Mai 26, 2021
Von Antifra
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Gegen die Fein¬≠de der Eman¬≠zi¬≠pa¬≠ti¬≠on: Kund¬≠ge¬≠bung am Tag der Urteilsverk√ľndung

Am neun¬≠ten und letz¬≠ten Pro¬≠zess¬≠tag ver¬≠k√ľn¬≠det der Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de Rich¬≠ter Hans Schl√ľ¬≠ter-Staats das Urteil: Der Ange¬≠klag¬≠te Al‚ÄĎH. wird wegen Mor¬≠des in Tat¬≠ein¬≠heit mit ver¬≠such¬≠tem Mord und gef√§hr¬≠li¬≠cher K√∂r¬≠per¬≠ver¬≠let¬≠zung zu lebens¬≠lan¬≠ger Haft ver¬≠ur¬≠teilt. Das Gericht ord¬≠ne¬≠te au√üer¬≠dem eine anschlie¬≠√üen¬≠de Sicher¬≠heits¬≠ver¬≠wah¬≠rung an. Mit eini¬≠gen per¬≠s√∂n¬≠li¬≠chen und reli¬≠gi¬≠√∂s gepr√§g¬≠ten Wor¬≠ten schlie√üt der Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de die Urteils¬≠ver¬≠k√ľn¬≠dung ab.

Zur Urteils¬≠ver¬≠k√ľn¬≠dung an die¬≠sem Frei¬≠tag¬≠mor¬≠gen sind wesent¬≠lich mehr Pressevertreter:innen vor Ort als an den ande¬≠ren Ver¬≠hand¬≠lungs¬≠ta¬≠gen. Vor Beginn des Pro¬≠zes¬≠ses  wer¬≠den Live-Bil¬≠der f√ľr die Nach¬≠rich¬≠ten¬≠re¬≠dak¬≠tio¬≠nen auf¬≠ge¬≠nom¬≠men. Au√üer¬≠dem wird vor dem Gericht eine Kund¬≠ge¬≠bung unter dem Mot¬≠to ‚ÄěEman¬≠zi¬≠pa¬≠to¬≠risch gegen Isla¬≠mis¬≠mus und Queer¬≠feind¬≠lich¬≠keit!‚Äú abge¬≠hal¬≠ten, die durch die offe¬≠nen Fens¬≠ter bis in den Pres¬≠se¬≠raum dringt.

Besondere Schwere der Schuld

Nach¬≠dem der Ange¬≠klag¬≠te her¬≠ein¬≠ge¬≠f√ľhrt wur¬≠de und die Kame¬≠ra- und Foto¬≠le¬≠u¬≠te den vor¬≠de¬≠ren Bereich des Gerichts¬≠saals ver¬≠las¬≠sen haben, ver¬≠k√ľn¬≠det der Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de Rich¬≠ter das Urteil des Straf¬≠se¬≠nats: lebens¬≠l√§ng¬≠lich. Au√üer¬≠dem stellt der Senat die beson¬≠de¬≠re Schwe¬≠re der Schuld fest, so dass eine an die Haft¬≠zeit anschlie¬≠√üen¬≠de Sicher¬≠heits¬≠ver¬≠wah¬≠rung vor¬≠be¬≠hal¬≠ten blei¬≠ben kann. der Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de for¬≠dert den so Ver¬≠ur¬≠teil¬≠ten jedoch zun√§chst auf, dar¬≠√ľber nach¬≠zu¬≠den¬≠ken, wes¬≠halb es ‚Äď aus sei¬≠ner Sicht ‚Äď Got¬≠tes Wil¬≠le sei, dass er jetzt vor Gericht sit¬≠ze und das Urteil ent¬≠ge¬≠gen¬≠neh¬≠men m√ľs¬≠se. Der Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de beschreibt anschlie¬≠√üend noch ein¬≠mal die von Al‚ÄĎH. ver¬≠√ľb¬≠te Tat. Er habe einer¬≠seits die bei¬≠den M√§n¬≠ner, die er als gleich¬≠ge¬≠schlecht¬≠li¬≠ches Paar zu erken¬≠nen glaub¬≠te, f√ľr etwas mit dem Tod bestra¬≠fen wol¬≠len, was er als S√ľn¬≠de emp¬≠fin¬≠det. Ande¬≠rer¬≠seits sei es in sei¬≠nem Inners¬≠ten jedoch dar¬≠um gegan¬≠gen, aus reli¬≠gi√∂¬≠ser Ver¬≠blen¬≠dung eine Tat zu bege¬≠hen, um ‚Äěf√ľr sein selbst emp¬≠fun¬≠de¬≠nes s√ľn¬≠di¬≠ges Leben im Jen¬≠seits Kom¬≠pen¬≠sa¬≠ti¬≠on zu erlan¬≠gen‚Äú. Er habe sich ‚Äědurch das selbst gezim¬≠mer¬≠te Zerr¬≠bild Got¬≠tes dazu auf¬≠ge¬≠ru¬≠fen gese¬≠hen, Men¬≠schen nur des¬≠halb zu t√∂ten, weil sie in ihrem eige¬≠nen Land so leben, wie er selbst es nicht f√ľr gott¬≠ge¬≠f√§l¬≠lig‚Äú halte.

