutsche direkt neben dem Parkplatz verfĂŒgt!

Die geschlagene Fliege Andreas Wild muss es dafĂŒr besonders hart getroffen haben, hatte er sich doch vorab noch recht herzlich und auch sehr öffentlich ĂŒber die neue Location gefreut. In einem Rundbrief schrieb Wild: „Wir können voller Zuversicht auf den MĂ€rz schauen, wo nach menschlichem Ermessen nun sicher mit einer RĂ€umlichkeit fĂŒr vier Parteitage bzw. Wahlversammlungen zu rechnen ist. Gehen Sie davon aus, daß an vier aufeinander folgenden Wochenenden sowohl der Vorstand, als auch die Listen fĂŒr AGH und BT gewĂ€hlt und ein Berliner Landeswahlprogramm verabschiedet werden wird. Alle diese Veranstaltungen werden aufgrund der KapazitĂ€t der RĂ€umlichkeit als Mitgliederveranstaltungen durchgefĂŒhrt werden können. Falls nun der Notlandesvorstand gleichwohl Delegiertenparteitage im Sinne der Beutegemeinschaft beschlösse, könnte das nur als mitgliederfeindliches Signal der Protagonisten des Delegierten-Glaubens gewertet werden. Diese wĂŒrden in diesem Fall nie wieder in der Berliner AfD aufgestellt werden“. Tja Andi, so kann man sich tĂ€uschen. Die Landpartie findet schon statt, nur fĂŒr unliebsame Mitglieder war im Bus leider kein Platz mehr. Basisdemokratie? Muss leider draußen bleiben. Und fĂŒr den nervigen Andi und seine Nörgler-Freunde gibt es vor der großen Brandenburghalle ja das Kinderland mit Wasserspielwelt und den Bauernhofspielplatz. Wir können die rostige Schaukel mit dem enttĂ€uschten Andreas Wild darauf schon fast hören. Wiiiihk,… wiiiihk…. Da sitzt er dann und daneben malt Gunnar Lindemann mit den Klettverschluss-Lederschuhen unmotivierte Kreise in den nassen Sand. Die Partei ist also aktuell wahrlich in bester Laune fĂŒr einen großen Ponyhof-Parteitag.

Brandstifter in der Brandenburghalle – Kein Acker der AfD!

Was können wir also tun, um der Berliner AfD auch ihren sechsten (ist es wirklich schon der sechste?…schwer den Überblick zu behalten) Versuch eines Landesparteitags zu versauen? Nachdem inzwischen weit ĂŒber 100 Locations in Berlin und Brandenburg sich klar gegen Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit positioniert haben und daher der AfD keine RĂ€ume fĂŒr ihren Landesparteitag zur VerfĂŒgung stellen wollten, fand die rechtsradikale Terrortruppe im Brandenburgischen Schönwalde-Glien nun doch noch einen Ort, der Hass und Hetze gegen das entsprechende Endgeld gerne in seinen Hallen duldet. Die MAFZ Paaren GmbH (oder auch Erlebnispark Paaren) und deren GeschĂ€ftsfĂŒhrung Ute Lagodka und Steffen Krebs ermöglichen gemeinsam mit dem MAFZ Aufsichtsratsvorsitzenden Roger Lewandowski so nach langer Zeit doch einen Parteitag fĂŒr die blaubraunen Hetzer. Über die drei AfD-Vermieter*innen gibt es nicht allzu viel zu erzĂ€hlen. Ute Lagodka ist nicht nur GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des MAFZ, sondern auch ihr eigener grĂ¶ĂŸter Fan. Daher ist Ute natĂŒrlich auch erste und einzige Vorsitzende der Freunde des MAFZ. Sie ist praktisch mit sich selbst befreundet. Passend dazu hat Ute einen mega boomer-mĂ€ĂŸigen Instagram-Account und eine nicht viel weniger peinliche Facebook-Seite. Befreundet ist sie dort unter anderem mit Michael Schmidt, dem Betreiber des Wartenberger Hofs. Utes Freund Michael ermöglichte im Wartenberger Hof unter anderem schon das Treffen des faschistischen FlĂŒgels der AfD. Da haben sich also zwei echte AfD-Freunde gefunden. Oder nehmen sie beide nur besonders gerne Geld mit rassistischer Hetze ein?

