Mai 10, 2021
Von Indymedia
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Seenotrettung und Klimaschutz stÀrken
Statt mit stimmungsvollen Bildern von rauer See Werbung fĂŒr den Dienst in der Marine zu machen, hinterfragen die Poster nun den Sinn der Bundeswehr. „Damit wollen wir die die SchreibtischtĂ€ter*innen auf ihrem Weg zur Arbeit begrĂŒĂŸten.“ sag Annegret, die Sprecher*in von „Außenwerbung kunstvoll kapern (akk). „Statt immer mehr Geld in den immer weiter steigenden Wehretat zu stecken, sollten fĂŒr tun was wirklich zĂ€hlt: Die zivile Seenotrettung  im Mittelmeer und den Klimaschutz stĂ€rken!“

Die neuen Slogans rund ums Kriegsministerium lauten „Rumballern statt retten. Statt GeflĂŒchtete im Mittelmeer zu retten, rĂŒsten wir auf“ und „Volle Kraft voraus in die Klimakrise. Statt Klimaschutz zu fördern, verdoppeln wir den Wehretat.“ Der Wehretat ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und mittlerweile der grĂ¶ĂŸte Etatposten der Republik. „Was fĂŒr eine Fehlinvestition“ sagt Annegret von kkk kopfschĂŒttelnd: „Wir mĂŒssen endlich in Klimaschutz, Zusammenarbeit mit den armen LĂ€ndern und in zivile Seenotrettung investieren. Stattdessen kauft die Regierung KriegsgerĂ€t und Waffen, um einen Kapitalismus, der das Klima ruiniert und globale Ungerechtigkeit schafft, gewaltsam verteidigen zu können.“

Die Poster hinten das ganze Wochenende
Die Gruppe habe die Poster mit Absicht am Wochenende aufgehĂ€ngt, damit die Poster lĂ€nger hĂ€ngen und die Botschaften mehr Menschen erreichen. „Wie wir aus Gerichtsprozessen wissen, hat Wall extra Teams zum Überwachen der Vitrinen und zum Monitoren des Internets“ erklĂ€rt Annegret. Deshalb habe die Gruppe auf die Veröffentlichung von Standorten in Echtzeit verzichtet. Am Wochenende sei es zudem viel schwerer fĂŒr die Bundis, in der eigenen Befehlskette und bei Wall die ZustĂ€ndigen zu erreichen. „Hat ja auch gut geklappt, wie man an den teilweise immer noch hĂ€ngenden Postern sieht.“

Poster nur ausgeliehen
Annegret berichtet weiter, dass die Gruppe die Poster erst aus den Werbevitrinen ausgeliehen habe. „Es gibt Anleitungen im Internet, die zeigen, wie man die Werbevitrinen ohne BeschĂ€digungen mit RohrsteckschlĂŒsseln aus dem Baumarkt öffnen kann“ erklĂ€rt Annegret (z.b. hier:  https://bbsc.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/782/2020/03/anleitu… ). Anschließend habe die Gruppe die originalen Slogans mit der Spraydose ĂŒbermalt. Den neuen Text erstellte die Gruppe mit einer Schablone „Es war das erste Mal, dass wir das gemacht haben“ sagt Annegret: „Wir waren ĂŒberrascht, wie einfach das ist.“ Die Gruppe habe sich einfach Sprayfarbe in allen möglichenn Blau- und Grautönen besorgt und losgelegt. „Selbst so komplexe Sachen wie ein Wellenkamm sind ganz einfach zu sprayen“ sagt Annegret: „Wir haben uns dabei sehr kĂŒnstlerisch gefĂŒhlt.“

RĂŒckgabe in Unsichtbarkeitswesten
Anschließend habe „Außenwerbung kunstvoll kapern (akk)“ die ausgeliehenen Poster selbstverstĂ€ndlich zurĂŒck gebracht. Beim AufhĂ€ngen trug die Gruppe Arbeitskleidung und Warnwesten. „Das wirkt wie ein postmoderner Unsichtbarkeitsmantel“ lacht Annegret. „An einer Bushaltestelle warteten Angestellte aus dem Botschaftsviertel  auf einen Bus. Einmal kurz grĂŒĂŸen, mit der Stimme der AutoritĂ€t bitten, beiseite zu treten und es hĂ€tte nicht viel gefehlt, und die hĂ€tten uns auch noch beim AufhĂ€ngen geholfen.“

Spaß mit lustigen Knöpfen
Viel Spaß hatte die Gruppe auch mit den neuen Werbevitrinen mit Wechselpostern. „Wenn man verstanden hat, dass die ganze Glasplatte nach oben aufgeht und man versuchen muss, ganz ganz unten ein bisschen nach vorn zu ziehen, dann sind die wegen der Knöpfe sehr lustig“ sagt Annegret. Der oberste Knopf in Blau stoppe die Bewegung, der zweite in GrĂŒn starte den Mechanismus wieder. Mit den drittem und vierten Knopf gehe es hoch und runter. Besonders lustig sei, dass die Maschine erkenne, wie viele Poster in der Vitrine hĂ€ngen, indem einmal alle schnell ab gespult wĂŒrden. „Das macht sehr viel Spaß im Unsichtbarkeitsmantel mitten auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße zu stehen und das auszuprobieren.“

MAD ĂŒberwacht Kommunikationsguerilla
Viel zu tun also fĂŒr den MilitĂ€rischen Abschirmdienst (MAD). Der MilitĂ€rgeheimdienst sammelt akribisch Informationen ĂŒber Adbusting-Aktionen, um „die Sicherheit der Bundeswehr und ihrer VerbĂŒndeten zu gewĂ€hrleisten.“ DarĂŒber lacht Annegret: „Kein Wunder, dass die Naziprepper alles unterhalb der GrĂ¶ĂŸe eines SchĂŒtzenpanzers aus der Kasernen schleppen können, wenn die beim MAD mit Adbustings gucken beschĂ€ftigt sind.“

Auf zum Tag ohne Bundeswehr
Die Adbustings dĂŒrften nicht die letzten gewesen sein. AnlĂ€sslich des dieses Jahr wegen der Seuche ausfallenden „Tags der Bundeswehr“ ruft die Kommunikationsguerilla tob21.noblogs.org dazu auf mit kreativen Aktionen am 12. Juni den „Tag ohne Bundeswehr“ zu feiern. „Am Tag ohne Bundeswehr kommen wir sicher wieder“ freut sich Annegret. „Die GeheimrĂ€te vom MAD können sich ja schon mal ĂŒberlegen, wie sie am 12. Juni die Sicherheit der mit der Bundeswehr verbĂŒndeten Werbevitrinen sichern wollen. Das wird sicher wieder lustig.“

Der Tag ohne Bundeswehr 2021:
https://tob21.noblogs.org/

Werbevitrinen mit RohrsteckschlĂŒsseln öffnen:
https://bbsc.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/782/2020/03/anleitung.pdf

Der MAD jagt Adbuster*innen (mit wenig Erfolg):
https://dfg-vk.de/wp-content/uploads/2021/02/2020-03-02_PM_Geheimdienst-vs-Adbusting.pdf

Wie Wall in Berlin seine Vitrinen sichert:
https://de.indymedia.org/node/45657




Quelle: De.indymedia.org