MĂ€rz 22, 2021
Von InfoRiot
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Zum heutigen Tag der KriminalitĂ€tsopfer macht der Verein Weißer Ring bundesweit auf gestiegene Opferzahlen durch Hass und Hetze aufmerksam. Bereits ĂŒber 70 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren waren beispielsweise schon einmal von Beleidigungen und Beschimpfungen im Netz betroffen. Der Landesvorsitzende JĂŒrgen LĂŒth fordert deshalb eine feste Verankerung der Thematik im Lehrplan, damit SchĂŒlerinnen und SchĂŒler frĂŒhzeitig mit den Möglichkeiten aber auch Gefahren im Netz vertraut gemacht werden.  

Der Weiße Ring teilte dazu mit: 

Zum Tag der KriminalitĂ€tsopfer am 22.3.2021 weist der WEISSE RING bundesweit auf das Schwerpunktthema „Hass und Hetze“ hin. Auch der Brandenburger Landesvorsitzende JĂŒrgen LĂŒth ist besorgt ĂŒber die steigenden Opferzahlen aufgrund von HasskriminalitĂ€t: „Im digitalen und im öffentlichen Raum nehmen Attacken auch in unserem Bundesland zu. Uns bereiten die gesunkenen Hemmschwellen Sorgen, mit denen im öffentlichen Raum attackiert wird, egal ob gegen Polizisten, RettungskrĂ€fte, Helfer, Politiker oder Journalisten. Auch im digitalen Raum nehmen Angriffe zu, die durch Hass und Hetze motiviert sind.“

LĂŒth mahnt, dass es neben den spektakulĂ€ren Gewalttaten wie die rassistischen Morde in Hanau, dem Mord am Kasseler RegierungsprĂ€sidenten Walter LĂŒbcke und dem Angriff auf die Synagoge in Halle auch tĂ€glich zahlreiche Übergriffe im Kleinen und im digitalen Netz gibt. „Wir befĂŒrchten eine hohe Dunkelziffer. TĂ€glich erreichen uns Hilfegesuche von Opfern jeglichen Alters, jeglichen sozialen Standes“, ergĂ€nzt LĂŒth. Er appelliert an Zivilcourage: „Hinschauen, Hilfe holen, darĂŒber sprechen, Polizei oder Netzbetreiber informieren“, seien wichtige Faktoren, die jeder leisten könne.

Über 70% der Jugendlichen von Beleidigungen im Netz betroffen

Der Landesvorsitzende verweist darauf, dass bereits ĂŒber 70 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren von Beleidigungen und Beschimpfungen im Netz betroffen sind und die Verbreitung von Diskriminierung, Hass und Hetze, im Netz, auch „Hate Speech“ genannt, tĂ€glich zunimmt. Dabei werden bestimmte Personen oder Gruppen bewusst und gezielt online abgewertet, beleidigt und bedroht und mit rassistischen und antisemitistischen Kommentaren ĂŒberschĂŒttet. Neben dem Elternhaus, so der ehemalige PolizeiprĂ€sident LĂŒth, sind insbesondere die Bildungseinrichtungen im Land gefragt und deshalb fordert er eine feste Verankerung der Thematik im Lehrplan. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mĂŒssen frĂŒhzeitig mit den Möglichkeiten, aber auch den Gefahren im Netz vertraut gemacht werden. Allein beim WEISSEN RING in Brandenburg sind ca. 100 OpferfĂ€lle angezeigt worden. Wichtig fĂŒr die Strafverfolgung ist es, dass entsprechende E-Mails und Sprachnachrichten nicht gelöscht und den Ermittlungsbehörden als Beweismaterial ĂŒbergeben werden.

Der WEISSE RING unterstĂŒtzt dabei mit einer kostenlosen BroschĂŒre zu „Hass und Hetze“, die ab sofort im LandesbĂŒro (s. u.) zu bestellen ist. Hierbei stehen neben PrĂ€ventionstipps und Grafiken persönliche Geschichten im Vordergrund mit Hinweisen, wie Hass und Hetze besser erkannt werden können. ErgĂ€nzend dazu finden Leser eine schnelle Orientierung juristischer Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch und eine einfache Übersicht, wie der WEISSE RING helfen kann.

„Vor allem im digitalen Raum verstecken sich Hass und Hetze in der AnonymitĂ€t der User. Viele sind davon ĂŒberfordert, weil sie nicht wissen, was sie dagegen machen sollen. Und so schweigt die Mehrheit und klickt weiter. Die neue BroschĂŒre zeigt Handlungsalternativen auf, die jeder anwenden kann, um sich zu wehren oder andere zu schĂŒtzen.“ wirbt LĂŒth fĂŒr die BroschĂŒre.

Als einen großen Erfolg bezeichnete der Landesvorsitzende, dass die langjĂ€hrige Forderung vom WEISSEN RING, flĂ€chendeckend Traumaambulanzen zu errichten, nun auch im Land Brandenburg entsprechend dem SGB XIV, Gestalt annimmt. Die Forderung, auch in unserem Bundesland einen Opferschutzbeauftragten zu bestellen, wird der bundesweit grĂ¶ĂŸte Opferhilfeverein nun verstĂ€rkt angehen.

Red. / Presseinfo 




Quelle: Inforiot.de