Der zweite GeschĂ€ftsfĂŒhrer des MAFZ ist Steffen Krebs. Wenn Steffen nicht gerade Hallen an Rechtsradikale vermietet, lebt er mit seiner Frau Nicole Krebs im beschaulichen Ketzin/Havel. Seine Frau betreibt dort den Friseurladen “Coiffeur-Hausknecht”, der bisher noch einen ganz ausgezeichneten Ruf und tolle Bewertungen im Internet hatte. Zum neuen Vermieter der AfD schreibt der RBB: „Der Hallenbetreiber dort gilt in Parteikreisen als “robust”, auch wenn mit Anfeindungen einzelner Antifa-Gruppen und politischer Gegner zu rechnen ist. Parteiintern heißt es, “der Mietpreis” habe “die Sache geregelt“. Ob es Steffen Krebs ist, den die braunen Kameraden der AfD als besonders „robust“ loben, lĂ€sst sich nur vermuten. Klar scheint hingegen, wie man auf dem idyllischen Ponyhof in Paaren im Glien mit rassistischer Hetze und Versammlungen von Neofaschisten umgeht: Der Mietpreis regelt das. Wenn genug Scheine auf dem Tisch liegen, sind Moral, gesellschaftliche Verantwortung, Zivilcourage und selbst die eigene Hausordnung ganz schnell mal vergessen. Der Mietpreis regelt das. Guten Tag Herr Neonazi, hier entlang, gerne doch, bitte doch.

Der Dritte im Bunde der neuen AfD-Freunde ist Roger Lewandowski. Lewandowski ist Landrat der CDU. Lewandowskis CDU im Havelland scheint ein geradezu herzliches VerhĂ€ltnis zur lokalen AfD zu haben. In einem Text der AfD Havelland lobt diese die offensichtlich gute politische Zusammenarbeit mit der örtlichen CDU. Man freut sich darĂŒber, wie die CDU in „dankenswerter Weise“ AntrĂ€ge der Linken zu neonazistischen Umtrieben „grĂŒndlich zerpflĂŒckt und nicht versĂ€umt, den Linken die moralische Berechtigung fĂŒr ein derartiges Ansinnen abzusprechen“. Das muss Liebe sein. Und da CDU und AfD Havelland so toll zusammenarbeiten, wenn es darum geht AntrĂ€ge gegen die Politik von Faschisten wie Kalbitz und Höcke zu stoppen, dĂŒrfen die braunen Freunde der CDU auch regelmĂ€ĂŸig genau diese menschenverachtende Politik auf dem netten Ponyhof von Roger Lewandowski planen und verbreiten.

