Juni 23, 2022
Von Indymedia
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In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni haben wir in der Bremer Innenstadt das Logistikunternehmen BLG mit Farbe und Steinen angegriffen. Unser Ziel war es die BLG als Kriegsprofiteur zu kennzeichnen und uns solidarisch mit den Streikenden zu zeigen!

Wer ist die BLG?

Die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft ist ein global agierendes Seehafen- und Logistikunternehmen mit 100 Niederlassungen in 12 LĂ€ndern. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in Bremen, genauer gesagt in einem GebĂ€udekomplex in Mitte, zu welchem auch das GebĂ€ude des ehemaligen amerikanischen Generalkonsulats am PrĂ€sident-Kennedy-Platz zĂ€hlt. Die BLG befindet sich mehrheitlich in der Hand der Stadt Bremen und ist mit 6000 Angestellten das GrĂ¶ĂŸte hiesige Logistikunternehmen.
Das Unternehmen kĂŒmmert sich insbesondere um den Transport von Automobilen und Containern, die ĂŒber die HĂ€fen in Bremen und Bremerhaven verschifft werden. DarĂŒber hinaus transportiert die BLG Munition fĂŒr Kriegswaffen in Hochseecontainern in die ganze Welt, bspw. in die Vereinigten Arabischen Emirate, Mexiko, Marokko und die USA. 2019 allein waren es 736 Container (rund 14 Mio. Tonnen) mit Munition, die verschifft wurden.

Damit profitiert die BLG – und mit ihr die Stadt Bremen – nicht nur von der viel zu geringen Bezahlung der hiesigen Hafenbelegschaft, sondern auch direkt von der Aufrechterhaltung von Krieg und Ausbeutung in vielen anderen LĂ€ndern.

Gegen die demokratische Heuchelei

GegenwĂ€rtig inszeniert sich der deutsche Staat an der Seite der NATO als politische und militĂ€rische Kraft auf der Seite des moralisch Richtigen, Guten, Demokratischen und Freiheitlichen. Im Gegensatz zu Putins faschistischer und genozidaler Großraumpolitik, ist dass aber auch nicht so schwer.

SelbstverstĂ€ndlich wird Putins Eroberungsfeldzug ohne Waffen nicht aufzuhalten sein. Das Deutschland die Ukraine militĂ€risch UnterstĂŒtzt, kann aber nicht verdecken, dass die selben Politiker*innen, die das vorgehen Putins verurteilen, von den „legitimen Sicherheitsinteressen“ des NATO-Mitgliedsstaates TĂŒrkei gegenĂŒber der kurdischen Selbstverwaltung sprechen. Was verurteilt wird und was unterstĂŒtzt, darĂŒber entscheiden machtpolitische und finanzielle Interessen. Menschenrechte und Kriegsverbrechen werden selektiv beachtet oder ignoriert. Die selbe Heuchelei zeichnet auch die deutsche RĂŒstungspolitik aus.

GegenwĂ€rtig intensiviert der tĂŒrkische Staat seine BemĂŒhungen fĂŒr ein neo-osmanisches Expansionsprojekt. Gleichzeitig bleibt die TĂŒrkei seit Jahren der grĂ¶ĂŸte Importeur deutscher Waffen. Dabei steigt das Volumen der Exporte, trotz des offiziell verhĂ€ngten “teilweisen RĂŒstungsexportstopps“, immer weiter. 2019 allein waren es – bei einem Gesamtvolumen der Exporte von 823,6 Mio. Euro – 344,6 Mio. Euro RĂŒstungsgĂŒter die an die TĂŒrkei verkauft wurden.

WesteuropĂ€ische Demokratien prĂ€sentieren sich gern als Bollwerk gegen Krieg und Diktaturen, spielen aber etwa dem tĂŒrkischen Staat bei der Verfolgung kurdischer Aktivist*innen innerhalb der EU in die HĂ€nde. Deutsche RĂŒstungskonzerne liefern Waffen die direkt fĂŒr extra-legale Hinrichtungen und Massaker benutzt werden. Nachweislich etwa MAM-L-Raketen die von Drohnen aus abgefeuert werden können und von der tĂŒrkischen Armee z.B. in Rojava und SĂŒdkurdistan eingesetzt wurden.

RĂŒstungsindustrie und damit auch RĂŒstungslogistik ist ein mĂ€chtiges machtpolitisches Tool fĂŒr den deutschen Staat und folgt niemals den tatsĂ€chlichen BedĂŒrfnissen von Menschen, die sich gegen Invasionen zur Wehr setzen. Vielmehr zielt sie ausschließlich auf die Ausweitung der eigenen Macht.Das, ist deutsche RĂŒstungspolitik und sie basiert auf ganz gemĂŒtlicher Schreibtischarbeit – wie in den BĂŒros der BLG – mit Blick auf die Wallanlagen 


SolidaritÀt mit der streikenden Hafenbelegschaft!

Mut und Kraft fĂŒr allen Mitstreiter*innen im Widerstand gegen den Krieg!

KĂ€mpfe verbinden!

Standorte der BLG in Deutschland:

Berlin, Böblingen, Bremen, Bremerhaven, Butzbach, Cuxhaven, Dodendorf, DĂŒsseldorf, Duisburg, Eisenach, Elsdorf, Emmerich, Erfurt, Falkenberg, Falkensee, Frankfurt, Hamburg, Hörsel, Kelheim, Koblenz, Krefeld, Leipzig, Ludwigsfelde, Melle, Neuss, Offenburg, Remshalden, Sindelfingen, Wackersdorf

Standorte der BLG International:

China, Indien, Italien, Malaysia, Polen, Russland, Slowenien, SĂŒdafrika, TĂŒrkei, Ukraine, USA

Aktienanteile:

Freie Hansestadt Bremen, Stadtgemeinde (50,4 %)
Finanzholding der Sparkasse in Bremen (12,6 %)
Panta Re AG (12,6 %)
Waldemar-Koch-Stiftung (5,9 %)




Quelle: De.indymedia.org