Mai 29, 2021
Von Indymedia
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Da Italien derzeit eine EndlagerstĂ€tte fĂŒr seinen AtommĂŒll (in Anwendung der europĂ€ischen Richtlinie von 2011 ĂŒber die Entsorgung radioaktiver AbfĂ€lle und abgebrannter Brennelemente) anstrebt, hielten wir es fĂŒr wichtig, Informationen ĂŒber den Kontext der « Entsorgung » von AtommĂŒll in Italien zu liefern. TatsĂ€chlich stieg Italien 1987 (anderthalb Jahre nach Tschernobyl) per Referendum aus der Atomenergie aus, aber der zivile Atomenergiesektor ist noch lange nicht abgeschlossen. Es gibt weltweit noch keine Lösung fĂŒr einen sicheren Umgang mit den strahlenden AbfĂ€llen. Die BewĂ€ltigung der Folgen der Atomenergienutzung ist nicht nur jetzt, sondern auch fĂŒr kommende Generationen eine große Belastung und Herausforderung.Only local images are allowed.
Im Zusammenhang damit, dass Italien der zweitgrĂ¶ĂŸte Stromimporteur der Welt ist, kĂŒndigte die Regierung von Silvio Berlusconi im MĂ€rz 2008 die RĂŒckkehr zur Atomkraft an. 2009 unterzeichneten Berlusconi und Sarkozy ein Abkommen zur GrĂŒndung eines Unternehmens, das zur HĂ€lfte EDF und Enel gehört (das italienische GegenstĂŒck zu EDF, das 1999 privatisiert wurde). Das Ziel war der Bau von mindestens vier Reaktoren vom Typ EPR. Nach Fukushima und einem erneuten Referendum wurde schließlich entschieden, die Atomenergienutzung in Italien zu beenden (Text 3).

Mit der Stillegung der AKWs stellte sich nun das lange verdrĂ€ngte Problem der « Entsorgung » des zwischen 1966 und 1987 angefallenen AtommĂŒlls. 2003 hatte Italien geplant, ein Endlager fĂŒr hochradioaktiven AtommĂŒll in Scanzano in der Region Basilikata zu errichten. Heftiger Widerstand der Bevölkerung vor Ort und der wiederauflebenden antiAtombewegung brachten das Projekt zum Scheitern (Texte 1 und 2). Das Problem wurde stillschweigend in die Zukunft verschoben.Only local images are allowed.
Nun ist -auf Druck der EU- Italien erneut mit dem AtommĂŒllproblem konfrontiert. Anfang 2021 veröffentlichte Sogin (die Agentur, die stillgelegte AKWs und nukleare AbfĂ€lle verwaltet) eine Liste von Gebieten in Italien, die sie fĂŒr den Bau eines nationalen Endlagers fĂŒr mittel- und schwachaktiven AtommĂŒll und die Zwischenlagerung von hochradioaktiven AbfĂ€llen fĂŒr geeignet hĂ€lt. Wenig ĂŒberraschend scheint es, dass niemand dieses Lager-Zentrum will (Text 1).

In dem Zusammenhang mit der ungelösten AtommĂŒllproblematik und gerade stattfindenen Mafia-Prozessen tauchen in den Medien auch illegale Praktiken der AtommĂŒll-« Entsorgung » wieder auf.. Insbesondere wird die Tatsache angeprangert, dass der radioaktive Abfall Teil eines illegalen und internationalen skandalösen GeschĂ€fts ist. In der Tat ist die Entsorgung giftiger und radioaktiver AbfĂ€lle im Mittelmeer und ihre Verbringung in afrikanische LĂ€nder, insbesondere Somalia, seit Jahrzehnten zu einer kommerziellen AktivitĂ€t geworden, wenn auch illegal und geheim (Texte 4, 5 und 6). So hat der italienische Staat lange Zeit mit der Mafia kooperiert, um das Problem des AtommĂŒlls loszuwerden.

Diese Textsammlung wurde ursprĂŒnglich in der Zeitschrift Anti Atom Aktuell, in der Ausgabe Februar 2021 (Nr. 291) veröffentlicht. Ein großes Dankeschön an die Macher*innen des Magazins fĂŒr die geleistete investigative Arbeit und ihre Bereitschaft, die internationale Dimension in den Anti-Atom-KĂ€mpfen zu erhalten. Lasst uns weiterhin KĂ€mpfe ĂŒber Staats- und Sprachgrenzen hinweg verbinden!

Nieder mit der Atomkraft, nieder mit den Grenzen!

Zusammenfassung :Only local images are allowed.
1) Liste von potentiellen zentralen Endlagerstandorten veröffentlicht. Wo wird das Endlager sein, das keiner will ? S. 4Only local images are allowed.
2) RĂŒckblick 2003 – AtommĂŒll-Endlager Scalzano Jonico : erfolgreicher Widerstand S. 9Only local images are allowed.
3) Atomprojekte und Umgang mit dem AtommĂŒll S. 12Only local images are allowed.
4) Handel mit Afrika : Gift- und Atom-MĂŒll gegen Waffen und Geld S. 17Only local images are allowed.
5) GiftmĂŒll im Mittelmeer : aus den Augen aus dem Sinn S. 19Only local images are allowed.
6) Investigativen Recherchen in Somalia kosteten sie das Leben : Ilaria Alpi und Miran Hrovatin 1994 S. 23

Format seitenweise –BroschĂŒrenformat

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Quelle: De.indymedia.org