Januar 18, 2021
Von Indymedia
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Die Schreibenden (4StĂŒck an der Zahl) arbeiten alle im Gesundheitssektor. 1x Ärzt_in fĂŒr Innere Medizin, 1x Intensivpfleger_in, 1x Onkologiepfleger_in, 1x NotfallsanitĂ€ter_in. Alle sind auf die eine oder andere Art tĂ€glich mit den Auswirkungen von Covid19 konfrontiert. Zu bagatellisieren ist nicht unser Ziel. Covid19 stellt uns alle vor immense Herausforderungen und die Entscheidungen, denen manche von uns fast tĂ€glich ausgesetzt sind, hĂ€tten wir uns nie gewĂŒnscht treffen zu mĂŒssen.

Aber trotzdem fragen wir uns wie es sein kann, dass sich die politischen Koordinaten in derart kurzer Zeit so gravierend verschoben haben, dass antiautoritĂ€re und linksradikale Gruppen, Strukturen und Einzelpersonen in kompletter Ignoranz der sozialen VerhĂ€ltnisse in diesem Land Forderungen nach dem staatlichem Totalzugriff aufstellen. Statt den Diskurs des medizinischen Totalitarismus aktiv zu bekĂ€mpfen, wird die „solidarische“ GefĂ€ngnisgesellschaft gefordert. Der biopolitisch legitimierte Angriff, angst-gerechtfertigt als lebensschĂŒtzender Absolutheitsanspruch, umgesetzt vom Staat samt polizeilichen Sondervollmachten wird nicht nur stillschweigend hingenommen, sondern noch proaktiv gefordert. Es geht den linksradikalen Akteuren nicht mehr um eine Dialektik der Befreiung, stattdessen setzen sie im kompletter Unkenntnis der Funktionsweise von moderner Herrschaft eine Dialektik der Repression in Kraft. Wir sind entsetzt darĂŒber und können es nicht verstehen, wie das Gerede vom Totalshutdown ernsthaft geglaubt werden kann, ohne wissen zu wollen, dass die europaweite Umsetzung weite Teile der unteren europĂ€ischen Gesellschaftsschichten einer bis dato nie dagewesenen Repression aussetzen wird. Glaubt etwa allen ernstes jemand, dass große Teile der „gefĂ€hrlichen Klassen“ sich freiwillig einsperren lassen?

Jede_r von uns arbeitet bei einem öffentlichen kommunalen TrĂ€ger in einer deutschen Großstadt. Wir haben tĂ€glich mit Harzern, Gefangenen, Junkies, Obdachlosen, GeflĂŒchteten, Sexarbeiter_innen, kaputtgemachten Arbeitern, vereinsamten Alten zu tun. Wie können selbsternannte Linksradikale nur so unglaublich borniert sein und ihre eigene bĂŒrgerliche Herkunft, welche es ihnen erlaubt eine so absurde Forderung zu stellen, vergessen machen wollen? Seit wann grassiert in widerstĂ€ndigen Kreisen eine so krass ausgeprĂ€gte theoretische Schnappatmung, ein so himmelschreiender Sozialchauvinismus, welcher unsĂ€gliches Elend und Leid fĂŒr die Subalternen nonchalant billigend in Kauf nimmt mit der Forderung, den Laden einfach mal so 5 Wochen dicht zu machen? Seit wann sind linke und kritische Menschen so umnachtet, dass sie ihre eigenen hohlen Phrasen eines „solidarischen“ Umganges fĂŒr voll nehmen?

 

Der medizinische Totalitarismus

 

Gesundheit als Gut unterliegt gesellschaftlicher Übereinkunft, ist also relativ. Sowohl die Verteilung dieses Gutes, als auch die VerfĂŒgbarkeit unterliegen wie alles andere auch direkt und indirekt der sozialen Frage. Gesundheit ist kein a-politischer oder ĂŒberpolitischer Begriff, sondern hĂ€ngt vorallem davon ab, wer was bei wem als „gesund“ definiert. Sprecher_innenposition und Dispositiv sind hierbei entscheidend. Gesundheit ist Körper: unsere Körper sind sowohl Zugriffsobjekt biopolitischer Regulation, staatlich-autoritĂ€ren Begehrens, Ort unserer eigenen Subjektwerdung, als auch Feld und Gegenstand des Kampfes dagegen in einem. Die Frauenbewegung, Hurenbewegung, KrĂŒppelbewegung kann ein Lied davon singen. Im Spannungsfeld Migration wird Gesundheit Instrument sozialhygienischer Vorstellungen von Volk und Nation, von Raum und Rasse. Das Andere ist immer das Artfremde, das Krankhaft-Schadhafte. Gesundheit ist das, was der Kapitalismus sowohl als Ware hervorbringt, wie als Ressource vernutzt. Gesundheit kann ohne seinen Gegenpart, der Krankheit nicht sein. Der gesunde Körper ist derjenige, welcher seinen Wert ĂŒber den Grad seines Vernutzungspotentials bemessen bekommt.

