September 30, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
188 ansichten


Quelle: buscandolakalle, ĂŒbersetzt von abc wien

„Wenn wir KĂ€mpfer*innen sind, dann lasst uns diesen Anspruch im GefĂ€ngnis und auf der Straße zum Ausdruck bringen und niemals durch Angst, Schweigen und noch weniger durch Reue besiegen.“

FĂŒr Sacco und Vanzetti
FĂŒr unsere Schreie nach Freiheit!!!
Im Gedenken an meinen Vater.

Vor mehr als 100 Jahren erklÀrten die Anarchist*innen der Bewegung an einigen Orten der Welt, sie seien Subversive.

Vor 94 Jahren wurden die aufstÀndischen anarchistischen GefÀhrten italienischer Herkunft Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti am 23. August 1927 nach einem Prozess, der 7 Jahre, 4 Monate und 17 Tage dauerte, auf dem elektrischen Stuhl ermordet.

Sie wurden fĂŒr Taten verantwortlich gemacht, an denen sie nicht beteiligt waren, aber vor allem wurden sie ermordet, weil sie anarchistische Subversive waren, die von der Notwendigkeit einer stĂ€ndigen Konfrontation mit dem Staat und seiner unterdrĂŒckerischen Gewalt ĂŒberzeugt waren. Der Vorwand der Macht: Raub und Mord.

WĂ€hrend des manipulierten Prozesses, der mit der Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl endete, ließ die SolidaritĂ€t eines breiten Spektrums antiautoritĂ€rer Kreise nicht lange auf sich warten. Überall auf der Welt, durch zahllose Aktionen und Gesten aus der tiefsten IllegalitĂ€t kam dieses unzerstörbare Band der aufstĂ€ndischen Kompliz*innenschaft zum Ausdruck, das fĂ€hig ist, Regionen, Sprachen, ZeitrĂ€ume und alle Arten von BeschrĂ€nkungen zu ĂŒberwinden, und das eine unlöschbare Spur in der Geschichte des Kampfes gegen die GefĂ€ngnisgesellschaft hinterließ, der bis zum heutigen Tag andauert.

Seitdem sind die karikierten Figuren der Unschuld und des Opferseins der beiden GefÀhrten der vorherrschende Diskurs derjenigen, die ihre Kampfgeschichten verzerrt haben, um den unbestreitbaren aufstÀndischen Charakter des anarchischen Universums der Aktion, von dem sie ein Teil waren, zu verdammen.

Aber die Kraft der RealitĂ€t siegt ĂŒber jede Farce, die zu einer MassenerzĂ€hlung oder offiziellen Geschichte wird.

Auf diesem Weg der subversiven Gewalt, der HorizontalitĂ€t und der antiautoritĂ€ren AffinitĂ€t leben die beiden GefĂ€hrten und kehren zurĂŒck, indem sie in jeder konspirativen Geste durch die Zeit reisen, in jedem Raum, in dem dieselben Ideen wieder auftauchen, die diejenigen vereinen, die es wagen, die leeren „bronzenen Phrasen“ zu verlassen, um sich ohne Zögern zur Aktion zu begeben.

In dem vom chilenischen Staat beherrschten Gebiet sind uns Praktiken viel nĂ€her als leere Etiketten und Definitionen. So vereinen sich seit vielen Jahren verschiedene GefĂ€hrt*innen, die sich, ohne sich selbst Anarchist*innen zu nennen, durch eine tiefe IllegalitĂ€t autonomer und antiautoritĂ€rer Praktiken bewegt haben, in ihrer Haltung und ihren Aktionen mit klar anarchistischen GefĂ€hrt*innen. Aus ihrem realen Kampf heraus werden sie zu Anarchist*innen – aus einem wirklichen Kampf heraus wird eine gemeinsame Geschichte geschrieben, jenseits der sektiererischen Apellen, die die Kraft unserer Kampferfahrungen als untrennbare KontinuitĂ€t und aktuelle Spur des sozialen Krieges ignorieren.

