Dezember 9, 2021
Von Indymedia
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Manchmal scheint es fast so als ob linksradikale Parolen ĂŒberholt sind. Manchmal scheint die Idee einer Welt ohne Krieg veraltet. Krieg als realistische Option, die schulterzuckend hingenommen wird. Manchmal scheint es, als hĂ€tten uns all die „alternativlosen“ KriegseinsĂ€tze stumpf gemacht. Manchmal. Angespornt durch den Angriff auf den RĂŒstungskonzern OHB im November in Bremen haben wir uns vorgenommen, den Krieg hier zu bekĂ€mpfen. Deswegen haben wir in den frĂŒhen Morgenstunden des 7.12 einen Bundeswehrfuhrpark in der Bremer Neustadt – auf dem GelĂ€nde der Kriegsprofiteure von MAN – mit Feuer angegriffen.

Ganz nach der alten Parole: Was in Deutschland brennt, kann anderswo keinen Schaden anrichten.

20 Jahre Afghanistan haben uns nicht nur sehr banal, sondern auch sehr brutal gezeigt: Krieg ist scheiße, Krieg bringt nichts außer Leid, Zerstörung und Tod fĂŒr Viele, und fette Profite fĂŒr Wenige. 20 Jahren Krieg in Afghanistan, in denen unzĂ€hlige Zivilist*innen ums Leben gekommen sind. Hinzu kommen all die Toten, die auf der Flucht vor dem mörderischen Krieg auf dem Weg in das vermeintliche sichere Europa ums Leben gekommen sind. Ertrunken im Mittelmeer. Erfroren an den nordöstlichen Grenzen Europas. Den Grenzen der FriedensnobelpreistrĂ€gerin Europa. Wir mĂŒssen kotzen.

Es ist an Zynismus kaum zu ĂŒbertreffen, wenn sich Europa und ganz vorne mit dabei Deutschland nicht vom belarussischen Machthaber Lukaschenko mit menschlichem Leid erpressen lassen will. Menschliches Leid, dass von euren Waffen und eurem Krieg fĂŒr Profite verursacht wurde. Nein, wir sind sicher keine Freund*innen Lukaschenkos, keine Freund*innen Erdogans oder Putins. Aber es lĂ€sst sich leicht mit dem Finger auf Despoten zeigen, wenn das durch eure Kriege verursachte Leid so komfortabel weit entfernt stattfindet. Und schaffen es dann doch Menschen vor Krieg und Perspektivlosigkeit zu fliehen, droht ihnen Isolation, Stigmatisierung, Repression. Ganz so, als wollten Deutschland und Europa das verursachte Elend lieber nicht so gerne vor der Nase haben. Wen wundert es da noch, wenn er*sie gleich wieder in den Flieger gezwungen wird, um abgeschoben zu werden in ein Land, das schon zu Großteilen von den Taliban regiert wird. Ach ja, stimmt, sicheres Herkunftsland. Wir mĂŒssen kotzen.

Jede Bahnfahrt wird dank der Freifahrten fĂŒr Soldat*innen zur Camouflage-Party. Auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstĂŒtzen die Uniformierten der Bundeswehr tatkrĂ€ftig. Ob im Impfzentrum oder Pflegeheim. Flecktarn und Befehl und Gehorsam sind aus dem öffentlichen Leben kaum mehr weg zu denken. ZivilmilitĂ€rische Zusammenarbeit? Wir mĂŒssen kotzen.

REST IN POWER ALEXIS GRIGOROPOULOS

FÜR EIN BESSERES MORGEN




Quelle: De.indymedia.org