November 25, 2020
Von Rojava Agenda
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FĂŒr einen revolutionĂ€ren Volkskrieg reicht es nicht aus, dass die QSD kĂ€mpfen und alle anderen ein bisschen helfen. Die Zeit der Demonstrationen ist vorbei. Diese Aktionsform ist nicht das, was Rojava jetzt braucht.

BesĂȘ Hozat, Ko-Vorsitzende der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), hat sich in einer Sondersendung bei StĂȘrk TV ausfĂŒhrlich zu den aktuellen Entwicklungen in Kurdistan geĂ€ußert. Wir veröffentlichen einen sehr kleinen Ausschnitt, in dem es um die internationalen GesprĂ€che ĂŒber eine Lösung im Syrien-Konflikt und die Agenda in Rojava geht:

Die GesprĂ€che in Genf und Astana sind Theater. Von Zeit zu Zeit kommen Leute zusammen, um angeblich ĂŒber eine Lösung der Syrien-Frage zu diskutieren. In Wirklichkeit haben diese Treffen nichts mit einer Lösung fĂŒr Syrien zu tun. Sie sind reine Show und dienen nur dazu, Zeit zu gewinnen. Es wird versucht, Syrien und dem Mittleren Osten ein neues Design aufzuzwingen. Das braucht natĂŒrlich Zeit. Um die Öffentlichkeit zu tĂ€uschen, finden Schauveranstaltungen in Astana und Genf statt. Die daran beteiligten KrĂ€fte haben keine LegitimitĂ€t. Nach Genf sind Dschihadisten geschickt worden. Sie richten in Syrien jeden Tag Massaker an und vergewaltigen Frauen. Diese Leute sind zusammengesammelt und nach Genf gebracht worden, mit ihnen soll eine Lösung fĂŒr Syrien entwickelt werden. Wie kann eine solche Lösung aussehen? Was fĂŒr eine Lösung soll mit dem IS und al-Nusra entstehen? Bei den nach Genf eingeladenen KrĂ€ften handelt es sich um Überbleibsel von IS und al-Nusra. Sie sind dafĂŒr organisiert worden, tragen zivile Kleidung und haben sich einen Schlips umgebunden. Es ist reines Theater, die Rollen sind festgelegt.

In diesem Zusammenhang kritisiere ich auch die Leitung von Rojava. Sie nimmt dieses Theater sehr ernst und spricht stĂ€ndig von Genf. Was gibt es schon in Genf? Nichts außer einer Schauveranstaltung mit Dschihadisten. Eigentlich sollen die Dschihadisten auf diese Weise einen legitimen Anstrich bekommen. Was also könnte die Leitung von Rojava oder die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien in Genf mit diesen Dschihadisten besprechen? Diese Banden sind jeden Tag mit Vergewaltigung, PlĂŒnderung, Besatzung und Völkermord in Nordostsyrien beschĂ€ftigt. Es sind Dschihadisten. Man darf sich nicht von ihnen instrumentalisieren lassen. Die Bedeutung der Genfer GesprĂ€che wird stark ĂŒbertrieben. Das gleiche gilt fĂŒr Astana. Das alles sind Spiele der USA und Russlands. Und in diesem Chaos geht der Krieg weiter. In diesem Krieg soll Syrien den jeweiligen Interessen entsprechend ein neues Design verpasst werden, und dafĂŒr braucht es Zeit. Auf diese Weise werden die Menschen betrogen.

Die Leitung von Nord- und Ostsyrien sollte stattdessen ihr eigenes System verstĂ€rken, die VerteidigungskrĂ€fte vergrĂ¶ĂŸern, einen revolutionĂ€ren Volkskrieg fĂŒhren, die besetzten Gebiete befreien und sich auf einen großen Krieg vorbereiten. Der tĂŒrkische Staat wird es nicht dabei belassen. Er will ganz Rojava besetzen und alle Errungenschaften zerstören. Morgen wird er KobanĂȘ, DĂȘrik und andere StĂ€dte in Rojava angreifen wollen. Aus diesem Grund muss unser Volk mit dem Geist der Demokratischen KrĂ€fte Syriens (QSD) kĂ€mpfen. FĂŒr einen revolutionĂ€ren Volkskrieg reicht es nicht aus, dass die QSD kĂ€mpfen und alle anderen ein bisschen helfen. Die Zeit der Demonstrationen ist vorbei. Diese Aktionsform ist nicht das, was Rojava jetzt braucht. Was muss in Rojava jetzt getan werden? Kurdische Frauen und MĂ€nner, junge wie alte Menschen, mĂŒssen sich bewaffnen und sich an die Seite der bewaffneten KrĂ€fte stellen.