Heile Welt im Havelland – Der Ponyhof der Berliner AfD

Das MAFZ Paaren gehört dem Kreis Havelland und der Landrat des Landkreises ist eben Roger Lewandowski (CDU), der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender des MAFZ ist. Wie praktisch, da wird man sich schnell einig. Die berechtigte Frage, warum das Havelland den kreiseigenen Ponyhof so auffĂ€llig gerne an die Menschenfeinde der Berliner AfD vermietet, kam bereits 2017 auf. Vielleicht genĂŒgt dem MAFZ die AfD des eigenen Bundeslandes einfach nicht. Ute Lagodka, Steffen Krebs und Roger Lewandowski scheinen zumindest weder politische noch gesellschaftliche Verantwortung zu kennen, wenn es darum geht, die Kassen im Erlebnispark Paaren klingeln zu lassen. Dass dies nicht nur den eigenen Ruf und den Ruf des Unternehmens mit hĂ€sslichen braunen Flecken ruinieren kann, sondern eventuell auch Folgen fĂŒr die Menschen in der Umgebung, fĂŒr die Region und spĂ€ter auch fĂŒr viele Opfer der rechtsradikalen Hetze und menschenverachtenden Politik haben kann, ist ihnen offenbar völlig gleichgĂŒltig. Dass rechtsradikale Parteitage und die Politik von Parteien wie der AfD direkt und indirekt Verfolgung, Gewalt und auch Tod fĂŒr Menschen hier und an vielen Orten in und um Europas StacheldrahtzĂ€une zur Folge haben kann und auch schon hat, lĂ€sst sich in Paaren im Glien scheinbar mit einem erfrischenden Waldspaziergang schnell wieder vergessen. Genau das darf so nicht weiter gehen! Das Schweigen in der Heilen Welt des Ponyhofs, auf dem sich am Wochenende braune Hetzer treffen, muss durchbrochen werden! Ute Lagodka, Steffen Krebs und Roger Lewandowski sollten mit der MAFZ Paaren GmbH und dem Erlebnispark Paaren von jetzt an tĂ€glich daran erinnert werden, fĂŒr was sie Verantwortung mittragen und wem sie da Hallen zur VerfĂŒgung stellen wollen. Euren Ärger und eure Wut darĂŒber, wie scheißegal die Folgen ihres Handelns diesen Leuten sind, könnt ihr ihnen auf Facebook, Google, Instagram, zahlreichen Bewertungsportalen oder natĂŒrlich per E-Mail oder Telefon jederzeit mitteilen.

MAFZ MĂ€rkische Ausstellungs- und Freizeitzentrum GmbH Paaren
Gartenstr. 1-3
14621 Schönwalde – Glien
Telefon: 033 230 / 74-0
Telefax: 033 230 / 74-220
E-Mail: kontakt@mafz.de
Internet: www.erlebnispark-paaren.de

Facebook: https://www.facebook.com/Mafz-Erlebnispark-Paaren-409625032555059/

Freunde des MAFZ:
http://www.freunde-des-mafz.de/
Vorsitzende: Frau Ute Lagodka
info@freunde-des-mafz.de

Oder ihr wendet euch an die zahlreichen Aussteller, Kunden, Lieferanten und Dienstleister, die mit dem MAFZ und damit den Vermieter*innen der AfD GeschÀfte machen. Lasst sie wissen, mit wem sie zusammenarbeiten!

Hier und heute ist endgĂŒltig Schluss mit Ponyhof in Schönwalde-Glien fĂŒr die AfD! Wir werden es nicht weiter dulden, dass sich heimlich, still und leise rechtsradikale Großveranstaltungen im Erlebnispark Paaren etablieren! Ab heute wird das Folgen haben!

Macht Druck auf die Vermieter*innen und Verantwortlichen und kommt zu den antifaschistischen Wut-Demonstrationen am 13. und 14. MĂ€rz nach Paaren im Glien!

Schluss mit Ponyhof!
Den AfD-Landesparteitag in Schönwalde-Glien zu Brei stampfen!

Wut-Demonstrationen zum Erlebnispark Paaren

13. MĂ€rz 2021 | 8 Uhr | Haltestelle Pernewitz Gewerbegebiet
Im Anschluss Kundgebung vor dem Erlebnispark Paaren

14. MĂ€rz 2021 | 8 Uhr | Haltestelle Pernewitz Gewerbegebiet
Im Anschluss Kundgebung vor dem Erlebnispark Paaren

Informationen zur Anreise mit öffentlichen Bussen und Bus-Shuttles veröffentlichen wir in den nĂ€chsten Tagen. Macht Druck im Vorfeld! Bereitet euch vor! Achtet auf AnkĂŒndigungen!

Informationen und Updates findet ihr unter:
twitter.com/noafdberlin
facebook.com/noafdberlin
keinraumderafd.blogsport.eu
Hashtags: #noLPT #B1303 #B1403

Wir behalten uns ausdrĂŒcklich vor, den rechtsoffenen Erlebnispark zukĂŒnftig auch zu anderen Veranstaltungen mit lautstarkem, antifaschistischem Protest zu beglĂŒcken, bis deren Raumvergabe an die Berliner AfD ein Ende hat! Brandenburg ist immer eine Reise wert!

Kein Raum der AfD!




Quelle: De.indymedia.org