Oktober 14, 2021
Von InfoRiot
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Bischof will Bestattung von Neonazi im Grab eines jĂŒdischen Wissenschaftlers rĂŒckgĂ€ngig machen

Nach der Bestattung eines Neonazis und Holocaustleugners auf dem evangelischen SĂŒdwestkirchhof in Stahnsdorf spricht der Berliner Bischof Christian StĂ€blein von einem Versagen der Landeskirche. „Man muss das ganz deutlich sagen, dass war ein Fehler, ein Versagen unserer Kirche“, sagte er am Dienstag dem RBB. StĂ€blein versprach: „Was wir rĂŒckgĂ€ngig machen können, machen wir rĂŒckgĂ€ngig.“ Der im August gestorbene Rechtsextremist Henry Hafenmayer wurde am Freitag in der Grabstelle des Musikwissenschaftlers Max Friedlaender (1852–1934) beigesetzt. An der vom Staatsschutz Brandenburg beobachteten Trauerfeier mit etwa 50 Personen nahmen zahlreiche bekannte Neonazis und Rechtsextremisten teil, darunter Horst Mahler, der wegen Volksverhetzung lange Jahre inhaftiert war. Bekannt gemacht hatten den Vorfall die Informationsdienste „Friedensdemo-Watch“ und „blick nach rechts“. Der Musikwissenschaftler Friedlaender wurde zwar 1934 auf dem SĂŒdwestkirchhof evangelisch beerdigt, hatte aber wohl ursprĂŒnglich jĂŒdische Wurzeln. Das Grab war 1980 abgelaufen, der Grabstein steht aber wie der gesamte Friedhof unter Denkmalschutz. Max Fried­laender habe ein Anrecht darauf, dass in seinem Grab kein Holocaustleugner liegt, sagte Bischof StĂ€blein. Der mehr als 200 Hektar große Stahnsdorfer SĂŒdwestkirchhof ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter evangelischer Friedhof. (epd)




Quelle: Inforiot.de