September 25, 2021
Von Paradox-A
349 ansichten


Lesedauer: 2 Minuten

Und es wird noch mal spannend im Endspurt. Die Wahl meines inneren Parlaments ist noch nicht abgeschlossen. Ob etwas und wenn ja was am Ende gewĂ€hlt wurde, wird natĂŒrlich nicht verraten, denn ich möchte ja nicht per unausgesprochenem Mehrheitsbeschluss vollstĂ€ndig aus der anarchistischen Szene ausgeschlossen werden. Hey Leute, was soll denn das? Man kann nicht sagen, Wahlen Ă€ndern nichts und dann Menschen verurteilen, die wĂ€hlen, auch wenn sie annehmen, das es nichts Ă€ndert – denn in dem Fall wĂ€re ihre Wahl ja auch egal. Darum geht es eben nicht.

Warum sind die Wahlen so ein Aufreger – wĂ€hrend wir ja auch in vielerlei Hinsicht mit unserem Konsum, durch die Infrastrukturen, die wir nutzen, durch die Lohnarbeit, der sich zu entziehen auch ein Privileg darstellt usw., an den herrschenden VerhĂ€ltnissen partizipieren oder sie zumindest dulden? Bitte, bitte, keine Fundi-Kritik. Sie nĂ€hrt nur die Frustration und bringt uns in der Entfaltung unserer eigenen Inhalte und Praktiken nicht weiter, sondern verweist uns in die Position des Reagierens, anstatt das wir selbstbestimmte Akteur*innen werden!

Insgesamt geht es mir vor allem auch um die Teilnahme an einer mir fremden kollektiven Prozedur – fĂŒr die Menschen allerdings in frĂŒheren Zeiten und auch heute bisweilen vehement gekĂ€mpft haben. Teilnehmende Beobachtung wird das auch genannt. Vor allem möchte ich eben auch mal wo mitmachen statt im Anti-Reflex zu verharren. Solche Dinge wollte ich – in vertrĂ€glichen Dosen – zur Selbstinfragestellung, um nicht in den Gedanken zu verfallen, etwas Besseres zu sein, mal wieder machen: Zum Fußball gehen, durch das Großeinkaufszentrum flanieren, Tourist sein, programmierte Popmusik feiern, Tatort gucken, meinen eigenen Gartenzwerg aufstellen.

Meine letzte (nicht-reprĂ€sentative) Umfrage unter allem Persönlichkeitsanteilen – die nicht aus verschiedenen GrĂŒnden ohnehin fĂŒr diese Frage gemutet werden – hat fĂŒr die Zweitstimme ergeben:

29% Pragmatismus (= Die Linke)

24% ehrliche Nicht-WĂ€hler

17% Humor (Die Partei)

11% Eigeninteresse (= BĂŒndnis Grundeinkommen)

9% Wechselwunsch (Diem25)

6% Frust (Tierschutzpartei)

4% Neugier (Die Humanisten).

(Die Bergpartei* tritt in meinem Wahlkreis nicht an, sonst hÀtten sie sicherlich noch 1-2% aus SolidaritÀt erhalten
)

Was die aktuell grĂ¶ĂŸte Fraktion angeht, wĂ€ren an anderer Stelle noch viele Worte zu verlieren. Grob zusammengefasst, rein inhaltlich und vom Stil her betrachtet, teile ich die sozialdemokratische Auffassung eines Drittels der Linkspartei nicht und halte die Ansichten eines weiteren Drittels fĂŒr problematisch, weil sie irgendwelchen altkommunistischen Mythen anhĂ€ngen, fremdenfeindliche ZĂŒge tragen oder sonstwie krude sind. Dabei muss ich zugeben, dass ich die Wagenknechtschaft, in der sich signifikante Teile dieser Partei befinden damit fĂŒr den Moment schon hart ausblende. Mit den Leuten des letzten Drittels kann man reden und was machen und das geschieht ja auch. GrundsĂ€tzlich respektiere ich selbstverstĂ€ndlich alle Personen, die bestimmte Standpunkte vertreten und sich dafĂŒr einsetzen.

Nun dann: Schauen wir mal, was wird. Jedenfalls kann niemand sagen, ich hÀtte mich nicht informiert!




Quelle: Paradox-a.de