Mai 8, 2021
Von InfoRiot
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Der Brandenburger Landtag und die Landesregierung haben zum 76. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Kriegsendes in Europa der Opfer gedacht und zum Kampf gegen demokratiefeindliche Bestrebungen aufgerufen. „Die Verantwortung fĂŒr die Abermillionen Opfer, das Leid und die Zerstörung wird Deutschland auf immer zu tragen haben“, sagte LandtagsprĂ€sidentin Ulrike Liedtke am Samstag bei der Gedenkstunde im Innenhof des Landtags. Dabei gelte es aber, den Blick auch nach vorne zu richten, betonte Liedtke. „Wir mĂŒssen erleben, dass Nationalismus und Verblendung weiterhin wirken und zerstören können“, sagte sie. „Dem entgegenzutreten, bleibt eine Aufgabe fĂŒr alle demokratischen KrĂ€fte.“

MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) erklĂ€rte, der 8. Mai 1945 stehe auch fĂŒr einen Neubeginn in den Beziehungen zu den direkten Nachbarn. Obwohl in den Jahrzehnten der deutschen Teilung direkte Kontakte kaum möglich gewesen seien, habe sich nach der Wende eine BlĂŒtezeit der brandenburgisch-französischen Beziehungen entwickelt, sagte Woidke. „Bereits seit 2004 pflegen wir eine Partnerschaft mit der Region Île-de-France, die 2006 zu einer trilateralen Partnerschaft mit der polnischen Region Masowien ausgebaut worden ist.“

Linke möchte 8. Mai zum gesetzlichen Feiertag erklÀren

An der Gedenkstunde nahmen auch die Botschafterin der Französischen Republik, Anne-Marie DescÎtes, die Botschafterin Lettlands, die Botschafter von Estland und Belarus sowie diplomatische Vertreter der Russischen Föderation, Polens und der Ukraine teil.

Die Brandenburger Linke forderte, den 8. Mai wie in Berlin zu einem bundesweiten gesetzlichen Feiertag zu erklĂ€ren. „Denn die Mahnung die von diesem Tage ausgeht, ist leider wieder aktueller denn je: MilitĂ€rische Muskelspiele in Europa fĂŒhren frĂŒher oder spĂ€ter in die Katastrophe“, sagte Landespartei-Chefin Katharina Slanina. „Dauerhaften Frieden in Europa kann es nur unter Einbindung Russlands geben.“

Verschiedene Veranstaltungen in Brandenburg

In Brandenburg fanden vielerorts weitere kleinere Gedenkveranstaltungen statt. Hier ein Überblick:

Potsdam

Gleich zwei Botschafter gaben Potsdam zum „Tag der Befreiung“ am Samstag die Ehre. Auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof am Bassinplatz waren ungewöhnlich viele GĂ€ste. Nur der Programmpunkt mit zahlreichen Kindern durfte nicht stattfinden.

Potsdam-Mittelmark

Die Stadt Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) und der Förderkreis Roederhof haben bereits am Montag in einer kleinen Feierstunde dieses besonderen Tages und der vielen Toten im Lager Roederhof gedacht.

Havelland

Am Sonnabendvormittag legten im Havelland Rathenows BĂŒrgermeister Ronald Seeger, Corrado Gursch, der Vorsitzende der Rathenower Stadtverordnetenversammlung, sowie Vertreter politischer Parteien KrĂ€nze auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in der Ferdinand-Lassalle-Straße nieder.

Oberhavel

In Kremmen (Oberhavel) wurde am Vormittag den Opfern und der Befreiung von den Nationalsozialisten auf dem Marktplatz gedacht. BĂŒrgermeister Sebastian Busse (CDU) hielt eine kleine Ansprache und mahnte zur Erinnerung.

Ostprignitz-Ruppin

In Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) fanden an mehreren Stellen Gedenkveranstaltungen statt. Coronabedingt konnten hierbei wieder jeweils nur wenige Personen teilnehmen.

In Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) rĂŒckten das Mutter-Kind-Denkmal im Friedrich-Ebert-Park sowie der Friedhof am Bahnhof in Wittstock, besser als Soldatenfriedhof bekannt, in den Mittelpunkt des Gedenkens.

Von dpa, MAZonline




Quelle: Inforiot.de