MĂ€rz 12, 2021
Von Chronik
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Hamburg, 8. MĂ€rz 2021

WĂ€hrend der Corona-Pandemie wurden die gesellschaftlichen Egoismen so deutlich wie lange nicht mehr. Trotz geschlossener Hotels war es den Politiker_innen in der Hamburger BĂŒrgerschaft nicht möglich Einzelzimmer fĂŒr Wohnungslose Menschen zur VerfĂŒgung zu stellen. Stattdessen leierten sie die traditionelle Floskel von den noch freien PlĂ€tzen in den Winternotprogrammen runter. Dass diese aber keinerlei PrivatsphĂ€re bieten und man der Kontrolle der Behörden ausgesetzt ist, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Erschwerend kommt hinzu, dass im Falle einer Coronaansteckung Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben, dennoch fĂŒr 2 Wochen in QuarantĂ€ne mĂŒssen. 2 Wochen eingesperrt ohne Lieferservice und Netflix. Statt eine schnelle unbĂŒrokratische Lösung zu finden sitzen die Verantwortlichen das Problem einfach aus, indem sie so lange diskutierten bis der FrĂŒhling wiederkehrt und nun niemand mehr von erfrorenen Menschen auf Hamburgs Straßen spricht.
Der Grund warum die EntscheidungstrĂ€ger nicht handeln und Menschen bei Minusgraden sterben lassen ist der: WĂŒrden sie wĂ€hrend der Pandemie Hotels fĂŒr wohnungslose öffnen und die Menschen mit all dem versorgen, was sie zum leben brauchen, wĂŒrde man nach der Pandemie immer die Frage stellen, warum sie es nicht weiterhin tun? Oder sie es nicht schon vorher gemacht haben? Die Politik will den gesellschaftlichen Rand. Denn er dient als Warnhinweis an diejenigen die sich ihren Platz in der gesellschaftlichen Mitte „erarbeitet“haben. Wenn ihr euch nicht an die Regeln haltet, nicht jeden Tag eure Arbeit erledigt oder aus der Reihe tanzt, landet ihr da wo „die“ sind. Ähnlich wird es mit GeflĂŒchteten gehandhabt. Der deutsche Staat braucht es, das Libyen ,die TĂŒrkei und Griechenland die Drecksarbeit machen. Sie wollen das Menschen in Lagern verrotten, solange sie die Nachricht verbreiten, dass es sich nicht lohnt nach Europa zu kommen und hier nur StacheldrahtzĂ€une und zerplatzte TrĂ€ume warten. Der Staat ertrĂ€gt es, wenn Menschen sterben. Durch das mantraartige, tausendfache Wiederholen von Typen, wie dem niedersĂ€chsischen Innenminister Boris Pistorios, der nach dem Angriff auf Abschiebeinfrastruktur in Braunschweig und Hannover wieder einmal, wie viele schon vor ihm, klargestellt hat wer hier Terrorist ist: NĂ€mlich die, die verhindern wollen, dass gemordet wird. Durch die gute Zusammenarbeit durch Behörden und Presse bestimmen die Herrschenden den Gewaltdiskurs. Und wenn es doch mal so ist, dass im Auge der Öffentlichkeit eigentlich alle Voraussetzung da wĂ€ren, Menschen vor Elend und Tod zu bewahren, werden Nebelkerzen geworfen und GrĂŒnde an den Haaren herbeigezogen. Eine Entschuldigung, die sie der Öffentlichkeit prĂ€sentieren, warum in diesem oder jenem Fall nichts an der Misere verbessert werden könne, werden die Herrschenden immer finden und einer ohnehin unkritischen Öffentlichkeit, der das widerstĂ€ndige Denken systematisch abdressiert wurde, prĂ€sentieren. So können sie immer ihr humanes Gesicht wahren. Je doller sich der deutsche Staat schminkt, sein liberales Gesicht zu zeigen, desto lauter mĂŒssen die, die es durchschaut haben schreien und ihn demaskieren als das was er ist. Was sie alle sind: Mörder!
Im Angesicht des weiteren Massensterbens auf dem Mittelmeer und 13 toten auf Hamburgs Straßen mĂŒssen wir anerkennen das #leavenoonebehind und #openthehotels wenig bewirkt haben, außer dass wir uns selbst ein bisschen weniger schlecht fĂŒhlen.

