Juni 26, 2021
Von FAU Flensburg
259 ansichten


Ella, die als unbekannte Person 1 seit November wegen der Proteste im Dannenröder Wald in Untersuchungshaft sitzt, wurde heute wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung und tĂ€tlichem Angriff auf PolizeikrĂ€fte zu 27 Monaten Haft verurteilt. Ihr wurde vorgeworfen sich auf einem Baum in 15 Meter Höhe gegen das Herabziehen an ihren Beinen gewehrt zu haben. Durch die Baumbesetzung wollte sie gegen die gewaltsame RĂ€umung und Rodung des Waldes fĂŒr den Bau der Autobahn 49 protestieren.
WĂ€hrend des Verfahrens traten Polizeibeamte trotz Protests des Gerichts ohne

Namen und komplett vermummt zu ihren Zeugenaussagen auf. Trotz ihrer darĂŒber hinaus widersprĂŒchlichen Aussagen und entlastendem Videomaterial folgte das Amtsgericht Alsfeld weitgehend der Anklage, die drei Jahre Haft gefordert hatte. Dutzende BeweisantrĂ€ge der Verteidigung zur Entlastung von Ella wurden dagegen abgelehnt.

Ella sitzt bereits seit dem 26. November, also seit knapp einem halben Jahr in Untersuchungshaft in der JVA Frankfurt. Die ungewöhnlich lange Untersuchungshaft wurde mit einer Fluchtgefahr begrĂŒndet, da Ella sich weigert, ihre IdentitĂ€t preiszugeben.

Die Polizei ging bei der RĂ€umung des Dannenröder Walds Ende 2020 mit einem großen Personal- und Gewalteinsatz vor. Durch das Zerschneiden oder die Zerstörung von Sicherungsseilen verursachten Polizeibeamte gefĂ€hrliche AbstĂŒrze von Aktivist*innen aus großer Höhe, mit Schlagstöcken wurden Waldbesetzer*innen bewusstlos geschlagen und in 25 Metern Höhe Elektroschocker (Taser) gegen Menschen eingesetzt.

Anja Sommerfeld, Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V. ist schockiert vom harten Urteil und fordert die sofortige Freilassung von Ella bis zu einer Berufungsverhandlung: „Das Gericht verurteilte Ella ohne klare Beweislage und ignorierte Entlastendes. Zudem beugt die Justiz das Recht und versucht weiter mit einer faktischen Erzwingungshaft die Preisgabe ihrer IdentitĂ€t zu erpressen. Eine solche Beugehaft ist nicht vom Gesetz gedeckt“.

Mehr lesen (www.rote-hilfe.de)




Quelle: Fau-fl.org