Juli 25, 2021
Von InfoRiot
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Frankfurt (Oder) – Im Nachgang der Nazi-Demonstration ist es am Abend zu rassistischen Beleidigungen in der Innenstadt gekommen. Bedrohlich wurde es auch an der »Elyx«-Bar am Bahnhof, in welche Teilnehmer der Nazidemo einkehren wollten.

Etwa 60 fast durch­weg schwarz gek­lei­dete MĂ€n­ner und einige Frauen laufen vom Bahn­hof aus durch Frank­furt (Oder) und skandieren: »LĂŒgen­presse halt die Fresse!« Ihnen fol­gen ein StĂŒck weit rund 300 Gegen­demon­stran­ten, darunter BĂŒrg­er­meis­ter Claus Jung­hanns (CDU). Sie wehren sich gegen diesen Auf­marsch der »Brud­er­schaft Wolf­ss­char«. Laut dem »Aktions­bĂŒnd­nis gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit« han­delt es sich bei der Brud­er­schaft um einen ban­denĂ€hn­lichen Zusam­men­schluss von Neon­azis aus Ost­bran­den­burg, der seit Mai von sich reden mache, nach eige­nen Angaben jedoch erst am 5. Juni gegrĂŒn­det wor­den sei.

Im Nach­gang der Demon­stra­tion sei es am Abend zu ras­sis­tis­chen Belei­di­gun­gen in der Innen­stadt gekom­men, teilte das BĂŒnd­nis »Kein Ort fĂŒr Nazis Frank­furt (Oder)« am Don­ner­stag mit. Bedrohlich wurde es dem­nach auch an der »Elyx«-Bar am Bahn­hof, in die gegen 18 Uhr 20 Teil­nehmer des Nazi­auf­marschs einkehren woll­ten. Nach­dem ihnen, noch bevor sie die Bar betreten hat­ten, Hausver­bot erteilt wurde, haben sie den Betreiber ras­sis­tisch belei­digt, berichtet BĂŒnd­nis­sprech­er Jan Augusty­ni­ak. Der Gas­tronom habe sich in der Bar in Sicher­heit gebracht und mit einem Kol­le­gen die Polizei ver­stĂ€ndigt, die aber erst nach fast ein­er hal­ben Stunde eingetrof­fen sei, als die recht­en Stören­friede sich schon aus dem Staub gemacht hat­ten. Augusty­ni­ak hĂ€lt es fĂŒr unver­ant­wortlich, dass Neon­azis »trotz mas­siv­en Polizeiaufge­bots noch bis zum Abend unbe­merkt durch die Straßen ziehen« und Men­schen bedro­hen konnten.

Nach Auskun­ft der Polizei­di­rek­tion Ost vom Don­ner­stag stell­ten Beamte bei der Auswer­tung von Bildern vom 17. Juli straf­bare Insignien tÀtowiert und auf der Bek­lei­dung fest und fer­tigten zwei Anzeigen wegen Ver­wen­dens von Kennze­ichen ver­fas­sungswidriger Organisationen.

Mehreren Quellen zufolge wurde bei dem Auf­marsch Alexan­der B. gesichtet, der sich 1999 in Guben an der Het­z­jagd auf Farid Guen­doul beteiligt hat­te und deshalb eine Haft­strafe absitzen musste. In Tode­sangst trat der flĂŒch­t­ende Algerier Guen­doul damals die Glass­cheibe ein­er HaustĂŒr ein, um sich ins Trep­pen­haus zu ret­ten. Dabei ver­let­zte sich der 28-JĂ€hrige am Bein und verblutete.






Quelle: Inforiot.de