Die Tat mache ‚Äěuns‚Äú fas¬≠sungs¬≠los. Bin¬≠nen einer Minu¬≠te wur¬≠de das Leben von Tho¬≠mas L. aus¬≠ge¬≠l√∂scht und das von Oli¬≠ver L. schwer besch√§¬≠digt. Des¬≠sen see¬≠li¬≠sche Ver¬≠let¬≠zun¬≠gen k√∂n¬≠ne nie¬≠mand ermes¬≠sen. Daher hof¬≠fe der Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de Rich¬≠ter, dass das Urteil eine Z√§sur darstelle.
Der Ver¬≠ur¬≠teil¬≠te habe bereits in der Haft einen Anschlag geplant, und ver¬≠sucht, an Waf¬≠fen zu kom¬≠men und kurz vor der Tat f√ľr ihr Gelin¬≠gen gebe¬≠tet. Schl√ľ¬≠ter-Staats zitiert erneut Ver¬≠se der zwei¬≠ten Sure, mit denen Al‚ÄĎH. sei¬≠ne Tat begr√ľn¬≠det hat¬≠te (‚ÄěBek√§mpft auf dem Wege Got¬≠tes die¬≠je¬≠ni¬≠gen, die euch bek√§mp¬≠fen, aber seid nicht ihre Aggres¬≠so¬≠ren.‚Äú) und fragt ihn, ob er Herrn L. von der Fl√ľcht¬≠lings¬≠hil¬≠fe, der ihn ‚ÄĒ ‚Äěweil er sich selbst als Christ dazu beru¬≠fen f√ľhlt‚Äú ‚ÄĒ so sehr unter¬≠st√ľtzt habe, auch als ‚ÄěUngl√§u¬≠bi¬≠gen‚Äú ansehe.

Im Namen des IS

Wei¬≠ter¬≠hin beschreibt der Rich¬≠ter, wie der Ver¬≠ur¬≠teil¬≠te nach der Tat ent¬≠ge¬≠gen sei¬≠nem urspr√ľng¬≠li¬≠chen Plan geflo¬≠hen sei. Dies zei¬≠ge, dass er nicht als reli¬≠gi√∂¬≠sem Fana¬≠tis¬≠mus gehan¬≠delt habe, son¬≠dern aus ego¬≠is¬≠ti¬≠schen Moti¬≠ven einen ‚Äěkur¬≠zen, leich¬≠ten, beque¬≠men Weg‚Äú ins Para¬≠dies such¬≠te. Danach sei der T√§ter der Mei¬≠nung gewe¬≠sen, dass ‚Äěes doch ganz gut gelau¬≠fen sei und er sich nun auf ‚Äěgr√∂¬≠√üe¬≠re Sachen‚Äú vor¬≠be¬≠rei¬≠ten k√∂n¬≠ne. Er habe vor¬≠ge¬≠habt, erneut ‚ÄěUngl√§u¬≠bi¬≠ge‚Äú zu t√∂ten und sich in den n√§chs¬≠ten Tagen nichts anmer¬≠ken lassen.

Die Beweis¬≠auf¬≠nah¬≠me und die Bun¬≠des¬≠an¬≠walt¬≠schaft h√§t¬≠ten gezeigt, dass das Gest√§nd¬≠nis Al‚ÄĎH.s bis ins Detail zutref¬≠fe. Bei der Fest¬≠nah¬≠me trug er dann erneut ein Mes¬≠ser bei sich. Sei¬≠ne T√§ter¬≠schaft las¬≠se sich aus den Beweis¬≠mit¬≠teln ein¬≠deu¬≠tig herleiten.