Gesundheit als Norm kann niemals erreicht werden. Wer sie hat, muss alles tun, um sie zu erhalten (Spoiler: es wird nicht gelingen, schließlich altert jeder Körper). Es kann niemals genug fĂŒr Gesundheit als abstrakten Wert getan werden, Ă€hnlich dem infantilen Begehren nach ewiger Jugend. Ja heißt ja und nein heißt ja. So wie der abstrakte Sicherheitsdiskurs immer nur mehr Überwachung legitimiert, da es keine absolute Sicherheit geben kann (Leben heißt Risiko), legitimiert der Ruf nach Gesundheit nur den biopolitischen Totalzugriff auf Körper. Gestorben wird hier nicht, auch wenn das bedeutet, dass im Namen des Schutzes von Gesundheit der soziale Tod eines jeden Einzelnen in Kauf genommen wird.

Gesundheit darf aus unserer Sicht niemals den Bereich politischen Handelns definieren. Die Bereiche, in denen das bereits geschehen ist, gehören zu den finstersten Kapiteln der Geschichte. Der angstgetriebene Diskurs um zu erhaltende Gesundheit muss mit allen zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln bekĂ€mpft werden. Gesundheit muss als politischer Begriff von unten partikular bestimmt werden, die Machtfrage muss gestellt werden. Es sind nĂ€mlich „wir“ als Gesundheitsarbeiter_innen und Expert_innen, welche fĂŒr euch definieren werden, was Gesundheit bedeutet, es sind wir die Weißkittel, welche fĂŒr euch bestimmen werden, was wir fĂŒr eure Gesundheit fĂŒr richtig halten und was wir denken das ihr tun mĂŒsst. Mit dem entgrenzten virologisch-medizinischen Wissen kommt keine Demokratisierung, sondern die Herrschaft der Experten, welche mit der Forderung nach abstrakter Gesundheit jeden einzelnen im Namen des „Guten“ zurichten und wortwörtlich endlos regulieren werden.

Im Namen der abstrakten Gesundheit einen Totalshutdown zu fordern, kommt unserer Meinung nach einer SelbstermĂ€chtigung medizinischer Expertenkreise gleich. Wir können das Thema hier nur skizzenhaft umreißen und an anderen Stellen ist schon viel mehr und Besseres dazu geschrieben worden. Es sei aber noch einmal angemerkt, dass das Reden vom Erhalt der Gesundheit jenseits der oben nur angedeuteten segmentĂ€ren Ebenen von Gesellschaft strukturelle Ähnlichkeiten dem Diskurs vom „Kampf gegen den Terror“ hat; Es ist ein leerer Signifikant, welcher sowohl als erste wie als letzte BegrĂŒndung fĂŒr autoritĂ€res Handeln funktioniert und den mit Sicherheit nicht „wir“ als AntiautoritĂ€re fĂŒllen können. Wir können ĂŒber die Blindheit alternativer und links(radikaler) Kreise, welche mit #ZeroCovid das Lied des medizinischen Totalitarismus anstimmen nur unglĂ€ubig den Kopf schĂŒtteln.

Dialektik der Repression/ repressive Dialektik

 

Staatliche Macht tendiert dazu, sich unbegrenzt auszudehnen. Es gibt keine ihr inhĂ€renten Grenzen. Macht wird nur von Gegenmacht begrenzt. Die Entwicklung der Repressiv-KrĂ€fte schreitet ohne unseren Einfluss voran, was heute technisch möglich ist, ist morgen selbstverstĂ€ndliches Behördenhandeln. In Zeiten ohne Ausnahmezustand stellen „wir“ als Zivilgesellschaft im weitesten Sinne das Korrektiv zum staatlichen Machtanspruch. Ohne langes und zĂ€hes KĂ€mpfen in den SchĂŒtzengrĂ€ben der Zivilgesellschaft wĂ€re Vergewaltigung in der Ehe noch straffrei (um nur ein Beispiel zu nennen).

