Dezember 2, 2021
Von Indymedia
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Wir sind am 25.11. in Hamburg auf die Straße gegangen mit etwa 500 Menschen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Zum ersten Mal haben wir in einem BĂŒndnis mit der Feministischen Antifa, dem FrauenCafĂ© (Bremen), der Proletarischen Jugend, und dem Roten Aufbau diese Demonstration organisiert. Zusammen sind wir vom GrĂŒnen JĂ€ger zum Alma-Wartenberg-Platz gezogen. Die Jahre davor, war diese zwar immer wieder auch Thema in unseren Strukturen, aber die veranstalteten Aktionen entsprachen nicht unseren Vorstellungen, deshalb haben wir dieses Jahr eine eigene Demonstration organisiert. Vor allem in der Pandemie ist Gewalt gegen Frauen gestiegen, sei es als direkte physische, psychische oder ökonomische Gewalt. Wir sind unterdrĂŒckt vom Patriarchat und Kapitalismus, dies spĂŒren wir jeden verdammten Tag. Gerade diesen Zusammenhang wollten wir verdeutlichen. Wir wollten nicht mit den GrĂŒnen an diesem Tag demonstrieren, die in Hamburg seit Jahren an der Regierung beteiligt sind und somit auch Verantwortung tragen, dass FrauenhĂ€usern die Finanzierungen gestrichen werden. Wir wollten aber auch nicht mit Leuten auf die Straße, die Prostitution im Namen des Feminismus verharmlosen. 

 

In diesen Zeiten ist es wichtig, sich als klassenbewusste Feminist:innen wieder zu verstehen, welche die KĂ€mpfe verbinden wollen und gerade darin die revolutionĂ€re Perspektive sehen, denn so bleiben wir nicht stehen beim Kampf um Verbesserungen im Hier und Jetzt. Die zwar auch ihre Berechtigungen haben, aber grundlegende VerĂ€nderungen sind im Kapitalismus nicht langfristig zu verwirklichen, denn er ist eng mit dem Patriarchat verwoben. Er baut gerade auf der kostenlosen Reproduktionsarbeit auf. Uns bring weder ein Klassenkampf fĂŒr den weißen deutschen Facharbeiter voran, noch ein Feminismus, welcher sich der Klassenfrage nicht annimmt. Unser Klasse ist vor allem in seinen verarmten Teilen weiblich und migrantisch, daher muss unser KlassenverstĂ€ndnis diese umfassen. Gerade in der Verbindung mit der Klassenfrage werden die verschiedenen KĂ€mpfe nicht integrierbar und anschlussfĂ€hig ins System. Weibliche FĂŒhrungskrĂ€fte in DAX-Unternehmen oder migrantische Offiziere bei der Bundeswehr sind Augenwischerei, die UnterdrĂŒckung an sich bleibt bestehen. Unsere Aufgabe liegt gerade darin die verschiedenen KĂ€mpfe zu einer unversöhnlichen Gegenmacht zu verbinden, welche das ganze System in den Fokus nimmt. 

 

FĂŒr uns ist deswegen Feminismus auch keine Frauensache, sondern die Aufgabe unserer gesamten Klasse, daher waren bei uns auch alle gender willkommen. Wir sind nicht gekommen, um die Herrschenden zu bitten, so ist unser Feminismus als ein Angriff auf ihre VerhĂ€ltnisse zu verstehen. So war das Motto unserer Demo auch offensiv gewĂ€hlt „Wir schlagen zurĂŒck“ nicht nur am 25. November oder am 8. MĂ€rz. Bauen wir eine revolutionĂ€re klassenbewusste feministische Bewegung auf!

 

 

Wir werden in der nĂ€chsten Zeit die verschiedenen Reden noch veröffentlichen und bedanken uns bei allen Menschen, die mit uns auf der Straße waren, vor allem bei den Genoss:innen, die eine weite Anreise hatten!




Quelle: De.indymedia.org