Daher ver¬≠ur¬≠tei¬≠le der Senat Al‚ÄĎH. wegen Mor¬≠des, ver¬≠such¬≠ten Mor¬≠des und gef√§hr¬≠li¬≠cher K√∂r¬≠per¬≠ver¬≠let¬≠zung mit¬≠tels eines gef√§hr¬≠li¬≠chen Werk¬≠zeugs. Der Ange¬≠klag¬≠te habe in der Tat zwei Mord¬≠merk¬≠ma¬≠le erf√ľllt. Er habe heim¬≠t√ľ¬≠ckisch und aus nie¬≠de¬≠ren Beweg¬≠gr√ľn¬≠den gehan¬≠delt und die bei¬≠den Opfer einer¬≠seits ange¬≠grif¬≠fen, da er sie f√ľr homo¬≠se¬≠xu¬≠ell hielt, und sie ande¬≠rer¬≠seits als Repr√§¬≠sen¬≠tan¬≠ten einer Gesell¬≠schaft tref¬≠fen wol¬≠len, die er ‚Äěf√ľr sich als sei¬≠nem Glau¬≠ben zuwi¬≠der ansah.‚Äú Somit habe er wahl¬≠los Opfer ange¬≠grif¬≠fen, um sie zu t√∂ten. Dies habe der Ange¬≠klag¬≠te nach eige¬≠ner Aus¬≠sa¬≠ge als g√∂tt¬≠li¬≠che Ver¬≠pflich¬≠tung zum Dschi¬≠had im Namen des IS ver¬≠stan¬≠den. Der psych¬≠ia¬≠tri¬≠sche Gut¬≠ach¬≠ter Pro¬≠fes¬≠sor Ley¬≠graf habe in sei¬≠ner Explo¬≠ra¬≠ti¬≠on jedoch beschrie¬≠ben, dass Al‚ÄĎH. weni¬≠ger vom Kampf begeis¬≠tert gewe¬≠sen sei, son¬≠dern viel¬≠mehr eine lebens¬≠be¬≠stim¬≠men¬≠de Angst vor der H√∂l¬≠le gehabt habe. ‚ÄěEr tat es also nicht f√ľr Gott, son¬≠dern f√ľr sich.‚Äú

Anschlag auf Festival geplant

Wann die Wur¬≠zel f√ľr ‚Äěeine sol¬≠che men¬≠schen¬≠ver¬≠ach¬≠ten¬≠de Deu¬≠tung‚Äú gelegt wor¬≠den sei, sei unklar. Sie h√§n¬≠ge nicht mit sei¬≠nem Eltern¬≠haus zusam¬≠men, Ansatz¬≠punk¬≠te k√∂nn¬≠ten jedoch schon in Syri¬≠en gelegt wor¬≠den sei¬≠en. Im Jahr 2016 habe er Inhal¬≠te mit IS-Bez√ľ¬≠gen auf sei¬≠nem Han¬≠dy gehabt. 2017 habe er sich dann im Inter¬≠net radi¬≠ka¬≠li¬≠siert und einen Anschlag auf ein Fes¬≠ti¬≠val in Dres¬≠den geplant. Die¬≠sen habe er ledig¬≠lich nicht ver¬≠wirk¬≠licht, da er nicht wuss¬≠te wie. Zu die¬≠sem Zeit¬≠punkt sei er noch recht unge¬≠fes¬≠tigt und ein typi¬≠sches jun¬≠ges Opfer f√ľr die¬≠se Ideo¬≠lo¬≠gie gewe¬≠sen, da er Halt gesucht habe. Grund¬≠s√§tz¬≠lich gebe es vie¬≠le Punk¬≠te in sei¬≠ner Bio¬≠gra¬≠phie, die sei¬≠ne Ent¬≠wick¬≠lung erschwert h√§t¬≠ten, wie bei¬≠spiels¬≠wei¬≠se sei¬≠ne Haft¬≠zeit im Alter von 15 bis 18 Jah¬≠ren. Den¬≠noch sei sei¬≠ne Per¬≠s√∂n¬≠lich¬≠keits¬≠ent¬≠wick¬≠lung zum Tat¬≠zeit¬≠punkt so weit abge¬≠schlos¬≠sen gewe¬≠sen, dass das Jugend¬≠straf¬≠recht nicht auf ihn anwend¬≠bar sei. Au√üer¬≠dem k√∂n¬≠nen von einer der¬≠ar¬≠ti¬≠gen Straf¬≠mil¬≠de¬≠rung kein Gebrauch gemacht wer¬≠den, da kei¬≠ne aus¬≠rei¬≠chen¬≠de Ent¬≠wick¬≠lungs¬≠f√§¬≠hig¬≠keit vor¬≠han¬≠den sei.