Seid Jahren stehen wir unter Dauerbeschuss des technologischen Angriffes, seid Jahren werden polizeiliche Kompetenzen ausgeweitet, Polizeigesetze novelliert, wird die rechtliche Rahmensetzung von medialer Hysterie begleitet. Was sich im Juni 2020 in Stuttgart ereignet hat nimmt sich wie ein laues LĂŒftchen aus verglichen mit den KĂ€mpfen um die Mainzer Straße 1990. Jeder Widerstand gegen die Polizei kommt von der Bedeutung einem Angriff auf die StaatsrĂ€son gleich (im Gegensatz zu uns haben SIE ihre Reihen geschlossen).

Jetzt haben wir den Ausnahmezustand. Beispielloses Aushebeln bĂŒrgerlicher Freiheiten und Persönlichkeitsrechte; jede Woche wird weiter diskutiert, welche EinschrĂ€nkungen noch stĂ€rker vorgenommen werden. Nicht nur Schweigen viel zu viele von uns aufgrund der schieren Geschwindigkeit des autoritĂ€ren Staatsumbaus, mit #ZeroCovid fordert der sich selbst als „linksradikal“ bezeichnende Teil der Zivilgesellschaft auf einmal 100%ige Zuspitzung desselben. Wir fassen uns wirklich an den Kopf und fragen uns, wo die politische Analyse geblieben ist bzw. ob jemals ĂŒberhaupt eine vorhanden war. Dass es eine Diskrepanz zwischen Sein und Schein gibt, daran haben wir uns schon gewöhnt, aber dass Gruppen wie die Interventionistische Linke und FAU Forderungen supporten, bei denen ein Franz-Josef Strauß Pipi inne Augen und Hose bekĂ€me, lĂ€sst uns den Mund offen stehen unter unseren FFP Masken. Als Feigenblatt der autoritĂ€ren Staatstransformation liefern sie dem Extremismus der Mitte nicht nur ein absolutes Deus Ex Machina, sondern große Teile der widerstĂ€ndigen Zivilgesellschaft auf dem Silbertablett gleich mit. Ihre Forderung nach der staatlich verordneten und durchgesetzten Totaleinsperrung kann nur, da sie nicht freiwillig geschehen wird, mit staatlichen Sondervollmachten geschehen, welche, einmal etabliert und erprobt den Maßstab politischer Freiheiten dauerhaft aushöhlen werden. Ein Staat, welcher seinen BĂŒrgern sĂ€mtliche Freiheitsrechte verwehren kann, nimmt sie dauerhaft, selbst wenn er sie gĂŒtigerweise irgendwann wieder zugestehen sollte. Eine friedliche Transformation der Gesellschaft, welche besagte Akteure nach eigenem Verlautbaren anstreben, wird so auf Dauer verunmöglicht. Darin besteht die Dialektik der Repression und es ist ein schrecklich bitterer Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet die gesellschaftliche Linke es war, welche sich ihr eigenes Grab geschaufelt haben wird.

