Februar 23, 2021
Von InfoRiot
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Von den Top 10 der Begriffe, die um die Wahl des Wortes 2020 kandidierten, drehen sich acht um die Corona-Pandemie. Das zeigt wie sehr unser Alltag, unsere GefĂŒhlswelt, unsere Sprache von der der Pandemie dominiert sind. Es scheint fast, als wĂ€re unsere Wahrnehmung verkĂŒmmert, wir schauen nur noch mit Scheuklappenblick nach vorne zu dem Zeitpunkt, an dem endlich wieder NormalitĂ€t einkehrt. Wir haben keine Lust mehr auf KrisenrealitĂ€t und Ausnahmezustand.

Warum 2020 ein fatales Jahr fĂŒr den Klimaschutz war

Und jetzt kommen wir, die sogenannten „KlimaschĂŒtzer*innen” und erzĂ€hlen, dass diese NormalitĂ€t eine Illusion ist. Denn wĂ€hrend die Corona-Pandemie das aktuelle Leben auf den Kopf stellt, zerstören wir im selben Atemzug durch das Ausblenden der Klimakrise in der vermeintlichen NormalitĂ€t unsere Lebensgrundlage und die nachfolgender Generationen auf lange Sicht. 2020 war ein fatales Jahr fĂŒr ernsthafte Klima-KrisenbewĂ€ltigung. Die notwendige Klimapolitik, die so vehement von Millionen Menschen auf der Straße gefordert wurde, ist erfolgreich verdrĂ€ngt, ĂŒbertönt und auf spĂ€ter verschoben worden.

Auch hinter dem Barnim liegt der dritte zu heiße Sommer

Und dabei gehört das Jahr zu den wĂ€rmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die globale Durchschnittstemperatur liegt 2020 etwa 1,2 Grad Celsius ĂŒber dem vorindustriellen Niveau in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts. Auch Deutschland zĂ€hlte den dritten Hitzesommer in Folge â€“ mit wochenlangen Temperaturen um die 40 Grad und ohne Regen. Vor allem in Brandenburg sind DĂŒrren schon lange keine Ausnahme mehr, die Landwirt*innen können mittlerweile ein Lied davon singen.

Frankfurt/Main

Besonders fĂŒr die Menschen in den Regionen, die am stĂ€rksten unter den Folgen der Klimakrise leiden, war das vergangene Jahr noch schwerer, teilweise sogar lebensgefĂ€hrlich. Extremwetterereignisse wie DĂŒrren und Überflutungen, sowie ĂŒberdurchschnittlich starke Hurricane stehen im Alltag vieler Menschen schon auf der Tagesordnung.

Corona-Pandemie als Vorbote fĂŒr Katastrophen

Die UN hat in einer gerade veröffentlichten und bisher grĂ¶ĂŸten Klimastudie 1,2 Millionen Menschen aus ĂŒber 50 LĂ€ndern befragt. Mehr als ein Dreiviertel der Befragten sehen die Klimakrise als globalen Notstand und fordern umfassende Maßnahmen.

Die Corona-Pandemie lĂ€sst sich eher als ein Vorbote sehen, von dem, was an Katastrophen und Pandemien kommt, wenn wir die Zerstörung von Ökosystemen, den dramatischen Verlust von BiodiversitĂ€t und das unaufhaltsame Steigen der Treibhausgaskonzentration in der AtmosphĂ€re immer weiter vorantreiben.

Eberswalde

Aber nun ein Blick nach vorn. Denn das Gute ist, es muss nicht so kommen. Die Klimakrise ist menschengemacht. Das heißt, wir haben es auch in der Hand, sie zu stoppen. DafĂŒr braucht es aber große politische VerĂ€nderungen und dafĂŒr braucht es vehementen Druck aus der Zivilgesellschaft.

Urnengang-HĂ€ufung als Chance fĂŒr den Klimaschutz

2021 steht ein Superwahljahr mit sechs Landtagswahlen, einer Bundestagswahl und unzĂ€hligen Kommunalwahlen an. Das bedeutet gleichzeitig auch die Chance fĂŒr große politische VerĂ€nderungen und weitreichende, sozial gerechte Klimaschutzmaßnahmen, denn fĂŒr einen Großteil der Deutschen ist die Klimapolitik der Parteien wahlentscheidend. Die politischen Weichenstellungen dieses Jahr werden darĂŒber entscheiden, ob wir das im Pariser Klimaabkommen völkerrechtlich verbindliche Ziel, die ErderwĂ€rmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschrĂ€nken, einhalten werden.




Quelle: Inforiot.de