Mai 19, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Gegen das geplante Stadtviertel in Krampnitz gibt es neuen Widerstand: Nun geht es um VorwĂŒrfe, das Großprojekt erfĂŒlle lĂ€ngst nicht die selbst gesetzten Klimaschutzziele. Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Brandenburg (BUND) erklĂ€rte jedenfalls am Dienstag, man habe beim Landesumweltamt offiziell Widerspruch gegen die Genehmigung der nötigen Blockheizkraftwerke am Standort eingelegt. „GrĂŒnde dafĂŒr sind die mangelhafte KlimaneutralitĂ€t und die fehlende UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung“, hieß es in der Mitteilung des BUND-Chefs Axel Kruschat. Auf Anfrage machte er deutlich, dass der Umweltverband notfalls auch gerichtlich gegen die Genehmigung vorgehen werde.

So hĂ€tten sich die Stadtverordneten eindeutig fĂŒr einen klimaneutralen Stadtteil ausgesprochen, erinnerte der BUND. Doch das Energiekonzept der Stadtwerke erfĂŒlle nicht diese Anforderungen, heißt es auch unter Verweis auf bereits öffentliche bekannt gewordene Kritikpunkte des Potsdamer Klimarats. Besonders Ă€rgerlich sei, dass Stadtwerke und auch Rathaus jĂŒngst versichert hĂ€tten, dass diese Kritik des Klimarates in den Planungen berĂŒcksichtigt werde – obwohl die Genehmigung der erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerke schon lĂ€ngst vorliege. „Ferner verweigert man uns die Akteneinsicht in verfahrensrelevante Genehmigungsunterlagen insbesondere zur UmweltvertrĂ€glichkeit des Vorhabens“, kritisierte Kruschat. Er erwarte nun von der rot-grĂŒn-roten Rathauskooperation, dass diese solche Fehlentwicklungen korrigiere. 

Diskussion geht weiter

Die Klagedrohung dĂŒrfte die Debatte rund um die Zukunft des Stadtteils weiter befeuern. Wie berichtet hatte die Fraktion Die Andere unlĂ€ngst einen Planungsstopp beantragt, bis offene Fragen – etwa zur KlimaneutralitĂ€t oder zur umstrittenen Verkehrsanbindung mit einer neuen Straßenbahntrasse ĂŒber die Bundesstraße 2 – geklĂ€rt sind. Eine Debatte zu dem Antrag war vergangene Woche im Hauptausschuss vertagt worden. 

Die Stadtwerke reagierten am Dienstagabend. Man weise die BUND-VorwĂŒrfe zurĂŒck, sagte ein Sprecher. Und: „Einem Widerspruch sehen wir gelassen entgegen.“ Die Genehmigung der Energiezentrale durch das Landesumweltamt sei dringend nötig. Weiter erklĂ€rten die Stadtwerke, fĂŒr die Blockheizkraftwerke werde Biogas genutzt – das komme zunĂ€chst aus dem normalen Erdgasnetz. „Wir prĂŒfen aber auch, ob und wie erneuerbare Gase lokal erzeugt werden können.“ Auch aus dem Rathaus hieß es zuletzt, das Klimakonzept fĂŒr Krampnitz sei so optimiert worden, dass Fossilfreiheit möglich wĂ€re – also eine Energieerzeugung ohne Öl, Gas oder Kohle. Voraussetzung hierfĂŒr sei, dass jĂŒngst genehmigte Probebohrungen fĂŒr die Nutzung von regenerativer Geothermie erfolgreich verlaufen. Dies sei fĂŒr den Sommer angesetzt, hieß es. 

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Der Klimarat hatte unter anderem vorgeschlagen, dass auch nachwachsendes Holz aus der benachbarten Döberitzer Heide fĂŒr die WĂ€rmeversorgung eingesetzt werden könnte – etwa in Form von Holzhackschnitzeln. Das sei aber nicht Bestandteil des Konzepts, weil die rĂ€umlichen Voraussetzungen dafĂŒr nicht vorhanden seien, teilte die Stadt zuletzt auf Anfrage der Freien WĂ€hler mit. 




Quelle: Inforiot.de