Niemand sollte sein Land, sein Dorf, seine Stadt verlassen und niemand sollte einfach nur abwarten. Es geht um einen revolutionĂ€ren Volkskrieg. In Vietnam ist so der Faschismus gestoppt worden, auch in Afrika sind auf diese Weise Revolutionen gemacht worden, ebenso die sowjetische Revolution. Und in all diesen Revolutionen sind Millionen Menschen gefallen. Es sind Opfer erbracht worden. Tausende haben dafĂŒr nicht ausgereicht. Es geht um die Zukunft. Zumindest die neue Generation soll frei leben. In jedem Jahrhundert gibt es nur Massaker und Sklaverei, es reicht. Auf diese Weise muss sich unser Volk vorbereiten. Ihr schaut auf Genf, Astana, die USA, aber was macht ihr selbst? Die Machthabenden verfolgen ohnehin nur ihre eigene Interessen. Und du, was machst du?

Der tĂŒrkische Staat will die Kurden mit UnterstĂŒtzung auslĂ€ndischer MĂ€chte beseitigen. Wichtig ist also, was wir selbst tun. Unser Volk muss etwas fĂŒr sich selbst tun. Darauf muss es seine Motivation und seine Aufmerksamkeit richten. Das ist es, was zĂ€hlt. RonahĂź TV berichtet nur noch ĂŒber Genf. Das ist falsch. Der tĂŒrkische Staat hat seit langer Zeit das Wasser in HesekĂȘ abgestellt. Es gibt kein Wasser und keinen Strom. Die Versorgung ist unterbrochen worden, damit die Bevölkerung aufgibt und ihr Land verlĂ€sst. In Rojava soll es keine Kurden mehr geben. Das ist Teil der tĂŒrkischen Völkermordpolitik.

Bei RonahĂź TV wird manchmal auch berichtet, dass die Bevölkerung die Autonomieverwaltung kritisiert. Es heißt dann, dass sie nicht fĂŒr Wasser und Strom sorgt. Aber ihr befindet euch im Krieg, es ist Krieg! Ihr werdet angegriffen. Der tĂŒrkische Staat hat euer Land, eure Heimat besetzt. Die Autonomieverwaltung mĂŒsst ihr anders kritisieren, ihr mĂŒsst sagen: Komm, organisiere mich gegen die tĂŒrkische Besatzung. Ihr mĂŒsst fragen, wie und auf welchem Gebiet ihr dagegen kĂ€mpfen könnt, und was getan werden muss, um wieder Strom und Wasser zu bekommen und den tĂŒrkischen Staat aus dem Land zu vertreiben. DarĂŒber muss nachgedacht werden, die Autonomieverwaltung muss in diese Richtung motiviert werden.

Auch die Bevölkerung setzt sich eine falsche Agenda. Ich kritisiere sowohl das Volk als auch die Leitung. Meiner Meinung nach gibt es in Rojava eine falsche Agenda. Es gibt besetzte Gebiete, ihr habt den tĂŒrkischen Staat direkt vor der Nase, jeden Tag finden Drohnenangriffe, AnschlĂ€ge und Massaker statt. Dagegen muss sich die Bevölkerung von Rojava den revolutionĂ€ren Volkskrieg auf die Agenda setzen. Das aktuelle Thema sollte sein, was gegen die Besatzer getan werden kann. Das finde ich wichtig.

https://anfdeutsch.com/hintergrund/bese-hozat-rojava-setzt-sich-eine-falsche-agenda-21400




Quelle: Rojavaagenda.noblogs.org