September 29, 2021
Von Autonomie Magazin
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Von Isidore Beautrelet

Cat Calling bezeichnet das plötzliche, einseitige und unerwĂŒnschte Anhupen, Hinterherrufen, Ansprechen, Absondern von Kommentaren ĂŒber weibliche Körper, sexualisierendes Auftreten (etwa KnutschgerĂ€usche beim Vorbeilaufen), Mit- und Hinterherlaufen. Die „Kontaktaufnahme“ passiert ganz ohne eine RĂŒcksichtnahme auf ein etwaig vorhandenes entsprechendes Interesse auf der Seite der Frau. Es findet also „aus dem Nichts“ heraus statt, so dass dementsprechend kaum Zeit ist, um sich darauf einzustellen. Es findet in der Regel auf so dominante (Hupen, Schreien, in unmittelbarer physischer NĂ€he, mit KraftausdrĂŒcken) Weise statt, dass es nicht zu ignorieren ist.

So gesehen beanspruchen MĂ€nner mit dem Cat Calling ganz unmittelbar und offensiv die Aufmerksamkeit und auch den physischen Raum einer Frau. Sie machen diese Inanspruchnahme nicht vom Interesse der Frau abhĂ€ngig, nehmen sich also heraus einfach ĂŒber es zu verfĂŒgen. Dementsprechend sind auch die Reaktionen vieler Frauen – in der Reihenfolge: Erschrecken und Angst, Wut oder ein GefĂŒhl der unangenehmen Überraschung. Es handelt sich – auch unabhĂ€ngig davon, ob sogar noch die Zusatzleistung der Gegenwehr aufgebracht wird – um eine nervliche, emotionale und mitunter physische Belastung und potentielle Gefahr, der sich Frauen ausgesetzt sehen.

Über die Wirkungen der beim Cat Calling stattfindenden Reduzierung von Frauen auf ihren Körper, der unter verschiedenen MaßstĂ€ben der AttraktivitĂ€t durchgemustert wird und das Eingreifen in ihren persönlichen Raum gibt es mittlerweile genug Erfahrungsberichte1, die sich gerade MĂ€nner zu GemĂŒte fĂŒhren sollten. Sie sollen allerdings in diesem Artikel nicht der Schwerpunkt sein, weil der Grund fĂŒr diese ĂŒbergriffigen Touren geklĂ€rt werden soll. Das wiederum verlangt die Konzentration auf diejenigen, von denen das Cat Calling und die damit verbundenen EinschrĂ€nkungen fĂŒr Frauen ausgehen.

Angesichts dessen, dass diese Sorte Anmache sich nicht vom Willen der Angemachten abhĂ€ngig machen will – also auch nicht, ob sie ĂŒberhaupt verfĂ€ngt und danach etwa ein RĂŒckzug oder eine Entschuldigung fĂ€llt – stellt sich schon die Frage, was MĂ€nner mit diesen ungefragten „Gefallensbekundungen“, die wiederum auch ganz schnell in ihr Gegenteil umschlagen können, eigentlich bezwecken. Zur Einordnung: Mit der ErlĂ€uterung des Zwecks vom Cat Calling soll nicht fĂŒr ein VerstĂ€ndnis fĂŒr MĂ€nner im Sinne eines entschuldigenden „so sind sie nunmal“ geworben werden. Umgekehrt soll mit der ErklĂ€rung gerade die Kritik des schĂ€dlichen Tuns geleistet werden.

Wie begrĂŒnden MĂ€nner Cat Calling?

Auf kritische Nachfragen, warum eine Frau ungefragt und in offensiv-bedrĂ€ngender Weise angemacht wurde oder auch auf ZurĂŒckweisungen des Cat Callings folgen gemeinhin verschiedene Antworten, die selbst Aufschluss ĂŒber den zugrunde liegenden Zweck des Cat Callens geben:

„Ich fand sie heiß.“

Hier wird einfach mit dem eigenen Interesse an der Frau argumentiert. So wird das mĂ€nnliche Empfinden zum Berufungstitel fĂŒr die Berechtigung des belĂ€stigenden Agierens erklĂ€rt. Das empfundene Gefallen wird dabei so behandelt, als wĂ€re es unmittelbar und automatisch auch interessant fĂŒr die Frau, als mĂŒsste es eine Bedeutung auch fĂŒr sie haben – ganz als habe sie nur auf diese Sorte „BestĂ€tigung“ gewartet. Angesichts dessen, dass es sich um eine unerwĂŒnschte Anmache handelt, heißt das, dass die Entscheidung, das eigene Empfinden von der Frau als gĂŒltige Bestimmung ĂŒber die Frau zu setzen, als höher gewichtet wird als der Wille der jeweiligen Frau.

