Februar 12, 2021
Von InfoRiot
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Die Einheit positioniert sich zur Corona-Politik und bricht das NeutralitĂ€tsgebot. WehrfĂŒhrer ist ein in der „Querdenken“-Szene bekannter AfD-Abgeordneter. 


Im Gefahrenbereich. Das Gros der Arbeit von Feuerwehrleuten bilden RettungsdiensteinsÀtze.Foto: imago images/Marius Schwarz

Laut alter sorbischer Tradition soll das „Zampern“ den Winter vertreiben und den FrĂŒhling willkommen heißen. Dass dieser Februar 2021 der Lausitz einen besonders strengen Wintereinbruch beschert, dĂŒrfte jedoch nicht nur an der Corona-bedingten Absage des alljĂ€hrlichen „Zampern“-Umzugs im Vorfeld der Fastnachtszeit liegen, sondern vor allem meteorologische GrĂŒnde haben.

Die Freiwillige Feuerwehr Kiekebusch, einem Ortsteil von Cottbus, nahm die Absage der jĂ€hrlichen Lausitzer Tradition zum Anlass, um ihren Unmut ĂŒber die aktuellen Pandemie-Maßnahmen der Regierenden kund zu tun. Auf ihrer Facebook-Seite posteten die RettungskrĂ€fte einen Flyer, der die aktuellen Corona-Maßnahmen kritisiert.

Der Beitrag ist betitelt mit dem Satz „Heute wĂ€re unsere Fastnacht gewesen, doch aufgrund der unsinnigen Zwangsmaßnahmen fĂ€llt diese leider aus.“ Der Flyer selbst zweifelt die Gefahr des Coronavirus an und vergleicht die Krankheit unterschwellig mit einer Grippe: „Jedes Jahr zur besten Grippezeit gingen unsere Zamperracken von Haus zu Haus. Doch dieses Jahr gibt es offiziell keine Grippe mehr und somit dĂŒrfen wir euch auch nicht besuchen.“ Das Faltblatt endet mit der Aufforderung, sich „bei der nĂ€chsten Bundestagswahl (..) dafĂŒr recht herzlich zu bedanken.“

Wer den Handzettel verfasst hat, ist unklar. Mittlerweile ist die Seite der Feuerwehr Kiekebusch und der entsprechende Beitrag online nicht mehr zu erreichen. Zuvor hatte es scharfe Kritik von der Stadt Cottbus sowie der Leitung der Feuerwehr an dem Facebook-Post gegeben.

Die Feuerwehr Kiekebusch werde aufgefordert sich „politisch neutral“ zu verhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. Jede BĂŒrgerin und jeder BĂŒrger mĂŒsse darauf vertrauen können, dass ihr oder ihm ohne Ansehen der Person oder der politischen Position in einer Notlage geholfen werde, teilte die Stadt in dem Statement mit.

WehrfĂŒhrer ist mit „Querdenken“-Szene verbunden

WehrfĂŒhrer der Kiekebuscher Feuerwehr ist der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneter Lars Schieske, der an mehreren Demonstrationen der „Querdenken“- und Corona-Leugner-Szene unter anderem in Berlin teilnahm. Sein Cottbuser BĂŒrgerbĂŒro schmĂŒckt ein Plakat mit der Aufschrift „Hier sind auch Menschen ohne Maske willkommen.“

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Schieske pflegt nach Informationen des Tagesspiegels enge Kontakte zum rechtsextremen Verein „Zukunft Heimat“. In einem Instagram-Post von 2019 bezeichnet er die Nationalsozialisten als „Linke“. Auf Anfrage war Schieske fĂŒr den Tagesspiegel nicht zu erreichen.

Bereits 2018 hatte es in Cottbus einen Vorfall mit einer zweifelhaften Aussage eines Feuerwehrmannes im Dienst gegeben. Am Rande einer rechten Demonstration von „Zukunft Heimat“ hatte dieser ĂŒber den Lautsprecher eines Feuerwehrwagens die „Patrioten in Cottbus“ gegrĂŒĂŸt. Nach Informationen des Tagesspiegels handelte es sich auch 2018 um Lars Schieske. Gegen den Politiker wurde damals ein Disziplinarverfahren eröffnet.

FĂŒr den Pressesprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann, ist die fehlende politische NeutralitĂ€t in beiden FĂ€llen kein Anzeichen fĂŒr ein allgemeines Problem bei der Feuerwehr in der Lausitz. Vielmehr sei die Feuerwehr Ă€hnlich der Polizei ein Spiegelbild der Gesellschaft. „EinzelfĂ€lle könne man nicht verhindern“, so Gloßmann gegenĂŒber dem Tagesspiegel.




Quelle: Inforiot.de