Dezember 13, 2021
Von InfoRiot
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Tötungsdelikt in Senzig

Corona-Proteste in Königs Wusterhausen angekĂŒndigt

Aktualisiert: 13.12.2021, 12:57

| Lesedauer: 3 Minuten

Familiendrama von Senzig: GefÀlschtes Impfzertifikat mögliches Motiv

Familiendrama von Senzig: GefÀlschtes Impfzertifikat mögliches Motiv

Ein gefĂ€lschtes Impfzertifikat und Angst vor Verhaftung waren offenbar die Motive fĂŒr das Familiendrama im brandenburgischen Königs Wusterhausen. In einem Abschiedsbrief gab der 40-jĂ€hrige Familienvater an, dass er und seine Frau Angst vor einem Verlust ihrer drei Kinder gehabt hĂ€tten.

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Nach dem Tötungsdelikt in Senzig rufen “Querdenker” fĂŒr Montag in Königs Wusterhausen zu einer Demonstration auf.

Königs Wusterhausen. Zehn Tage nach der Bluttat von Senzig wollen Corona-Leugner am Montag auch in Königs Wusterhausen demonstrieren. Auf Telegram kursiert ein Aufruf, sich um 18.30 Uhr auf dem Kirchplatz zu versammeln. „Kommt alle – es wird toll!“, heißt es in der „Freiheitsgruppe Königs Wusterhausen“.

In einer Gruppe mit demselben Namen soll auch Devid R. Mitglied gewesen sein. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte er seine drei Kinder (zehn, acht und vier Jahre) und seine Ehefrau (40) erschossen, ihre Leichen wurden am 4. Dezember im Haus der Familie im Stadtteil Senzig gefunden. Anschließend tötete der 40-JĂ€hrige sich selbst.

In seinem Abschiedsbrief soll R. laut Cottbusser Staatsanwaltschaft angegeben haben, Angst vor einer Zwangsimpfung seiner Kinder und seiner eigenen Verhaftung gehabt zu haben, weil er fĂŒr seine Frau ein Impfzertifikat fĂ€lschen ließ. Das soll ihrem Arbeitgeber, der Technischen Hochschule Wildau, aufgefallen sein. Mehreren Medienberichten zufolge war R. auch Mitglied der Kleinpartei „Die Basis“, die als politischer Arm der Querdenker-Szene gilt.

Corona-Leugner: Sicherheitsbehörden warnen vor Gewaltbereitschaft

Laut eines „RBB“-Berichts soll er bereits im Juli in die Telegram-Gruppe geschrieben haben: „Ich bin bereit mich mit allem, was ich aufzubieten habe, zu wehren und bin brennender UnterstĂŒtzer derjenigen, die gerade fĂŒr Frieden, Freiheit und Grundrechte ganz vorne kĂ€mpfen.“ Die Gruppe scheint mittlerweile nicht mehr zu existieren. Der Aufruf zur Demonstration am Montag wurde in einer Gruppe mit dem selben Namen veröffentlicht, die am 8. Dezember gegrĂŒndet wurde.



Die Sicherheitsbehörden warnen bundesweit vor einer erhöhten Gewaltbereitschaft aus dem Querdenker- und Impfgegner-Milieu. Immer wieder gibt es Berichte von Übergriffen – auch aus Berlin. So soll ein Masken-Verweigerer einen Mann krankenhausreif geschlagen haben, der ihn zuvor aufforderte, in der Tram eine Maske zu tragen. In den entsprechenden Gruppen vor allem auf Telegram bleiben VorfĂ€lle dieser Art meist unerwĂ€hnt oder werden als „Notwehr“ umgedeutet – so auch teilweise im Mordfall von Senzig.

Woidke warnt vor Drohungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen

Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) warnte vor einer Radikalisierung bei den Protesten gegen Corona-Maßnahmen. „Es ist legitim, Kritik an staatlichen Maßnahmen zu Ă€ußern“, sagte er am Montag in einer Sondersitzung des Landtags in Potsdam. Es werde aber eine Grenze ĂŒberschritten, wenn Gemeindevertreter, Stadtverordnete, BĂŒrgermeister, LandrĂ€te und Landespolitiker persönlich bedroht wĂŒrden. Konkrete FĂ€lle nannte Woidke zunĂ€chst nicht, verwies aber auf eine Demonstration.

„Dahinter stehen die altbekannten Feinde der Demokratie – in Cottbus sehr gut zu besichtigen am Wochenende“, sagte der Regierungschef. Damit bezog sich Woidke auf eine Demonstration gegen Corona-BeschrĂ€nkungen und eine Impfpflicht am Samstag, die nach Polizeiangaben der Cottbuser AfD-Chef Jean-Pascal Hohm angemeldet hatte. Zu der Demo kamen laut Polizei mehr als 3000 Menschen. Sie sei ohne Störungen verlaufen.

In Brandenburg machen Gegner der Corona-Maßnahmen bereits lĂ€nger mobil. Auch die Brandenburger Polizei verzeichnete zuletzt eine deutliche Zunahme vor allem im SĂŒden des Landes. Auch die Aufrufe fĂŒr Königs Wusterhausen am Montag seien „bekannt“, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst auf Anfrage. Man werde der Lage „mit angepassten Einsatzmaßnahmen“ begegnen.

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Quelle: Inforiot.de