August 27, 2021
Von Anarchosyndikalismus
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Die internationale Kampagne „In meinem Kaffee ist Blut!“ wird von mehreren Basisorganisationen getragen: Gestartet wurde sie von der französischen CNT-IAA zur UnterstĂŒtzung der Ă€thiopischen „Horn Anarchists“ (አናርካዊያን ነን / ኱ና! ) und der Basisgewerkschaft ULET-IAA in Kolumbien. Auch die „Gewerkschaft verschiedener Berufe“ der CNT-IAA Madrid unterstĂŒtzt den Boykott-Aufruf, der sich gegen die allgemeine GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber staatlicher Repression in zwei der Kaffee-Anbauregionen richtet:

Zum einen verĂŒben zur Zeit in Ostafrika die Ă€thiopische und eritrĂ€ische Armee zusammen mit ihren verbĂŒndeten Milizen einen Völkermord in der Autonomieregion Tigray. Die UNO schĂ€tzt, dass etwa 350.000 Menschen infolge des bewaffneten Konflikts von einer Hungersnot betroffen sind und bald werden es sogar 2 Millionen sein. Zahlreiche Berichte von Menschenrechtsorganisationen klagen die von diesen Armeen begangenen GrĂ€ueltaten an, besonders die zahlreichen FĂ€lle von sexualisierter Gewalt.

Zum anderen massakrieren Im sĂŒdamerikanischen Kolumbien die MilitĂ€rpolizei (ESMAD) und die paramilitĂ€rischen Todesschwadronen die Bevölkerung, welche gegen Armut und Korruption rebelliert. Seit Beginn der Revolte am 28. April 2021 wurden mehr als 70 Menschen von der Polizei getötet und 2.300 verletzt. Menschenrechtsorganisationen meldeten rund 100 FĂ€lle von Gewalt, EntfĂŒhrung, sexualisierter Gewalt gegen Demonstrant*innen durch Polizei und ParamilitĂ€rs.

Mit dem Kauf von Kaffee aus Kolumbien oder Äthiopien (auch von sogenannten „KleinbĂ€uer*innen“) werden diese beiden Staaten finanziert, die ihre Bevölkerung massakrieren, welche mehr Freiheit und soziale Gerechtigkeit fordert.Was kann man tun?

Individuell kann man aufhören, Kaffee aus Kolumbien oder Äthiopien zu kaufen, sich ĂŒber die Lage dort auf dem Laufenden halten und diese Informationen teilen. Man kann Aufkleber drucken, die zum Boykott aufrufen und sie auf KaffeetĂŒten in GeschĂ€ften und SupermĂ€rkten kleben.

Kollektiv kann man SolidaritĂ€tsgruppen grĂŒnden, um ĂŒber die Geschehnisse zu informieren und den Boykott durch Flyer, Plakate usw. auszuweiten. Oder Mahnwachen vor CafĂ©s organisieren, vor allem bei den multinationalen Unternehmen, die zu den grĂ¶ĂŸten Kaffeeabnehmer*innen gehören. Damit ließe sich das Bewusstsein der Konsument*innen und der Arbeiter*innen schĂ€rfen, vielleicht schließen sie sich sogar unserem Kampf gegen die globale Ausbeutung an.

Indem man die mörderische Politik in Kolumbien und Äthiopien aufzeigt, kann man dazu beitragen, das Ausmaß der Gewalt einzudĂ€mmen. Dabei muss sich jedoch darĂŒber im Klaren sein, dass nur eine Basisbewegung (also die Menschen, die in diesen Regionen leben) in der Lage sein wird, der staatlichen Gewalt Einhalt zu gebieten. Ein terroristisches Regime zu stĂŒrzen und es durch eine selbstverwaltete Gesellschaft zu ersetzen, die auf Freiheit und Gleichheit basiert, kann nur die Bevölkerung vor Ort erreichen.

Doch jeder Schritt, so klein er auch sein mag, ist ein positiver Beitrag zu einer internationalistischen SolidaritÀt gegen jede Form von Totalitarismus.

Mehr Infos:
http://www.bloodycoffee.org

Zur Lage in Kolumbien:
https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/2021/05/13/kolumbien-schafft-den-staat-ab-bildet-autonome-versammlungen/

Interview mit den Horn Anarchists:
https://www.aradio-berlin.org/

Creative Commons: BY-NC




Quelle: Anarchosyndikalismus.blackblogs.org