Juli 4, 2021
Von InfoRiot
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Die Gruppe SOS Rassismus Barnim dokumentiert rassistische VorfĂ€lle im Barnim und will damit zu einer gesellschaftlichen Sichtbarkeit von Rassismus beitragen. Nun hat sie die Chronik rassistischer VorfĂ€lle im Landkreis fĂŒr 2020 veröffentlicht

Wir veröf­fentlichen hier die Chronik ras­sis­tis­ch­er Vor­fĂ€lle im Land­kreis Barn­im fĂŒr das Jahr 2020:

Chronik SOS Ras­sis­mus Barn­im 2020 als pdf

Ras­sis­mus will keinen Dia­log, keine Vielfalt, kein friedlich­es Miteinan­der. Er will Hass auf andere und Dom­i­nanz ĂŒber andere.
Solange es Ras­sis­mus gibt in unser­er Gesellschaft, in unserem Umfeld, in unser­er Nach­barschaft, vor allem aber in unseren eige­nen Ein­stel­lun­gen, Vorurteilen, Denkmustern, kön­nen wir uns nicht teil­nahm­s­los ver­hal­ten. Son­dern wir entschei­den uns – jeden Tag, bewusst oder unbe­wusst, in unserem Han­deln wie in unserem Nichthandeln –, wo wir ste­hen, auf welch­er Seite wir stehen.
„Your silence will not pro­tect you“, schrieb die amerikanis­che Aktivistin und Autorin Audre Lorde. Dein Schweigen wird dich nicht schĂŒtzen. Nein, es reicht nicht aus, „kein Ras­sist“ zu sein. Wir mĂŒssen Anti­ras­sis­ten sein!

Die Gruppe SOS Ras­sis­mus Barn­im doku­men­tiert ras­sis­tis­che Vor­fĂ€lle im Barn­im und will damit zu ein­er gesellschaftlichen Sicht­barkeit von Ras­sis­mus beitra­gen. Welch­er Vor­fall als ras­sis­tis­ch­er Über­griff gilt, wird definiert durch die jew­eilige Per­son, die davon betrof­fen ist. Wir sehen eine Unmöglichkeit darin, einen von uns oder Anderen definierten Rah­men von ras­sis­tis­chen Über­grif­f­en zu set­zen. Dies wĂŒrde zur Unsicht­bar­ma­chung von Diskri­m­inierun­gen fĂŒhren und damit dem Ras­sis­mus Vorschub leisten.
Wir wis­sen, dass durch diese Doku­men­ta­tion nur ein Bruchteil der alltĂ€glichen, ras­sis­tis­chen Über­griffe und Benachteili­gun­gen aufgezeigt wer­den kann. Diese Chronik ist unvoll­stĂ€ndig, da wir nur die FĂ€lle doku­men­tieren kön­nen, die uns bekan­nt wur­den. Die Dunkelz­if­fer liegt weitaus höher. Ras­sis­mus ist ein Bestandteil recht­sex­tremer Ide­olo­gie, kommt aber auch ohne diese aus. Nicht jede*r Rassist*in ist recht­sex­trem, aber jede*r Recht­sex­treme ist ras­sis­tisch. Auf­grund dieser Ver­flech­tung haben wir uns dafĂŒr entsch­ieden, auch rechte bzw. recht­sex­treme Vor­fĂ€lle in die Chronik aufzunehmen.
Insti­tu­tioneller / struk­turell bed­ingter Ras­sis­mus wird meist reflexar­tig rel­a­tiviert oder gĂ€n­zlich geleugnet. Wenn Men­schen in Insti­tu­tio­nen, die der All­ge­mein­heit dienen und die WĂŒrde aller Men­schen schĂŒtzen soll­ten, indi­rekt oder direkt diskri­m­inieren und notwendi­ge VerĂ€n­derun­gen bestreiten/behindern, leis­ten sie keinen Beitrag zur Über­win­dung von Ras­sis­mus. Dann sind sie nicht Teil der Lösung, son­dern Teil des Prob­lems und brauchen demokratis­che VerĂ€nderungen.
Weit­ere Infor­ma­tio­nen und Chroniken vorheriger Jahre, z.B. die Chronik von 2019 find­en sich hier.






Quelle: Inforiot.de