„Ihr wollt doch immer angesprochen werden.“

Seid wann immer und vom wem auch immer und egal wie? Die Resultate der Anmachkultur, welche Frauen die passive und MĂ€nnern die aktive Rolle bei Flirts zuweist, wird hier zum Berechtigungstitel – auch gegen den bekundeten Willen gerade nicht angemacht werden zu wollen.

„Das war ein Kompliment und nicht böse gemeint“

Über Beachtung und Komplimente soll man sich also freuen. Dass die Art der Beachtung eine ist, die sich an sĂ€mtliche MaßstĂ€be von AttraktivitĂ€t festmacht und so Schönheitsnormen, Rassifizierungen etc. reproduziert, ist hier nebenbei bemerkt nicht einmal einen Gedanken wert.

Der Frau wird unterstellt, dass ihr Selbstwert auf die BestĂ€tigung durch MĂ€nner ausgerichtet ist, wenn Komplimente bekommen als etwas angesehen wird, worĂŒber sich Frauen doch in jedem Fall freuen mĂŒssten.

Angesichts dieser „Freude“, die MĂ€nner da frei heraus verschenken, wollen sie dann auch nicht verstehen können, warum es ĂŒberhaupt zu Kritik oder ZurĂŒckweisung kommt – denn BestĂ€tigung ist ja nicht „böse gemeint“. Den Bedrohungs- und Angriffscharakter von lauten Hupen, Hinterrufen, Anschreien aus einer Gruppe heraus oder Hinterher- und Mitlaufen, leugnen sie nebenbei ganz geflissentlich – weil das ist ihnen halt ein ganz normales und gewohntes Verhalten. Weil sie ja was so „nettes“ und – in sexistischer Logik – dem weiblichen Willen Entsprechendes tun, verdient ihr Verhalten einfach keine ZurĂŒckweisung. Und wenn es doch eine Abfuhr erfĂ€hrt, nehmen sie das als etwas „Böses“, Unrechtes eben, was ihnen da widerfĂ€hrt – ganz als hĂ€tten sie nĂ€mlich „was Böses“ getan, wie ungerecht! Kritik kennen sie nebenbei bemerkt anscheinend auch nur ganz bĂŒrgerlich und kindlich als moralische. Jedenfalls setzt sich die Frau ins Unrecht, wenn ihr die Anmache etc. nicht passt.

„Das ist doch nicht schlimm.“

Weil es nur wahnsinnig nett gemeinte Beachtung war, auf die noch jede Frau immerzu scharf ist, ist es auch nicht schlimm – in den Augen des TĂ€ters.

Wenn Kritik und abweisenden Reaktionen dann damit begegnet werden, dass Frauen gesagt bekommen „Als wenn ich was von dir wollen wĂŒrde, so toll bist du auch nicht, sondern *setze eine Abwertung entlang weiblicher AttraktivitĂ€tsnormen ein*, sei also dankbar, du Schlampe!“ dann bringt das die Stellung der MĂ€nner zu ihrem Tun auf den Punkt: Sie betrachten das nĂ€mlich als ihr Recht, das respektiert gehört.

Wer das nicht respektiert, hat die „Zuwendung“ nicht verdient, ist ihrer eigentlich gar nicht wĂŒrdig, weswegen die betroffene Frau eigentlich recht besehen froh ĂŒber sie sein sollte. Und wenn sie das nicht ist, die Anmache also nicht wĂŒrdigt, wĂŒrdigt sie auch nicht den Cat Caller. Womit sie dessen mĂ€nnliche Ehre verletzt und sich den Titel „arrogante Schlampe“ verdient.

