November 9, 2021
Von FAU Flensburg
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Diese Woche treffen sich die großen Pharmaunternehmen und Wissenschaftler_innen in Berlin, um sich ĂŒber mRNA-Technologie auszutauschen. Dabei wird den Menschenrechten leider kein Platz auf dem Podium eingerĂ€umt.

Pharmaunternehmen wie BioNTech und Moderna haben es in der Hand, hunderte Millionen Menschen weltweit vor der weiterhin grassierenden COVID-19-Pandemie zu schĂŒtzen, gerade in Ă€rmeren LĂ€ndern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von zehntausenden “absolut vermeidbaren” TodesfĂ€llen tĂ€glich – wĂ€ren nur die vorhandenen Impfstoffe fair verteilt. Doch die Konzerne konzentrieren sich darauf, ihre Aktienkurse zu maximieren, statt die Zahl der COVID-19-Toten zu minimieren. Laut WHO sind seit Ausbruch der Pandemie im FrĂŒhjahr 2020 mehr als fĂŒnf Millionen Menschen an COVID-19 gestorben – die Dunkelziffer liegt sicher deutlich höher.

Viele dieser Leben hĂ€tten gerettet werden können, hĂ€tten reichere Staaten nicht die verfĂŒgbaren Impfdosen gehortet und hĂ€tten Vakzin-Hersteller ihre Technologien und Patente mindestens vorĂŒbergehend freigegeben, statt den Ausbau der globalen Impfstoffproduktion zu blockieren. Inzwischen sind hierzulande 66 Prozent der Bevölkerung geimpft, in LĂ€ndern mit niedrigen Einkommen lediglich zwei Prozent. Diese eklatante Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen ist ein Skandal – und eine Verletzung von Menschenrechten im großen Ausmaß.

Pharmaunternehmen mĂŒssen ihrer Verantwortung fĂŒr die Menschenrechte endlich gerecht werden. Auch sie dĂŒrfen nicht zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. Doch genau das tun die fĂŒhrenden Impfstoffhersteller, wenn sie ihre mRNA-Vakzine fast ausschließlich an die meistbietenden LĂ€nder, mit höheren Einkommen, verkaufen und bislang weniger als 1 Prozent an LĂ€nder mit niedrigen Einkommen geliefert haben. 2021 verkauften BioNTech/Pfizer 12-mal so viele Dosen an die EU (600 Millionen) wie an die Afrikanische Union (50 Millionen), obwohl letztere knapp dreimal so viele Einwohnende hat.

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Quelle: Fau-fl.org