Mai 28, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Am Dienstag, den 18. Mai, blockierten etwa 120 SchĂŒler_innen der MactumactzĂĄ Rural Normal School die Autobahn Chiapa de Corzo-San CristĂłbal in Chiapas, Mexiko. Die SchĂŒler_innen protestierten gegen Änderungen im Aufnahmeverfahren der Schule, die SchĂŒler_innen aus der Arbeiter_innenklasse, vom Land und Indigene benachteiligen wĂŒrden. Gegen den Versuch, die Zusammensetzung der SchĂŒler_innenschaft zu verĂ€ndern oder den Schritt zur Schließung der Schule (die bereits vier Mal vom mexikanischen Staat geschlossen wurde), gingen die SchĂŒler_innen auf die Straße, zusammen mit anderen, die sich aus SolidaritĂ€t anschlossen.

Als Reaktion darauf griff die Polizei des Bundesstaates Chiapas die Blockade brutal an, feuerte TrĂ€nengas ab und schlug SchĂŒler_innen mit Schlagstöcken. Insgesamt wurden 95 Menschen verhaftet, 74 Frauen und 19 MĂ€nner, alles, bis auf zwei, SchĂŒler_innen. Alle 95 wurden in das HochsicherheitsgefĂ€ngnis von El Amate verlegt. WĂ€hrend der Verhaftungen und der Verlegung wurden die SchĂŒlerinnen gezwungen, sich nackt auszuziehen und wurden von der Polizei sexuell missbraucht. Alle Festgenommenen mĂŒssen sich vor Gericht verantworten wegen Randale mit BandenverstĂ€rkung, gewalttĂ€tigem Raub, SachbeschĂ€digung und Angriffen auf den öffentlichen Frieden und die körperliche und kulturelle IntegritĂ€t des Staates.

Als Reaktion auf die bösartigen Angriffe auf die Student_innen gab und gibt es SolidaritĂ€tsaktionen im gesamten Gebiet, das als Mexiko bekannt ist. In Mexiko-Stadt wurde der zentrale Platz, der ZĂłcalo, eingenommen und die Namen aller Inhaftierten auf den Platz geschrieben. Das nationale BĂŒro der MORENA-Partei — die auf Bundesebene und in Chiapas an der Macht ist — wurde angegriffen und mit Graffiti beschmiert. Proteste von Normalista-Student_innen in Oaxaca wurden von der Polizei brutal zurĂŒckgeschlagen, wĂ€hrend in Teteles, Puebla, zwei SchĂŒler_innen der Carmen SerdĂĄn Normal School starben und drei schwer verletzt wurden, nachdem sie von einem Sattelschlepper angefahren wurden. Die Lehrkraftgewerkschaft in Chiapas hat ein Lager vor dem GefĂ€ngnis El Amate errichtet, um die Freilassung der SchĂŒler_innen zu fordern, wĂ€hrend ab Dienstag, den 25. Mai, ein Lager auf dem ZĂłcalo von Mexiko-Stadt errichtet wird, angefĂŒhrt von den Eltern der verschwundenen SchĂŒler_innen von Ayotzinapa.

Am Sonntag, den 23. Mai, wurden die 74 SchĂŒlerinnen aus dem GefĂ€ngnis entlassen, obwohl alle noch angeklagt sind. Die 19 MĂ€nner — 17 SchĂŒler und zwei Vertriebene aus ChenalhĂł, die aus SolidaritĂ€t dort waren — wurden bei einer Gerichtsanhörung am 25. Mai angewiesen, in Haft zu bleiben. Die physische, sexuelle und psychische Gewalt des Staates gegen NormalschĂŒler_innen in Chiapas und anderswo zeigt, dass sich mit der MachtĂŒbernahme der vermeintlich „linken“ Regierung von MORENA wenig geĂ€ndert hat. Normalschulen und ihre SchĂŒler_innen — die aus der Arbeiter_innenklasse und indigenen Völkern stammen und speziell dafĂŒr ausgebildet sind, in lĂ€ndlichen, Arbeiter_innen- und indigenen Gebieten zu unterrichten — werden seit Jahrzehnten angegriffen. Dennoch leisten sie weiterhin Widerstand und die SolidaritĂ€tsaktionen in ganz Mexiko haben gezeigt, dass sie mit ihrem Kampf nicht alleine sind.

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Quelle: Schwarzerpfeil.de