Kritik und Forderungen nach Unterlassung erfahren weiter die VorwĂŒrfe entweder â€žĂŒberempfindlich“, „arrogant“ oder „aggressiv“ zu sein. In jedem Fall liegt also das Problem nicht beim Kritisierten und seinem Verhalten, sondern in der Frau, die sich zur Wehr setzt. Auf die Weise wird die Kritik oder Aufforderung zur VerhaltensĂ€nderung zurĂŒckgewiesen. Die zugewiesenen Attribute selbst verweisen dabei auf die Subsumtion der konkreten Frau unter das Geschlechterbild, nach dem Frauen sich zurĂŒckhalten und irgendwie immerzu lieb und zugewandt sein, also sich generell nach den BedĂŒrfnissen und Anliegen anderer (v.a. MĂ€nner) richten sollen. Deswegen ist ein geĂ€ußertes Missfallen oder ein anderslautender Wille dann auch keiner, der irgendwie respektiert gehört, sondern eine fatale Übertreibung und mĂ€nnlich gesehen eine Frage von Unrespekt und Verletzung. So wird die Abwehr vom mĂ€nnlichen Übergriff vom TĂ€ter in einen Angriff verwandelt und die Sache vollends auf den Kopf gestellt.

Cat Caller verlangen also fĂŒr ihre Anmache eine (positive) Gegenreaktion. Wie selbstverstĂ€ndlich beanspruchen sie die Aufmerksamkeit von Frauen, behandeln sie als welche, die sich unmittelbar fĂŒr sie zu interessieren hĂ€tten – als Frauen fĂŒr sie als MĂ€nner.2 Die Anspruchshaltung zeigt sich nicht zuletzt daran, dass zu penetranten Mitteln gegriffen, die Aufmerksamkeit also erzwungen wird: Anhupen, solange Hinterherufen bis eine Reaktion kommt, Hinterherlaufen, Anfassen. Es ist mehr als die (ebenso) ungebetene Sexualisierung der vorbeilaufenden Frau in der mĂ€nnlichen Phantasie. Der Umstand, dass die Attraktion mitgeteilt und so lange schreiend oder wie auch immer wiederholt wird bis ihr Beachtung geschenkt wird, zeigt dass der Cat Caller darauf aus ist, dass ihm fĂŒr die Anmache Beachtung geschenkt wird.3 Die Frau soll mitbekommen, dass er sie geil findet. Und das ĂŒberlĂ€sst er nicht dem Interesse der jeweiligen Frau, sondern erzwingt es: Er verschafft sich die Aufmerksamkeit, nimmt sich – in seiner Vorstellung – also die BestĂ€tigung.

In den Genuss der Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, kann außerdem hineinspielen, sich als mĂ€chtig zu erleben, dann nĂ€mlich, wenn es der Cat Caller gerade auf die Verunsicherung der Frau abgesehen hat: ihm also die mit dem Cat Calling vorgenommene Platzanweisung „Du bist fĂŒr mich da und ich kann ĂŒber dich verfĂŒgen, wenn ich will“ gefĂ€llt.

Bis hierhin wÀre festzuhalten:

Cat Calling macht sich nicht vom Interesse des GegenĂŒbers abhĂ€ngig, es beansprucht einfach Aufmerksamkeit, Nerven und Raum von ihr. Die Gefallensbekundung wird ignorant, gegen den Willen des weiblichen GegenĂŒbers, als eine erwĂŒnschte genommen, die deswegen auch umgekehrt auch mindestens positiv aufgenommen werden soll. Abweisung stellt sich fĂŒr den Cat Caller als Ehrverletzung dar.

Was ist da los?

Wieso gilt Cat Callern ihr eigenes Interesse an Frauen als ein Recht, das sie ihnen gegenĂŒber haben? Wieso sehen sie sich beleidigt und zur Beleidigung oder Gewalt berechtigt, wenn dem nicht entsprochen wird?

Die Beantwortung der Fragen verlangt ein kurzes Ausholen zum verbreiteten willentlichen Bezug auf SexualitĂ€t und der bĂŒrgerlichen Unsitte des Selbstbewusstseins.

