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An:

Freiburger Stadtbau GmbH
Dr. Magdalena Szablewska
und
Contract GmbH
Markus Priesterath

Sehr geehrte Frau Dr. Szablewska,
sehr geehrter Herr Priesterath,

in der Vorbereitung auf das nÀchstes Treffen am 10. Juni 2021 haben wir eine Bilanz der
letzten drei Treffen gezogen.

Unser Ziel bei den GesprÀchen war es, die Ereignisse vom 25. Februar 2021 aufzuarbeiten
sowie eine Art Wiedergutmachung fĂŒr die erlittenen materiellen und immateriellen SchĂ€den der betroffenen MieterInnen zu erreichen.

Eine öffentliche Entschuldigung der Freiburger Stadtbau hat es leider bis heute nicht gegeben.

Materielle EntschÀdigungen wurden nur MieterInnen gewÀhrt, die imstande waren, diese
auszuhandeln. Dass zerstörtes Eigentum ersetzt werden muss, ist selbstverstÀndlich.
Voraussetzung dafĂŒr ist allerdings die Erfassung der SchĂ€den. In dieser Hinsicht ist die
Stadtbau in keiner Weise auf die betroffenen MieterInnen zugegangen.

Eine EntschĂ€digung fĂŒr immaterielle SchĂ€den lehnt die FSB ab.

Die angekĂŒndigte Mietminderung liegt mit 10% bzw. spĂ€ter 20% nach unserer Kenntnis eher im unteren Bereich der bei solchen Sanierungsmaßnahmen ĂŒblichen BetrĂ€ge. Eine höhere Mietminderung, wie sie von Mieterseite mit Verweis auf den Verlust von GĂ€rten und die belastende Corona- Situation gefordert wurde, wurde abgelehnt.

Die Einrichtung einer Mietersprechstunde, das Angebot an Informationsschreiben und –
veranstaltungen sowie die Bereitstellung von Ersatzwohnraum sind gute und notwendige
Angebote, die aber nicht ĂŒber das hinausgehen, was die FSB bei jeder anderen
Sanierungsmaßnahme auch anbietet.

Das einzige konkrete Ergebnis, das ĂŒber das zu Erwartende hinaus erreicht wurde, ist, dass
die Mietminderung bereits jetzt wĂ€hrend der BautĂ€tigkeiten und nicht rĂŒckwirkend
ausbezahlt wird.

Auch auf der außerordentlichen Sitzung des Bauausschusses am 22. April 2021 gab es uns
gegenĂŒber keinerlei ErklĂ€rung oder Reflektion der Ereignisse rund um den 25.02.2021.

Deshalb sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der erhebliche Aufwand an Zeit und
Energie, den wir fĂŒr die GesprĂ€che aufgebracht haben, in keinem angemessenen VerhĂ€ltnis
zum Ergebnis steht und viel Belastung mit sich bringt.
Daher macht es fĂŒr uns keinen Sinn, an weiteren Treffen teilzunehmen.

Mehrere betroffene MieterInnen lassen ihre Interessen rechtlich vertreten. Aufgrund des
Vorgehens am 25.02.2021 wurden StrafantrÀge/ Strafanzeigen gestellt.

Statt der aus unserer Sicht ergebnisarmen GesprĂ€chsrunden wĂŒrden wir sehr gerne eine
stadtteilĂŒbergreifende Diskussion ĂŒber das VerstĂ€ndnis von Beteiligung in
Sanierungsprojekten anregen. Dass es hierzu große Diskrepanzen gibt, wurde in den
GesprĂ€chen mehrfach thematisiert. Wir haben ein großes Interesse daran, dass Standards
der Beteiligung erarbeitet werden, die verbindlich in allen Sanierungs-/ Neubauprojekten der FSB/ der Stadt gelten.

Wir gehen davon aus, dass die angekĂŒndigten Informationsangebote fĂŒr die MieterInnen
regelmĂ€ĂŸig stattfinden werden. Auch die bisher abgelehnte Umfrage der FSB ĂŒber die
individuellen Bedarfe der jetzt betroffenen AnwohnerInnen halten wir nach wie vor fĂŒr
sinnvoll und notwendig.

Ebenso wie bei den sozialen Fragen muss auch bei den ökologischen und klimarelevanten
Auswirkungen des geplanten „Projekt MetzgergrĂŒn“ genau hingeschaut werden, um
wichtige Aspekte wie Artenvielfalt und Klimaschutz umfassend zu berĂŒcksichtigen.

Wir bedanken uns ausdrĂŒcklich bei den VertreterInnen des Aufsichtsrates der FSB, die uns
nach dem 25.02.2021 angehört und unterstĂŒtzt haben. Es tut uns leid, dass das Ergebnis der BemĂŒhungen so ernĂŒchternd ausfĂ€llt.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen,

Ingrid Blasius
Claudia Fierus
Sophia GrÀsslin
Gertraud Uebelacker
Anett Zeller
Wigand Alpers
Frank Koslowski
Detlef Schwarz




Quelle: Metzgergruen.noblogs.org