Doch wo sind unsere Mittel gegen dieses staatlich angeordneten Morden?
Ein Anfang wĂ€re es, den Glauben an den „guten Staat“ komplett zu begraben. Ein Staat kann unsere Forderungen einer solidarischen Welt niemals verwirklichen. Das wĂ€re sein Macht- und Kontrollverlust und somit sein Ende. Wir mĂŒssen deutlicher erkennen, dass die Organe der Macht Krieg gegen die UnerwĂŒnschten und Ausgestoßenen fĂŒhren. Das Überleben der Menschen unter den BrĂŒcken kann demnach keine Sozialarbeiter_innenrolle sein. Die beste Verteidigung gegen Missstand und UnterdrĂŒckung ist die radikale Abwendung vom Staat – dass heißt nicht mehr damit zu warten eine neue Welt aufzubauen. Solidarische Strukturen in den Stadtteilen, in den Schulen, den Unis und den Betrieben. Nachbar_innen werden zu Kompliz_innen. HĂ€user werden massenhafter und konsequenter besetzt. Strafverfahren werden von allen getragen. Die Verbreitung von antiautoritĂ€ren Ideen und empathischem Umgang. StĂ€ndiges arbeiten an Strategien zum besseren Umgang mit uns selbst und der Verteidigung unserer Ideen.
Gleichzeitig durch Angriffe gegen staatliche, patriarchale, rassistische und kapitalistische Ziele Selbstvertrauen wieder aufbauen und Ohnmacht bekÀmpfen.

Ein Angriff wie dieser kann, solange er nicht massenhaft ausgefĂŒhrt wird, nur symbolisch stehen auf dem Weg hin zu einem freieren Leben. Aber dennoch hoffen wir, dass sich die Idee verbreitet gezielt Hamburger Behörden oder ReprĂ€sentant_innen anzugreifen. Vom Amt fĂŒr was auch immer, bis hin zum Stadtreinigungsfahrzeug.

Wir widmen dieses Feuer den 13 Menschen die auf den Straßen einer der reichsten StĂ€dte ihren Tod fanden.

Jerzy, Josef, Emil, Fiete, Karsten, Jacob, Thomas, Paul, Josef, Jonathan, Leslaw, Robert, Stanislaw.

FĂŒr ein besseres morgen.

Autonome Gruppen

Quelle: OMPF (Tor)

Altona-Altstadt – Feueralarm in Altona: Eine HolzeingangstĂŒr zum Rathaus ist in der Nacht zu Montag in Brand gesteckt worden. Das Feuer konnte gelöscht werden. Die Polizei geht von vorsĂ€tzlicher Brandstiftung aus.

Um kurz nach 3 Uhr sei der Alarm am Rathaus Altona ausgelöst worden, teilte die Polizei mit. Als die ersten Streifenwagen eintrafen, entdeckten die Beamten einen Brand an einer SeitentĂŒr aus Holz. Das Feuer brachten die Beamten noch vor Eintreffen der Feuerwehr unter Kontrolle.

Es entstand erheblicher Sachschaden an der TĂŒr und Teile der Fassade. Den mutmaßlichen Brandstiftern gelang unerkannt die Flucht. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung konnte sie nicht gefasst werden.

Weitere Details zum Tathergang und zur Schadenshöhe waren zunÀchst unklar. Die Ermittlungen dauern derzeit an. (mp/dpa)

Quelle: Mopo




Quelle: Chronik.blackblogs.org