August 17, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Brandenburg will die Erstaufnahme afghanischer OrtskrĂ€fte ĂŒbernehmen, die vor den Taliban in Sicherheit gebracht werden können. Das Bundesland habe dem Bund zugesagt, dies „unverzĂŒglich zu bewerkstelligen“, teilte das Innenministerium am Dienstag in Potsdam mit. Die Zentrale AuslĂ€nderbehörde (ZABH) habe dafĂŒr alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Die ersten OrtskrĂ€fte wĂŒrden am frĂŒhen Donnerstagmorgen in Brandenburg erwartet.

„Deutschland darf seine afghanischen Helfer nicht im Stich lassen“, erklĂ€rte Innenminister Michael StĂŒbgen (CDU): „Brandenburg hat die KapazitĂ€ten und Brandenburg steht bereit.“ Dies sei dem Bundesinnenministerium mitgeteilt worden. „Schnelle Hilfe ist jetzt entscheidend“, betonte StĂŒbgen: „Brandenburg kann sich aber nur um Menschen kĂŒmmern, wenn sie vorher aus Afghanistan gerettet wurden.“ Er erwarte daher von der Bundesregierung, dass sie alles unternehme, um so viele zu retten wie möglich.

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Ankommende erhalten medizinische UnterstĂŒtzung

Die Ankommenden erhalten den Angaben zufolge ein Hygienepaket, bei Bedarf medizinische UnterstĂŒtzung und Kleidung. Die FormalitĂ€ten der Erstaufnahme seien nach kurzer Aufenthaltsdauer absolviert, hieß es. Die Menschen könnten anschließend von den aufnehmenden BundeslĂ€ndern abgeholt werden. Derzeit werde von drei bis vier Tagen voraussichtlicher Aufenthaltsdauer in der Erstaufnahme ausgegangen.

Bei allen Ankommenden werde ein Corona-Schnelltest vorgenommen, hieß es weiter. Bei Bedarf könnten QuarantĂ€nebedingungen fĂŒr bis zu 200 Menschen möglich gemacht werden. Vor der Weiterreise in andere BundeslĂ€nder sei zusĂ€tzlich ein PCR-Test vorgesehen. 

Fast 300 ausreisepflichtige afghanische StaatsbĂŒrger in Brandenburg  

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche die Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan wegen der verschlechterten Sicherheitslage vorerst gestoppt.In Brandenburg haben nach Angaben des Innenministeriums Ende Juli 8347 StaatsbĂŒrger aus Afghanistan gelebt. Zum Ende des ersten Halbjahres habe es 289 vollziehbar ausreisepflichtige afghanische StaatsbĂŒrger im Land gegeben, teilte das Innenministerium in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Im laufenden Jahr habe es bisher vier Abschiebungen nach Afghanistan gegeben, im Jahr 2020 seien es drei gewesen, wĂ€hrend es im Jahr 2019 keine Abschiebungen dorthin gegeben habe. In dem gesamten Zeitraum seien außerdem 21 afghanische Staatsangehörige freiwillig nach Afghanistan ausgereist – dreimal so viele wie Abschiebungen.

In diesem Jahr sind nach Angaben des Innenministeriums bisher 760 afghanische StaatsbĂŒrger nach Brandenburg gekommen. Diese Zahl sagt nicht aus, ob jemand direkt aus Afghanistan nach Brandenburg eingereist ist oder aus einem anderen EU-Staat oder Bundesland. (epd/dpa)




Quelle: Inforiot.de