November 28, 2021
Von SchwarzerPfeil
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im herbst

regenleer
nennst du die straße im schauer
und siehst die vielen nicht
die immer schon stadtauswÀrts eilen
im herbstdunst deutscher geschichte

auf der leeren straße die fĂŒĂŸe
der unwillkommenen und nichtgesehenen

von den liegengelassen weggerÀumten trÀumen
sind die wege leer
wird november sind wir das volk weine ich
allein
die trÀnen den gegangenen nach
auf regennasser straße

***

alles und die zeit

die wege verlieren sich mir
auf dem weg zu deiner wange
und plötzlich ist da
herbstgrau zwischen uns
verstecke ich dir
in nebeln mein verlangen
nach aufbruch

die zu finden
die ich dir war
als zugvögel aus
sĂŒden kamen

und kann den ring nicht leugnen
in dem wir uns entwachsen

***

ritual I

ich liebe die zeit vor dem morgen
wenn sich die wörter noch
vom letzen tag erholen

sitze dann im dunkel
die nackten fĂŒĂŸe auf kaltem boden
und schweigsam neben mir der kater
schwarz wie im becher der kaffee

bin ich tiefes anhalten
und wĂŒnsche mir keinen tag
bis unser reden wieder ist
wie ein erkennen und erinnern

***

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Gedichtband: »ich rede nicht von auferstehung« â€” gedichte aus einem weiteren jahr in der inneren irritation – sind sie immer noch die standhafte weigerung, im zynismus zu versinken. sie sind ein blick auf die welt und wie eine irrlichternde hoffnung fĂŒr alles offengebliebene. die gedichte sind ein spiel mit den dingen – wie das spiel des kindes – unschuld, vergessen und neubeginnen. vielleicht sogar ein ja-sagen. weltflĂŒchtig// sinnlich// unvernĂŒnftig

black lavendel – christliche anarchistin – schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden – wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten – antinational – vegan – queer – verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln
Black Lavender



Quelle: Schwarzerpfeil.de