Die beson¬≠de¬≠re Schwe¬≠re der Schuld wer¬≠de fest¬≠ge¬≠stellt, da der Ange¬≠klag¬≠te anlass¬≠los zwei Men¬≠schen mit T√∂tungs¬≠ab¬≠sicht ange¬≠grif¬≠fen habe. Es sei sein Plan gewe¬≠sen, sie allein wegen ihrer Zuge¬≠h√∂¬≠rig¬≠keit zu einer von ihm als ungl√§u¬≠big emp¬≠fun¬≠de¬≠nen Gesell¬≠schaft und ihrer sexu¬≠el¬≠len Ori¬≠en¬≠tie¬≠rung zu t√∂ten. Dabei sei er nicht ‚Äěgewis¬≠ser¬≠ma¬≠√üen her¬≠ein¬≠ge¬≠wor¬≠fen‚Äú wor¬≠den in ‚Äěunser frei¬≠heit¬≠li¬≠ches Gesell¬≠schafts¬≠sys¬≠tem‚Äú, son¬≠dern es habe zahl¬≠rei¬≠che Ver¬≠su¬≠che gege¬≠ben, ihm die M√∂g¬≠lich¬≠keit zum Hin¬≠ter¬≠fra¬≠gen der Inter¬≠pre¬≠ta¬≠ti¬≠on sei¬≠nes Glau¬≠bens zu geben. Die¬≠se Schuld k√∂n¬≠ne auch sein Gest√§nd¬≠nis nicht mindern.

Wei¬≠ter¬≠hin lie¬≠ge die Vor¬≠aus¬≠set¬≠zung f√ľr den Vor¬≠be¬≠halt der Sicher¬≠heits¬≠ver¬≠wah¬≠rung beim Ange¬≠klag¬≠ten vor. Er habe den Hang, wei¬≠te¬≠re Mord¬≠ta¬≠ten zu bege¬≠hen und hal¬≠te dies f√ľr rich¬≠tig, womit er f√ľr die All¬≠ge¬≠mein¬≠heit gef√§hr¬≠lich sei. Wegen der feh¬≠len¬≠den Ent¬≠wick¬≠lungs¬≠f√§¬≠hig¬≠keit wer¬≠de au√üer¬≠dem kein Gebrauch von einer Unter¬≠brin¬≠gung in einer sozi¬≠al¬≠the¬≠ra¬≠peu¬≠ti¬≠schen Ein¬≠rich¬≠tung gemacht.

Schließ­lich geht der Vor­sit­zen­de Rich­ter noch auf die von Oli­ver L. und der <span title="Glossary: Nebenklage" data-tooltip="Der Anklage gegen die NSU-Terroristen haben sich mehr als 70 Angehörige der Mordopfer und Geschädigte der Sprengstoffanschläge als Nebenklägerinnen und Nebenkläger angeschlossen. Sie werden von ca. 50 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten vertreten. Nähere Informationen und Dokumentation aus Sicht der Nebenklage http://www.nsu-nebenklage.de

 ” class=”glossaryLink “>Neben¬≠kla¬≠ge gestell¬≠te Fra¬≠ge ein, ob die Tat h√§t¬≠te ver¬≠hin¬≠dert wer¬≠den k√∂n¬≠nen, auch wenn sich dies nicht auf Schuld und Stra¬≠fe des Ange¬≠klag¬≠ten aus¬≠wir¬≠ke. Es sei bekannt gewe¬≠sen, dass der Ange¬≠klag¬≠te hoch¬≠ge¬≠f√§hr¬≠lich gewe¬≠sen sei, wes¬≠halb die F√ľh¬≠rungs¬≠auf¬≠sicht au√üer¬≠or¬≠dent¬≠lich umfang¬≠reich gewe¬≠sen sei. Es mag sein, dass die Zeit¬≠span¬≠ne von sie¬≠ben Mona¬≠ten, die Al‚ÄĎH. in Iso¬≠la¬≠ti¬≠ons¬≠haft hat¬≠te ver¬≠brin¬≠gen m√ľs¬≠sen, einen Anteil an der Tat habe. Daf√ľr sei¬≠en neben Dis¬≠zi¬≠pli¬≠nar¬≠ma√ü¬≠nah¬≠men jedoch eben¬≠falls die Coro¬≠na-Pan¬≠de¬≠mie als auch Per¬≠so¬≠nal¬≠wech¬≠sel bei VPN ver¬≠ant¬≠wort¬≠lich gewe¬≠sen und nur die¬≠se Zeit h√§t¬≠te ‚Äěder Sache viel¬≠leicht, aber eben auch nur viel¬≠leicht, eine Wen¬≠dung geben k√∂n¬≠nen‚Äú, was Oli¬≠ver L. heu¬≠te auch nicht hel¬≠fen w√ľr¬≠de. Auch eine Fu√ü¬≠fes¬≠sel h√§t¬≠te die Tat laut dem Vor¬≠sit¬≠zen¬≠den nicht ver¬≠hin¬≠dern k√∂n¬≠nen, da der Ange¬≠klag¬≠te bereit gewe¬≠sen sei, bei der Tat ent¬≠deckt zu wer¬≠den. F√ľr eine Obser¬≠va¬≠ti¬≠on habe es zudem ange¬≠sichts der vie¬≠len Gef√§hrder*innen in Deutsch¬≠land zu wenig Per¬≠so¬≠nal gege¬≠ben. Ins¬≠ge¬≠samt h√§t¬≠te nie¬≠mand die Tat inklu¬≠si¬≠ve des Mes¬≠ser¬≠kaufs im Super¬≠markt so vor¬≠her¬≠se¬≠hen k√∂n¬≠nen, wie sie dann ein¬≠traf. Man k√∂n¬≠ne sol¬≠che Taten zwar viel¬≠leicht ver¬≠hin¬≠dern, etwa in Chi¬≠na, jedoch nicht ‚Äěin der Gesell¬≠schaft, in der wir alle leben wollen.‚Äú