Der Stellenwert sexueller Befriedigung als Recht und die Einlösung mÀnnlicher Ehre

In der Welt von Marktwirtschaft und Demokratie soll jede*r ihres*seines GlĂŒckes Schmied*in sein – im eigenen Willen statt in den Mitteln, ĂŒber die man verfĂŒgt und deshalb in der Konkurrenz um Schulnoten, ArbeitsplĂ€tze, Wohnungen oder Partnerschaften (etc.) zur Anwendung bringen kann, soll das persönliche Abschneiden in der allseitig stattfindenden Konkurrenz begrĂŒndet sein. Obwohl sowohl Anzahl der Gewinnerpositionen (etwa Anzahl der AusbildungsplĂ€tze oder zu besetzender Posten) als auch die Kriterien, nach denen ĂŒber Erfolg oder Misserfolg entschieden wird, getrennt von den Konkurrent*innen feststehen, wird ĂŒblicherweise Gewinnen oder Verlieren der individuellen Leistung der miteinander Verglichenen und auseinander Sortierten zugeschrieben. Diese Leistung ĂŒbersetzen sich viele in eine Art Leistungsvermögen, das sie hĂ€tten und das sich an Erfolg oder Misserfolg zirkulĂ€r zeige. An Erfolg und Misserfolg wird dann der eigene Selbstwert genossen oder in Zweifel gezogen oder fĂŒr nicht ausreichend gewĂŒrdigt betrachtet.

In der Konkurrenz im Ausbildungs- und Berufsleben und all den davon abgeleiteten Lebensbereichen (etwa Wohnen, gesellschaftliches Ansehen etc.) bleibt es nicht aus, dass der Großteil der Bevölkerung die dauerhafte Erfahrung von Misserfolgen oder zumindest nur sich sehr bescheiden ausnehmenden Erfolgen (einen Job, der viel verlangt und wenig einbringt, eine Wohnung) macht.

Hat man nun aber die Erlaubnis zur BetĂ€tigung in der Konkurrenz, also die bloße „Chance“ zum „GlĂŒck“, als so etwas wie ein Erfolgsversprechen genommen, stellen sich notwendig EnttĂ€uschungen ein. Viele nehmen diese Erfahrungen nicht zum Anlass, sich ihre objektive Lage zu erklĂ€ren, in der ihre Interessen nur mĂ€ĂŸig bedient werden oder ganz auf der Strecke bleiben, sondern richten an ein anderes Feld – nĂ€mlich an ihr Privatleben und hier insbesondere das Liebesleben – den Anspruch, stattdessen fĂŒr „GlĂŒck“ und SelbstbestĂ€tigung zu sorgen. Im Grunde wird hier ein Anspruch auf Kompensation erhoben, der keine der im „Restleben“ stattfindenden BeschrĂ€nkungen abschafft oder irgendwie ungeschehen machen oder ausgleichen kann. Das Privatleben im Allgemeinen und das Beziehungsleben im Besonderen wird mit dem kaum zu erfĂŒllenden Anspruch belegt, fĂŒr die Kosten des marktwirtschaftlichen Alltags zu entschĂ€digen. Insbesondere der Sex ist zum eigenen Feld des GlĂŒcks avanciert, soll also fĂŒr etwas durchaus anderes herhalten als die gemeinsame Lust an- und miteinander. Ihn zu „haben“, gilt als Erfolg und wird damit dann auch zu einer Frage, an der sich bĂŒrgerliche Menschen – getrennt von allen wirklich in der Welt von kapitalistischer Wirtschaft und demokratischer Politik vorhanden Machtpositionen – ihre Leistungs- oder ErfolgsfĂ€higkeit beweisen. Insofern (nicht einfach allgemein) geht es beim „Sex haben“ um die BestĂ€tigung der Person, um ihren Selbstwert. Sex gilt – wie im ĂŒbrigen auch andere Felder – als Möglichkeit das eigene Bild von sich als wĂŒrdiger Person, der Erfolge doch irgendwie zustehen mĂŒsste gegen die Negativ-Erfahrungen des Alltags zu behaupten.

Wo Sex diesen Stellenwert als SelbstbewusstseinsaufpĂ€ppelung hat, ist es kein Wunder, dass die Art und HĂ€ufigkeit des Sex zu einem eigenen Feld des Angebens werden. Sex wird als Verkörperung von GlĂŒck, auf das man sich ein Anrecht einbildet, zum Anspruch und ihn zu haben als Ausdruck der eigener ErfolgstĂŒchtigkeit – fĂŒr MĂ€nner heißt das, dass sie Sex regelmĂ€ĂŸig zum PrĂŒfstein und Beweis ihrer eigenen MĂ€nnlichkeit erklĂ€ren. Wo das eingebildete Recht und das Selbstbild eines zum Erfolg befĂ€higten MĂ€nnes zusammen kommen, ist der Übergang zum Übergriff angelegt: Sich gegen den Willen der Frau die BestĂ€tigung des eigenen Selbstbildes verschaffen und darin genießen, dass man einer ist, der sich nimmt, worauf er sich einen Anspruch einbildet.

