Mai 17, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Den nachfolgenden Beitrag haben wir per Mail erhalten.


Am 15.05. haben wir ein leerstehendes Haus in der Willy-Brandt-Allee 18 in das legendĂ€re „Pyro-Haus“ (Zitat: Bild) verwandelt.

LĂ€nger als 8 Stunden hielt unsere Besetzung an. 8 Stunden sind vielleicht nicht viel, doch diese 8 Stunden wurden gut gefĂŒllt mit RedebeitrĂ€gen, Parolen, „harter, schneller Rockmusik“ (Zitat: LĂŒbecker Nachrichten), einer Spontankundgebung, die von vielen solidarischen Menschen besucht wurde, sowie vielen bunten und lauten Pyro- und Feuerwerkseinlagen. Außerdem konnte die Zeit genutzt werden, um sich auf dem Dach zu sonnen und gemeinsam Lieder anzustimmen.

Nachdem die Bullen mehrere Stunden völlig ĂŒberfordert waren, kam dann gegen 20:00 Uhr VerstĂ€rkung und fĂ€rbte die Straße komplett blau. Über 80 Bullen beschĂ€ftigten sich lĂ€nger als eine Stunde mit der Begutachtung der BauzĂ€une, Fenster und TĂŒren des Hauses. Aufgrund mangelnder Werkzeuge waren die Bullen dazu gezwungen, sich selbst als Rammböcke zu nutzen. Der Versuch, eine improvisierte und unprofessionelle Barrikade zu durchbrechen, kostete die schlecht gelaunten und unvorbereiteten EinsatzkrĂ€fte immerhin ĂŒber 35 Minuten. Das Eindringen der Cops mĂŒndete letztendlich in einem mehr als skurilen „Moinmoin“ des Oberbullen.
Damit gelang es den ĂŒber 80 Cops, die 5 Hausbesetzer*innen aus dem Haus zu holen und festzunehmen. Es folgte eine vollstĂ€ndige Durchsuchung und eine ED-Behandlung der Besetzer*innen in der Gesa. Mittlerweile sind wir alle wieder draußen und es geht uns allen gut.

Trotz der RĂ€umung ist es uns gelungen, auf Leerstand und Gentrifizierungsscheiße in LĂŒbeck aufmerksam zu machen und den Kampf um die Potse und alle anderen FreirĂ€ume auch hierher zu bringen.
Ein kurzes Wort wollen wir auch noch zu dem Besitzer des Hauses verlieren: Der meinte nĂ€mlich in der Presse, dass er die Schuld am Leerstand seines Hauses nicht trage und schiebt die Verantwortung auf die Stadt. Dieselbe Ausrede hatte auch der Besitzer des Hauses in der Moltkestraße, welches vergangenen Oktober scheinbesetzt wurde. Anscheinend muss ja jede*r HauseigentĂŒmer*in einen Grund haben, warum Leerstand legitim sei. Abgesehen davon, dass wir der Meinung sind, dass das Bullshit ist, ist es uns scheißegal, warum Wohnraum leersteht: Egal ob es an der Stadtverwaltung, zu viel BĂŒrokratie oder profitorientierten HauseigentĂŒmer*innen liegt, letzten Endes ist die Schuld immer bei den herrschenden VerhĂ€ltnissen zu verorten!

Die zahlreich besuchte Soli-Kundgebung hat uns die Hoffnung gegeben, dass noch mehr Menschen sich dazu inspiriert fĂŒhlen, fĂŒr das Thema Wohnraum zu kĂ€mpfen.
Wir danken den GefĂ€hrt*innen, die die spontane Kundgebung organisiert haben und den vielen Menschen, die sie besuchten! Euer Support hat uns viel Kraft und Mut gegeben, insbesondere auch in der Stunde der RĂ€umung. Wir danken euch fĂŒr die Musik, die Pizza und euren emotionalen Support!Danke auch an den Gesa-Support, der uns so herzlich in Empfang genommen hat!
Ein ganz besonderes Dankeschön geht auch an unseren kurzzeitigen Nachbarn „Thomas MĂŒller“, der unsere Aktion supportet hat.

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Quelle: Schwarzerpfeil.de