Gott ist gro√ü

√úber sei¬≠ne abschlie¬≠√üen¬≠den Wor¬≠te sag¬≠te Schl√ľ¬≠ter-Staats, dass er lan¬≠ge gez√∂¬≠gert habe, ob er sie wirk¬≠lich aus¬≠spre¬≠chen sol¬≠le. Dabei beruft er sich dann auf sei¬≠nen eige¬≠nen christ¬≠li¬≠chen Glau¬≠ben und ver¬≠sucht sich an einem per¬≠s√∂n¬≠li¬≠chen, reli¬≠gi√∂¬≠sen Urteil: ‚ÄěDas, was Sie getan haben, ist wahr¬≠haft got¬≠tes¬≠l√§s¬≠ter¬≠lich gewe¬≠sen. Wenn jemand sich zum Herrn √ľber das Leben auf¬≠schwingt, so wie Sie und ich und alle, die hier sit¬≠zen, und daf√ľr auch noch den Namen Got¬≠tes miss¬≠braucht, das ist sicher¬≠lich eine S√ľn¬≠de, die kaum zu √ľber¬≠tref¬≠fen ist. Und Sie haben ja nicht ein¬≠mal gemor¬≠det, nicht nur gemor¬≠det, Sie haben get√∂¬≠tet, weil Sie Gott klein gemacht haben. Sie sagen, Ungl√§u¬≠bi¬≠ge m√ľss¬≠ten get√∂¬≠tet wer¬≠den, weil Sie sich nicht an die g√∂tt¬≠li¬≠chen Geset¬≠ze hal¬≠ten. Das w√§re ein zwer¬≠gen¬≠haf¬≠ter rach¬≠s√ľch¬≠ti¬≠ger Gott, der es n√∂tig hat, dass ein Al‚ÄĎH. t√∂tet, nur weil er sich f√ľr s√ľn¬≠dig und ungl√§u¬≠big h√§lt. Tat¬≠s√§ch¬≠lich ist Gott gro√ü, das ist das Bekennt¬≠nis, was Sie sagen, aber nicht mei¬≠nen. Was Chris¬≠ten, Mus¬≠li¬≠me und Juden an ers¬≠ter Stel¬≠le sagen. Ich tue das und weil ich selbst gl√§u¬≠big bin, kann ich mir nichts Schlim¬≠me¬≠res vor¬≠stel¬≠len, als wenn jemand t√∂tet und das auch noch im Namen Got¬≠tes tut, so wie Sie. Das sind Din¬≠ge, die hier nicht zu ver¬≠han¬≠deln sind, ich habe mir nur die¬≠se per¬≠s√∂n¬≠li¬≠che Anmer¬≠kung erlaubt, weil es mich als Men¬≠schen und als gl√§u¬≠bi¬≠gen Men¬≠schen umtreibt.‚Äú Der Ver¬≠ur¬≠teil¬≠te habe nun die M√∂g¬≠lich¬≠keit inner¬≠halb einer Woche Revi¬≠si¬≠on gegen ‚Äědie¬≠ses irdi¬≠sche Urteil‚Äú einzulegen.




Quelle: Antifra.blog.rosalux.de