Selbst, wenn wir annehmen sollten (was wir nicht tun, aber in dubio pro reo), dass #ZeroCovid ernsthaft glaubt, der Totalshutdown wĂ€re „solidarisch“ umsetzbar: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gelingt? Mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass sich in #ZeroCovid wieder einmal ein sehr deutsches Begehren nach Recht und Ordnung ausdrĂŒckt und vermeintliche radikale Kritiker_innen als Affirmanten des paternalistischen Staates auftreten: Die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse sind schlicht nicht so, dass ein Vermögenstransfer, welcher die sozialstaatliche Vollversorgung garantieren soll (erst „nach hause“ geprĂŒgelt, dann kommt der Sozialarbeiter in SchutzausrĂŒstung und verteilt Care-Pakete), erkĂ€mpfbar wĂ€re, das Gegenteil ist der Fall. Ist denn den Akteuren nicht klar, dass sie Forderungen stellen, welche, ohne die realen KrĂ€fteverhĂ€ltnisse zu ihrer Umsetzung zur VerfĂŒgung zu haben (wie denn auch? #stayathome wird’s nicht richten), sie im besten Falle eine nur erbĂ€rmlich zu nennende Bittsteller_innenposition innehaben? Hat der moralinsaure Diskurs, gegen „Schwurbler und die Nazis von Querdenken“ zu sein, die Analyse von Gesellschaft als Produkt von permanent stattfindenden KlassenkĂ€mpfen verschleiert? Wird allen ernstes angenommen, etwas fordern zu können? Aus welcher Position heraus, #ZeroCovid und welche Armee? Im Gegensatz zu uns hat die Kapitalfraktion ein sehr hohes Bewusstsein von KlassenkĂ€mpfen und ihrer eigenen Stellung in diesen. Warum sollten sie (und das mĂŒssten sie) den Forderungen von #ZeroCovid zustimmen? Weil sie moralisch ĂŒberzeugt worden sind? Kommt nach dem „guten König“ jetzt der „gute Superreiche“? Zu glauben, dass ein „solidarischer“ Lockdown ĂŒberhaupt möglich wĂ€re, ist im besten Falle unserer Meinung nach gefĂ€hrlich naiv, im schlimmsten Falle reaktionĂ€r, lassen sich doch dank #ZeroCovid die feuchtesten TrĂ€ume sĂ€mtlicher autoritĂ€ren Charaktere rechtfertigen.

Wir können nicht anders, als allen Verrat und Versagen vorzuwerfen, welche sich mit #ZeroCovid gemein machen. #ZeroCovid ist nicht die Antwort, sondern erwĂ€chst sich als unser schlimmster Alptraum. Dass ausgerechnet ein Teil unserer Genoss_innen diesen Alptraum ohne Zögern promoted, stĂ¶ĂŸt uns nur weiter von diesen Teilen linker Segmente ab. Wir rufen jede und jeden einzelnen, der oder die diese Zeilen hier liest dazu auf, die SolidaritĂ€t mit #ZeroCovid und allen, welche sich mit ihnen gemein machen, aufzukĂŒndigen und sie als das zu benennen, was sie in unseren Augen sind: autoritĂ€re politische KrĂ€fte, welche vermeintlich in unserem Namen sprechen, unsere Worte und Sprache benutzen, aber nur eines sind: unsere Feinde.

 

Vom DĂŒrfen und Können.

An dieser Stelle sind ein paar weitere Worte zu uns, den Schreibenden angebracht: Wir gelten, wie das so schön gesagt wird, als systemrelevant. Wir sind in diesem Leben nicht von dem Fluch der Arbeitslosigkeit betroffen, werden in diesen ĂŒberalterten Gesellschaften nicht zum Surplusproletariat gezĂ€hlt. Keine Maschine wird uns zu unserer Lebenszeit ersetzen können, wir sind also von den Verwerfungen der Automatisierung und Zwangsdigitalisierung so nicht betroffen. Unsere Arbeit ist (zum grĂ¶ĂŸeren oder kleineren Teil) körperlich, egal wie hart der Shutdown wird, wir sind nicht gefĂ€hrdet. Unsere Patienten schon. TĂ€glich mit dem Ausschuss dieser Gesellschaft konfrontiert zu sein bei dem Anspruch, EgalitĂ€t, Staatsferne und antiautoritĂ€re Umgangsweisen umzusetzen ist nicht leicht. Was nicht heißt, dass wir alle unsere unterschiedlichen Arbeiten nicht als explizit politisch begreifen. Leider sind wir damit auf weiter Flur alleine, zeichnen sich Ärzte und PflegekrĂ€fte unserer Erfahrung nach leider durch einen ĂŒberproportional hohen Anteil an statusbewussten Menschenfeinden aus.