Im Aufbau und in der KontinuitĂ€t einer dynamischen Geschichte, die weder ihre Verbindungen noch ihre Überzeugungen verleugnet, befinden wir uns und werden uns weiterhin im direkten Kampf fĂŒr die vollstĂ€ndige Befreiung im GefĂ€ngnis und auf der Straße bewegen.

Unsere aufstĂ€ndische und subversive Position in diesen LĂ€ndern beansprucht mit mĂ€chtigem Stolz auf das offensive GedĂ€chtnis jede*n GefĂ€hrt*in, der*die sich von der Autonomie aus in den Kampf gestĂŒrzt und ihr*sein Leben der Zerstörung des Bestehenden gewidmet hat [
].

Wir berufen uns auf GefÀhrt*innen aus verschiedenen Epochen und revolutionÀren Strömungen, die gegangen sind und ihre besten Tage dem Kampf gegen die Herrschaft gewidmet haben, indem sie klar und direkt ihre Entscheidung zum Kampf getroffen haben. Sie sind die unbestreitbaren Beispiele in und aus der IllegalitÀt, die diese Praxis gelebt haben und viel offener mit dem Wesen des Konflikts verbunden waren.

Auf diese Weise gehen Norma Vergara und Claudia LĂłpez, Emilia Milen gemeinsam in unsere Geschichte von Angriff und Widerstand. Gleiches gilt fĂŒr AndrĂ©s Soto Pantoja und Mauricio Morales, SebastiĂĄn Oversluij, unsere Mutter, Großmutter und GefĂ€hrtin Luisa Toledo und alle unsere BrĂŒder und Schwestern sind ein unausweichlicher Teil unserer Tage und Erfahrungen des Krieges gegen den skrupellosen chilenischen Staat und seiner Geschichte der Ausbeutung und des Elends. Alex LemĂșn, Julio Huentekura, Matias Catrileo, Rodrigo Melinao, Lemuel FernĂĄndez sind nicht nur Namen, die in der Luft liegen, sondern der konkrete Beweis eines Kampfes, der ĂŒber lange Zeit und ohne Verzicht gefĂŒhrt wurde und der auch die verschiedenen Ausdrucksformen der Rebell*innen nicht außer Acht lĂ€sst, die heute den Staat angreifen.

Dies ist unsere RealitĂ€t des tĂ€glichen und tausendfachen Krieges. StĂ€ndige KĂ€mpfe, ZusammenstĂ¶ĂŸe und Auseinandersetzungen, die jede*r, der*die sie nicht sehen will, bewusst ignoriert, weil die Spuren des vielgestaltigen offensiven Widerstands im GefĂ€ngnis, auf der Straße und in den verschiedenen Gebieten, in denen BrĂŒder und Schwestern unterwegs sind, ignoriert werden.

Im Rahmen der Woche der internationalen SolidaritĂ€t mit anarchistischen Gefangenen, eine ewige Umarmung an alle, die ohne zu zögern in den verschiedenen Territorien fĂŒr die Befreiung der Erde, fĂŒr die Zerstörung der GefĂ€ngnisse und gegen das Kapital kĂ€mpfen.

ERINNERUNG, WIDERSTAND, UMSTURZ!

BIS DIE LETZTE BASTION DER GEFÄNGNISGESELLSCHAFT ZERSTÖRT IST!!!

FÜR DIE AUSWEITUNG DER SOLIDARITÄT MIT DEN SUBVERSIVEN GEFANGENEN, ANARCHIST*INNEN, DER REVOLTE UND DER MAPUCHE-BEFREIUNG!!!

SOLANGE ES ELEND GIBT, WIRD ES REBELLION GEBEN!!!

Marcelo Villarroel SepĂșlveda
LibertÀrer, autonomer und subversiver Gefangener
BetriebsgefÀngnis La Gonzalina, Rancagua.
29. August 2021

<!–

Tags: , , , ,

–>




Quelle: Abc-wien.net