September 22, 2021
Von FAU Flensburg
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Vakzin-Hersteller wie Pfizer, BioNTech und Moderna haben maßgeblich den fairen weltweiten Zugang zu lebensrettenden Impfungen behindert. In einem neuen Bericht dokumentiert Amnesty International, wie die Unternehmen Profite ĂŒber die Gesundheit von Millionen Menschen und die wirksame internationale BekĂ€mpfung der Pandemie gestellt haben.

Dank der schnellen Entwicklung effektiver COVID-19-Impfstoffe haben die EU, die USA und einige andere wohlhabende Staaten in diesem Sommer ihre Pandemie-Situation erheblich verbessern können: Die Inzidenzwerte fielen, Urlaube waren möglich, der öffentliche Lockdown quasi nicht mehr vorhanden. WĂ€hrend in Deutschland mehr als 60 Prozent der Bevölkerung vollstĂ€ndig geimpft sind, sind es in LĂ€ndern mit niedrigem Einkommen weniger als ein Prozent. Teile Afrikas, Asiens und Lateinamerikas stĂŒrzten erneut in die Krise: Die örtlichen Gesundheitssysteme drohten zusammenzubrechen, jede Woche starben Zehntausende Menschen. Viele dieser Leben hĂ€tten gerettet werden können, hĂ€tten reiche Staaten nicht die verfĂŒgbaren Impfdosen gehortet und hĂ€tten Vakzin-Hersteller ihre Technologien und Patente mindestens vorĂŒbergehend freigegeben, statt den Ausbau der globalen Impfstoffproduktion zu blockieren.

Anfang August sind 99 Prozent der bisherigen Lieferungen von BioNTech/Pfizer fĂŒr LĂ€nder mit hohem und gehobenem mittleren Einkommen bestimmt gewesen. Dasselbe gilt fĂŒr 83 Prozent des Auftragsvolumens 2021. Bei Moderna sieht es nicht viel besser aus. “Diese eklatante Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen ist ein Skandal”, sagt Annelen Micus, Expertin fĂŒr Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International in Deutschland. “Pfizer und BioNTech bekennen sich zwar zu den UN-Leitprinzipien fĂŒr Wirtschaft und Menschenrechte, die vor allem sagen: FĂŒge niemandem Schaden zu. Aber es sind bloße Lippenbekenntnisse. Sie mĂŒssten viel mehr tun, um Menschenleben weltweit zu retten.”

Die COVAX-Initiative, ein internationaler Verteilungsmechanismus, sollte bis Ende 2021 mehr als zwei Milliarden Impfstoffdosen unabhĂ€ngig vom Einkommensniveau der LĂ€nder ausliefern. Anfang August waren es erst 190 Millionen. “Die COVAX-Initiative ist ein wichtiges Werkzeug fĂŒr eine gerechte globale Impfstoffverteilung. Aber wenn Moderna nur 3,4 Prozent ihrer Produktion 2021 beisteuern und BioNTech/Pfizer acht Prozent fĂŒr 2022, ist dies viel zu wenig und viel zu spĂ€t. TĂ€glich sterben weiterhin unnötig Tausende Menschen, da sind diese BeitrĂ€ge nur ein Tropfen auf den heißen Stein; mindestens 50 Prozent der produzierten Impfstoffe sollten ab sofort an LĂ€nder mit niedrigerem Einkommen gehen”, fordert Micus.

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Quelle: Fau-fl.org