MĂ€rz 16, 2021
Von Soligruppe FĂŒr Gefangene
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Dass unsere EckzĂ€hne im Heteropatriarchat tief festbeißen. Worte von MĂłnica Caballero

Gefunden auf Publicación Refrectario, die Übersetzung ist von uns

Der 8. MĂ€rz ist und war schon immer ein Tag des Gedenkens und des Kampfes.

Es gibt diejenigen, die ein zerbrechliches GedÀchtnis haben, andere ignorieren ihn einfach und es gibt einige, die ihn besser vergessen..

Der 8. MĂ€rz ist eines der vielen Daten, an denen der Ermordung der KĂ€mpfenden durch die Hand der Herrschenden gedacht wird, aber im Gegensatz zu den meisten Termine des Kampfes wurde dieser ausschließlich von Frauen durchgefĂŒhrt. Im Jahr 1908 organisierte sich eine Gruppe von Arbeiter*innen autonom, um die Bosse zu konfrontieren und zu fordern, dass sie die Bedingungen des Elends, in denen sie kaum ĂŒberlebten, beenden. Dieser Wagemut wurde mit einem großen Massaker bestraft. Die Herrschenden versuchten, die Streiks und Sabotage mit einer verstĂ€rkenden Maßnahme zu beenden, damit niemand mehr versuchen wĂŒrde, die Produktions- und Warenkette zu unterbrechen oder zu behindern, denn fĂŒr die Bosse wird das Töten von Arbeiter*innen immer die wirtschaftlichste und effektivste Option sein, denn arme Menschen gibt es genug.

Dass heute des 8. MĂ€rz gedenkt wird, ist dem Einsatz und der Beharrlichkeit vieler zu verdanken, die nicht vergessen, was an diesem Tag geschah. FĂŒr diejenigen von uns, die auf dem Aufbau antagonistischer Wege gegen die Logik des heteropatriarchalen Systems gewettet haben, ist es daher entscheidend, nicht aufzuhören, sich an diejenigen zu erinnern, die mit TrĂ€nen und Blut die Wege der Konfrontation befruchtet haben. So lernen wir von denen, die vor uns waren, von ihren Erfolgen und Fehlern. Auf diese Weise geben wir diesem System des Terrors genauere SchlĂ€ge.

Vor einigen Jahren nahm der 8. MĂ€rz in dem vom chilenischen Staat beherrschten Territorium in einigen Gegenden ein kĂ€mpferisches Aussehen auf den Straßen an. Die Blumen und die Feierlichkeiten zum „Frauentag“ wurden gegen Steine, Geschrei und Feuer in den HĂ€nden vieler Personen ausgetauscht, die nicht um Erlaubnis bitten, die Straßen zu fĂŒllen. Aber wĂ€hrend die aufrĂŒhrerische Freude in den Herzen vieler wuchs, wucherten im Gegenzug die polizeilichen/reformistischen/sozialdemokratischen Praktiken in den Demonstrationen und unterdrĂŒckten sogar GefĂ€hrt*innen, die mit der NormalitĂ€t und Ordnung brachen. Viele von ihnen wurden von der „lila Polizei“ angegriffen, die innerhalb der 8. MĂ€rz-Demonstrationen „das Richtige“ festlegt, befiehlt und kontrolliert. Dabei möchte ich betonen, dass es keine Aggression ohne Antwort oder Raum fĂŒr diese repressiven Praktiken innerhalb der RĂ€ume des Kampfes geben kann, eine Sache ist, dass es verschiedene Perspektiven und/oder Methoden gibt, wie die Individuen und Kollektive, bestimmte Schlachten fĂŒhren, die Initiativen rund um die KĂ€mpfe der Geschlechter, der Feminist*innen usw. hochziehen, aber es ist etwas ganz anderes, die GefĂ€hrt*innen, die politische Gewalt ausĂŒben und/oder propagieren, gering einzuschĂ€tzen, zu ĂŒberwachen, zu unterdrĂŒcken oder zu verraten.

Vielleicht gibt es Individuen und Kollektive, die die besten Absichten haben, das kapitalistische heteropatriarchale System auf der Grundlage von Gesetzesreformen und VerfassungsÀnderungen zu beenden, aber diese guten Absichten, die mit NaivitÀt beladen sind, festigen nur die Herrschaft.

Wir finden das Heteropatriarchat in all unseren Beziehungen, sowohl in den makroskopischen als auch in den intimsten, so dass jede Initiative zur Zerstörung der chauvinistischen Geißel von uns selbst aus der Vielgestaltigkeit unserer Handlungen geboren und ausgefĂŒhrt werden muss.

Der Weg der Konfrontation ist lang und schwierig, aber er ist zweifellos voller Schönheit, die von einer unendlichen Anzahl von GefĂ€hrt:innen ausgeht, die gegenseitige UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t zu Fleisch werden lassen. Wenn wir diese beiden Worte in unser tĂ€gliches Leben bringen, werden wir stark, wir brauchen keine Institution oder Vermittelnden, wir brauchen nur unsere GefĂ€hrt*innen.

Dass unsere EckzĂ€hne im Heteropatriarchat tief festbeißen.

Alle Bullen sind Feinde, unabhÀngig von ihrer Hautfarbe oder ihrem Geschlecht.

Monica Caballero SepĂșlveda

Anarchistische Gefangene.




Quelle: Panopticon.blackblogs.org