Juni 3, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Donnerstag, 3. Juni, in einer warmen Sommernacht. Irgendwo in Bayern in einer hĂ€sslichen Betonstadt (sie sehen alle gleich aus). In einer nĂ€chtlichen Aktion haben wir uns entschieden, dass einige der Leih-E-Scooter, welche seit geraumer Zeit ganze StĂ€dte zumĂŒllen, eine dringende AbkĂŒhlung nötig haben. So schnappten wir uns ein Dutzend dieses piependen Elektroschrotts und brachten sie zur nĂ€chstgelegenen Wasserstelle um sie anschließend ĂŒber das BrĂŒckengelĂ€nder im Fluß zu versenken.

Diese Aktion erfolgte aus folgenden GrĂŒnden:

1. Die E-Scooter vermĂŒllen die ohnehin schon hĂ€sslich gepflasterten Gehwege und stellen eine enorme Behinderung dar, nicht nur fĂŒr Menschen wie uns, die eingeschrĂ€nkt unterwegs sind, sondern auch fĂŒr Eltern mit Kindern und KinderwĂ€gen oder Ă€lteren Menschen, die eventuell auf den Radweg ausweichen mĂŒssen um ĂŒberhaupt noch Platz zu haben.

2. Die Roller belasten die Umwelt und ficken einen bereits sterbenden Planeten. Die Überschwemmungen ganzer StĂ€dte mit diesem Elektroschrott passen nur allzu gut in die LĂŒge des Greenwashing. Ein Roller ist keine umweltschonende Alternative zum Auto. Beides ist ein Auswuchs unserer bestehenden Ordnung und beides muss weg. Auf dem ersten Blick mag ein E-Scooter eine kleinere Umweltbelastung darzustellen, doch wenn man berĂŒcksichtigt, wie sie hergestellt werden und vor allem, dass die Leih-E-Scooter oftmals nach nur wenigen Monaten ersetzt werden mĂŒssen, stellt man schnell fest, dass an diesen Teilen nichts, aber auch gar nichts grĂŒn ist (und Lithium, welches fĂŒr die Akkus benötigt wird, ist ganz sicher niemals eine grĂŒne Lösung!). Manche mögen uns nun vorwerfen heuchlerisch zu sein, den Elektroschrott in einem Fluß versenkt haben, und dem stimmen wir zu. Das ist nicht die beste Lösung und wir wĂŒnschten wir hĂ€tten deutlich mehr Optionen, doch fĂŒr uns sind die Mittel beschrĂ€nkt.

3. Daten, Daten, Daten. Wieder wird eine Technologie auf uns losgelassen, welche uns ĂŒberwacht. Der Anbieter VOI hat Daten von fast einer halben Millionen Menschen öffentlich im Internet einsehbar bereitgestellt. Mobike hat seine Nutzer*innendaten an Dritte verkauft. Die Datenerhebungen und deren Handel sind sicherlich fĂŒr viele Anbieter ein wesentliches GeschĂ€ftsmodell. BerĂŒcksichtigt man, wie schnell ein Scooter endgĂŒltig Elektroschrott ist, wird klar, dass die Unternehmen nicht mit einem simplen LeihgeschĂ€ft an ihr Geld kommen.

Nieder mit den E-Scootern. Nieder mit der LĂŒge grĂŒner Alternativen. Nieder mit der bestehenden Ordnung.

Antizivile behinderte Zellen

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Quelle: Schwarzerpfeil.de