Mai 14, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Die GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock geht auf vorsichtige Distanz zu dem gerade auch von den Potsdamer GrĂŒnen mitgetragenen Abriss-Beschluss fĂŒr den Staudenhof. Auf PNN-Anfrage zu ihrer Position zu dem Votum erklĂ€rte Baerbock am Mittwoch, es handele sich um eine „wahnsinnig schwierige Entscheidung“, zumal sie auch selbst Mieter von dort kenne. 

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„Ich persönlich hĂ€tte mir gewĂŒnscht, dass man den Staudenhof hĂ€tte sanieren können.“ Allerdings akzeptiere sie auch die die Entscheidung der Potsdamer GrĂŒnen, die wie berichtet lange um eine Positionierung gerungen hatten. Baerbock betonte, nun mĂŒsse „sichergestellt werden, dass die Menschen, die im Staudenhof wohnen, auch in Zukunft im Herzen der Stadt zu bezahlbaren Mieten wohnen können.“

FĂŒr den Wohnblock am Staudenhof lĂ€uft die Zeit ab.Foto: Ottmar Winter PNN

Wie berichtet sorgt das Abrissvotum der Stadtverordneten seit Tagen fĂŒr eine Kontroverse, gerade Kritiker aus dem linken Spektrum kritisieren die Haltung der GrĂŒnen und auch der SPD – unter anderem mit Verweis auf den eigentlich beschlossenen Klimanotstand, zu dem das Vorgehen nicht passe. Insofern hatte es auch die Forderung gegeben, dass sich die beiden prominenten Potsdamer Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, eben Baerbock und auch ihr SPD-Kontrahent Olaf Scholz positionieren sollen. 


Scholz teilte den PNN auf Anfrage mit: „Es geht um sozialvertrĂ€glichen Wohnungsbau im Herzen Potsdams. Das ist wichtig. Und das liegt auch der Stadtverordnetenversammlung am Herzen.“ Der Neubau solle fĂŒr mehr Wohnraum sorgen, insbesondere fĂŒr mehr bezahlbaren Wohnraum. „Es ist gut, dass das in kommunaler Hand geschieht, auch um fĂŒr langfristig bezahlbare Mieten zu sorgen“, so Scholz.

Der Abriss des DDR-Blocks soll wie berichtet 2023 beginnen – die mehr als 60 Mietparteien mit unbefristeten VertrĂ€gen erhalten dann eine Ersatzwohnung. Der Neubau soll bis 2030 fertig sein, dies kostet mindestens 40 Millionen Euro. Die Sanierung des GebĂ€udes hĂ€tte 18 Millionen Euro gekostet, allerdings wĂ€ren dann laut Rathaus keine gĂŒnstigen Wohnungen mehr möglich gewesen. 




Quelle: Inforiot.de