MĂ€rz 20, 2021
Von Gemeinschaftlicher Widerstand
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Bericht mit Fotos und den RedebeitrÀgen


Bericht

Am 19.03.2021 sind in Berlin ĂŒber 300 Menschen unter dem Motto „Gegen Repression, Polizeigewalt und Knast“ auf die Straße gegangen. Die Demonstration fand anlĂ€sslich des Internationalen Tages gegen Polizeigewalt dem 15. MĂ€rz und des Internationalen Tages der politischen Gefangenen dem 18. MĂ€rz statt. Der Auftakt war beim U Turmstraße in Berlin-Moabit. Die Demo zog laut durch den Kiez in Moabit und endete am Knast Moabit.


Beim Auftakt gab es RedebeitrĂ€ge vom BĂŒndnis Death in Custody und von der Roten Hilfe Berlin. Außerdem gab es einen Beitrag von der Soligruppe fĂŒr Kikuo. Kikou wurde bei einer Kiezdemo fĂŒr die Rigaer Straße 94 im Jahr 2016 Opfer von Polizeigewalt und steht nun am 25. Juni 2021 vor Gericht. Vorgeworfen wird ihm schwerer Landfriedensbruch, versuchte gefĂ€hrliche Körperverletzung und Widerstand. Infos zum Prozess

Bei der Auftaktkundgebung wurde eine Grußbotschaft der Soligruppe fĂŒr Lina als Audio-Datei abgespielt. Die Antifaschistin Lina aus Leipzig ist seit November 2020 in Untersuchungshaft. Ebenso wir den Antifas Jo und Dy aus Baden-WĂŒrttemberg wird ihr vorgeworfen sich aktiv gegen Nazis zur Wehr gesetzt zu haben. Audio-Beitrag

Die Demo startete gegen 18:20 Uhr, zog durch die Turmstraße und bog dann in die Beusselstraße ein. Beim Losgehen hielt ein Vertreter vom kurdischen Rechtshilfefons AZADI eine Rede. Auf Musik vom Lauti wurde verzichtet, damit mehr Raum fĂŒr Parolen zur VerfĂŒgung steht. An der Demo beteiligten sich auch im Exil lebende ehemalige politische Gefangenen aus dem Iran, deren Beitrag vorgelesen wurde. Darin heißt es: „Der Widerstand der iranischen FreiheitskĂ€mpfer*innen braucht unsere SolidaritĂ€t, ebenso die unter unertrĂ€glichen Bedingungen lebenden politischen Gefangenen.“ Der ganze Beitrag ist hier

WĂ€hrend der Demo gab es einen Beitrag von der Meuterei, deren RĂ€umungstermin am 25. MĂ€rz ist. Es wurde dazu aufgerufen sich am Widerstand gegen die RĂ€umung zu beteiligen. Außerdem sprachen Vertreter*innen von der Initiative „Wo ist unser Denkmal“. In der Waldstraße gab es einen antifaschistischen Beitrag vor der HaustĂŒr des Nazis Nicolai Nerling. Es wurde deutlich gemacht, dass Nerling im Kiez nicht erwĂŒnscht ist. Video vom Beitrag

Eine Zwischenkundgebung fand an der Friedensstatue statt. Seit dem 28. September 2020 steht sie in der Bremer Straße Ecke Birkenstraße als Mahnmal gegen sexualisierte Kriegsgewalt gegen Frauen. Das japanische MilitĂ€r und seine Helfer verschleppten wĂ€hrend des Asien-Pazifik-Krieges von 1937 bis 1945 mindestens 200.000 MĂ€dchen und junge Frauen. Sie zwangen sie zur Prostitution fĂŒr die Soldaten und nannten sie „Trostfrauen“. Die Aktionsgruppe „Trostfrauen“ des Berliner Korea-Verbands hatte die Friedensstatue gemeinsam mit anderen Organisationen enthĂŒllt. Sie erinnert an das Schicksal dieser Hunderttausender MĂ€dchen und Frauen. Es folgte ein kĂ€mpferischer Beitrag vom TheaterX, einem alternativen CommUNITY-Theater aus Moabit. Außerdem gab es vom TheaterX auch noch eine kurze Spoken-Word-Performance.

Danach lief die Demo zĂŒgig weiter zum Knast Moabit. Dort fand die Abschlusskundgebung mit BeitrĂ€gen von der NoBorder Assembly, Women in Exile, der Halim Dener Kampagne und der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh statt. Vom Berliner Free-Mumia-BĂŒndnis wurde ein Audio-Beitrag abgespielt. Darin heißt es ĂŒber Mumias Situation im Knast: „Die medizinische Behandlung auf der SanitĂ€tsstation des GefĂ€ngnisses ist völlig unzureichend und im Knastkrankenhaus wird er misshandelt, indem er mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen ans Bett gefesselt wird – unglaublich aber wahr. Der Arzt seines Vertrauens sagt derzeit, dass die Voraussetzung einer angemessenen Behandlung seine sofortige Freilassung ist.“ Zum Abschluss sprach eine Person von Criminals for Freedom. Im Beitrag wurde auf den Tod von Ferhat Mayouf eingegangen: „Ferhad Mayoufs Tod war, ebenso wir der Tod von derzeitig mindestens 181 bekannten weiteren in Gewahrsam Getöteten, ein rassistischer Mord! Und Morde wie diese können ungehindert stattfinden, weil KnĂ€ste in ihrer gesamten Funktion rassistische, autoritĂ€re Institutionen sind!“


Fotos


RedebeitÀge

werden morgen noch ergÀnzt




Quelle: Gemeinschaftlich.noblogs.org