Verbreiteter noch als der tĂ€tliche Übergriff selbst ist die Kultur der Übergriffigkeit, in der MĂ€nner mit Blicken, Anmachen, Hinterherrufen usw. ggb. beliebigen Frauen ihr Selbstbewusstsein demonstrieren, ein zum Erfolg BefĂ€higter zu sein.4

Cat callenden MĂ€nnern geht es also um sich: Sie wollen sich als welche darstellen, die sich Frauen verschaffen können – und das betrachten sie als ihr Recht. Wer das Cat Callen zurĂŒckweist, durchkreuzt die Selbstdarstellung von MĂ€nnern, die sich am Material von Frauen gerade als MĂ€nner zeigen wollen, die sich nehmen können was sie wollen und worauf sie meinen einen Anspruch zu haben: Die sexuelle Befriedigung und BestĂ€tigung durch Frauen. Diese Selbstdarstellung als potenter Mann lĂ€sst sich insbesondere auch noch einmal in einer Gemeinschaft von (gleichgesinnten) MĂ€nnern5 genießen, vor denen man sich so beweist.6 Deswegen betrachten sie die ZurĂŒckweisung ihres eingebildeten Rechts auf die Frau als eine Ehrverletzung, durch die sie sich zu Beleidigungen oder Gewalttaten berechtigt sehen.

Insofern verweist die Kritik mĂ€nnlicher Übergriffigkeit auf eine Sorte Anspruchsdenken, die sich dem bĂŒrgerlichen Ansinnen verdankt, sich selbst und anderen die eigene ErfolgstĂŒchtigkeit zu beweisen, sich also als ein wĂŒrdiges Konkurrenzsubjekt darzustellen. Die Kritik des eingebildeten mĂ€nnlichen Anrechts auf Frauen verweist auf die Kritik des Mannes, der sich als bĂŒrgerliches Konkurrenzsubjekt auffĂŒhrt, dass die ZwĂ€nge der BewĂ€hrung in der Konkurrenz in eine Herausforderung an sich und eine Frage seines Selbstwerts verkehrt. Insofern sind Macker ganz in den marktwirtschaftlichen Alltag eingepasste und zu ihm passende Ekel.


1In sogenannten „Konfrontationstrainings“ werden auch Angebote zur situativen Gegenwehr und Selbstbehauptung an betroffene Frauen gemacht: Siehe etwa den Podcast „You FM Einfach Nein!“

2Vgl. Verena Stefan, HĂ€utungen, S. 85f.

3Das unterscheidet das Cat Calling von anderen Formen mĂ€nnlichen Angebens, wie dem EntblĂ¶ĂŸen des mehr oder weniger trainierten, also „mĂ€nnlichen“ Oberkörpers in der Öffentlichkeit. Bei solchen FĂ€llen ist der Betreffende auch auf Beachtung aus und genießt die Einbildung durch das auf sich Ziehen von weiblichen Blicken fĂŒr besonders geil und mĂ€nnlich befunden zu werden. Hier macht sich ein Mann quasi zum Objekt der Begierde und genießt die eigene (eingebildete unwiderstehliche) Wirkung, die er aufs weibliche Geschlecht hĂ€tte – um sich darin ganz als geiles Subjekt vorzukommen, dass die Frauen in der Hand habe.

4Vgl. Gegenstandpunkt 4-19, Die Frau im Kapitalismus, S. 116

5Was fĂŒr viele nach dem Motto „gemeinsam ist man stark“ die Hemmschwelle zu dieser SelbstprĂ€sentation gegenĂŒber Frauen auch nochmal herabsetzt.

6Vor der MĂ€nnergruppe lĂ€sst sich auch beweisen, dass man selbst einer ist, der den Mut hat, Frauen „anzusprechen“, „es drauf hat“. Da diese Demonstration auf das Bild von sich als Mann bei anderen MĂ€nnern abzielt, ist es – so gesehen – auch zweitrangig wie sich das Ganze fĂŒr die betreffende Frau auswirkt.




Quelle: Autonomie-magazin.org