Aus dem politischen Anspruch an unsere Arbeit erwĂ€chst eine zentrale Sache: Der Schutz unserer Patienten gegenĂŒber anderen Pfleger_innen und Ärzten, gegenĂŒber dem Krankenhaus als Institution, gegenĂŒber der Polizei, Behörden, Gerichten, Schließern, teilweise ihren Angehörigen. Diese Schutzfunktion ist eine permanente Gratwanderung zwischen Paternalismus, Autonomie, unserer jeweiligen fachlichen Kompetenz und der damit einhergehenden Wissenshierarchie und dem Willen des Patienten. Im Namen von abstrakter Gesundheit „Leben“ zu schĂŒtzen ist fĂŒr uns undenkbar, schließlich sind wir alle hĂ€ufig mit dem Wunsch nach Sterben konfrontiert. Der Wunsch zu Sterben ist selten primĂ€r, er ist fast immer ein Nicht-Leben-Wollen-um-jeden-Preis. Das heißt, dass jede_r von uns sich damit auseinandersetzen muss, dass Patienten fĂŒr sich Entscheidungen treffen, von denen wir wissen, dass sie spĂ€ter oder frĂŒher (meist frĂŒher) mit dem Tod des Patienten einher gehen. Und das ist nicht nur in Ordnung, sondern alternativlos. So wie wir zwischen der Erde unter unseren FĂŒĂŸen und dem Himmel ĂŒber unseren Köpfen kein anderes transzendentes System akzeptieren (sei es Gott, der Staat, der Kapitalismus, o.Ă€.), so undenkbar ist es fĂŒr uns eine Kampagne zu unterstĂŒtzen, welche von ihren inhĂ€renten Prinzipien zutiefst dem zuwider lĂ€uft, was wir tĂ€glich jede_r von uns in seinem Bereich versuchen als gelebte anarchistische Ethik umzusetzen.

Und das sei hier explizit als Kampfansage an #ZeroCovid verstanden: wir werden unseren Überzeugungen gemĂ€ĂŸ alles tun, um uns und unsere Patienten gegen euren Angriff auf uns und die Prinzipien, welche wir fĂŒr richtig halten, zu schĂŒtzen. Aus tiefster Überzeugung kĂŒndigen die Schreibenden ihre SolidaritĂ€t mit euch auf. Ihr entspricht dem, was wir, als explizit im Gesundheits(un)wesen TĂ€tige, zutiefst verachten. Uns ist nicht entgangen, wie viele Pflegende und Ärzte unterschrieben haben bei euch. Wir können uns wiederholen, was wir an anderer Stelle bereits geschrieben haben: aus dem deutschen Gesundheitswesen erwachsen uns nur BlĂŒten der Reaktion. Gesundheitsarbeitenden, welche sich mit #ZeroCovid verbĂŒnden, unterstellen wir, ihr autoritĂ€res Begehren auszuleben, welches sie auch bei uns als unsere Kolleg_innen tagtĂ€glich hundertfach zeigen.

Diese Zeilen sind ungenĂŒgend, sind Produkt einer SelbstverstĂ€ndigung unter Kolleg_innen, Freund_innen, Genoss_innen. Wir sind keine akademischen Sozialwissenschaftler_innen, haben aber wohl das eine oder andere Buch gelesen, wobei es aber nicht darum geht. Viele Themen konnten wir leider nur verkĂŒrzt anschneiden. Wir hoffen, mit diesen Zeilen zu einer Positionierung innerhalb der sich als linksradikal und antiautoritĂ€r verstehenden Menschen beizutragen. Mit diesem Text wollen wir spalten, ja. Nicht als Selbstzweck; wir hoffen, dass deutlich geworden ist, dass wir entsetzt sind darĂŒber, wer auf einmal mit den Wölfen heult, vor allem jene, von welchen wir es als letztes gedacht hĂ€tten. Die Kritik an dem Monstrum, welches sich #ZeroCovid nennt, ist damit auf keinen Fall erschöpft, im Gegenteil. Wir fangen grade erst an, wir mĂŒssen diesen Behemoth um jeden Preis stoppen! Wir sind nur wenige, aber werden tun, was wir können. Der Kampf, welchen wir tĂ€glich gegen Covid19 fĂŒhren ist der gleiche, welchen wir gegen #ZeroCovid und jegliche Form des staatlich-kapitalistischen autoritĂ€ren Angriffes fĂŒhren. Es gĂ€be an dieser Stelle noch sehr viel zu schreiben und zu sagen, aber mehr schaffen wir heute nicht. Als letztes wollen wir allerdings noch klarstellen, dass wir mit den drecks Faschisten von Querdenken nichts zu tun haben.

Armore Anarchia Autonomia




Quelle: De.indymedia.org