Januar 3, 2021
Von Indymedia
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Am 30.12. und 31.12 war selbst der Tiergarten fĂŒr SpaziergĂ€nger*innen komplett gesperrt. Die U5 fuhr die nahgelegenen Bahnhöfe nicht an und alle 100 m standen bis noch hinter den Ernst-Reuter-Platz Polizeiwannen. Es bestand kein Zweifel, dass die Cops diesen Teil Berlins im Griff haben wollten. UnzĂ€hlige rechte Youtuber*innen streamten live von den Absperrungen (u.a. Reitschuster, Berlin Live) und versuchten mit Leuten ins GesprĂ€ch zu kommen. Viele Einzelpersonen und PĂ€rchen (z.B. der ReichsbĂŒrger RĂŒdiger Hoffmann, Kennzeichen LWL GG 139) parkten irgendwo, liefen vereinzelt an den BauzĂ€unen umher und ließen sich schnell abwimmeln. Der sog. „Frauenbus“/„Friedensbus“/„Wir2020“ (Kennzeichen TIR-FV 114, schwarzer Bus) aus Stuttgart besuchte ab 10 Uhr den Steubenplatz in Potsdam (Bild unten) und versuchte dann nach Berlin reinzufahren. In Steglitz wurden sie von der Polizei aufgehalten und mussten umdrehen. Eine linke Kritik an den Corona-Maßnahmen wurde am Nachmittag auf der Demo FCK2020 formuliert. Am Rand der FCK2020 fotografierte, wie schon bei der Antifa-Demo am 20.11. in Prenzlauer Berg, Susanne Köhler (Freedom Parade/Querdenken30, Bild unten) Demonstrations-Teilnehmer*innen. Die Demo endete am Rosa-Luxemburg-Platz wo sich eine Kundgebung des Berliner BĂŒndnis gegen Rechts (Bild von der VolksbĂŒhne) anschloss. Von da startete auch der „Reptiloide Fahrradkorso“ (Bild mit Drache), der die Querdenker*innen satrisch aufs Korn nahm, mit einer Handvoll Teilnehmenden.
AmĂŒsante Versuche den doch angereisten Kern der Corona-Leugner-Szene zu trollen (Joggen mit Anselm Lenz am Kappelleufer und Demo am Ernst-Reuter-Platz), waren die einzigen offenen Versuche der BĂŒndelung. Die Beteiligung sah mau aus. Auch die Freedom Parade hatte angekĂŒndigt kleinere Flashmobs zu machen. An keiner Stelle wurde Protest deutlich sichtbar. Kleinere Ansammlungen gab es am 30.12. erst am Abend vor dem Adlon (Brandenburger Tor) bei einer Pilgerwanderung, die als religiöse Veranstaltung von Doris Steenken aus OsnabrĂŒck angemeldet (siehe PDF) und durch das Bezirksamt Mitte wohl nicht genehmigt wurde. Die 30 Teilnehmenden wurden nach knapp zwei Stunden von der Polizei zerstreut (wegen IFSG).

Auch fĂŒr den 31.12. war mobilisiert worden. „Kommt alle, stören wir die ZDF-Show der Elite am Brandenburger Tor“ war in den KanĂ€len zu lesen. Wieder waren viele Streamer unterwegs (u.a. Martin Lejeune und Anne Höhne, Berlin Live, Aktivist Mann), aber der ĂŒberwiegende Teil war nach Baden-WĂŒrtemberg gefahren wo Versammlungen erlaubt waren (u.a. der schon erwĂ€hnte „Frauenbus“). FĂŒr eine Versammlung am Gendarmenmarkt ab 20 Uhr war schon vorher mobilisiert worden. Gegen 19 Uhr kamen dann dort knapp 20 Leute vorbeigeschneit, parkten in der NĂ€he und ließen sich von der Polizei nach einige Minuten hin- und her scheuchen. Wieder mit dabei die Antisemitin Anja Heussmann (2) mit einem silbernen Kleinbus (Kennzeichen HR YA 580). Danach hieß es, man solle an den Hegel-Platz an der HU direkt bei Merkels Wohnadresse um die Ecke. Die Traube der Live-Streamer schaffte es nicht mehr dahin. Sie wurden an der Ecke Friedrichstr./Französische Str. lange von der Polizei kontrolliert.
Zu 21 Uhr hatte der Telegram-Channel Muppets&Friends versucht Leute zum Bahnhof Friedrichstraße und zum Halleschen Tor zu lotsen. Aber auch schon wie am Vortrag war die Beteiligung nicht messbar. Highlight des Abends war erst sehr spĂ€t rund um den Jahreswechsel. In einer Ansammlung von Touris auf „Unter den Linden“ stimmen auch ein paar „Merkel-Muss-Weg“-Chöre an. Das blieb ĂŒbrig von Querdenken an Silvester. Das nĂ€chste Event steht aber schon. Diesmal ohne Verbote: 10. Januar bundesweit mobilisierter Aufmarsch im Regierungsviertel.

(1) Aufgebevideo: www.youtube.com/watch?v=r53ROZ95D5U
(2) https://www.friedensdemowatch.com/2020/05/21/anja-heussmann-die-friedens…




Quelle: De.indymedia.org