September 15, 2021
Von ZĂŒndlumpen
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Nach 85 Ausgaben hĂ€ltst du heute die letzte Ausgabe des ZĂŒndlumpens in HĂ€nden. Die fĂŒhrende Null vor der 85, sie wird wohl auf ewig anzeigen, dass da eigentlich noch etwas hĂ€tte kommen sollen, dass das Projekt ZĂŒndlumpen an dieser Stelle unvollendet abgebrochen ward. Nein, uns ist nicht die Tinte ausgegangen und wir sind erst recht nicht „erwachsen geworden“, nicht „vernĂŒnftig“ und haben uns auch sonst höchstens weiter zum Schlechten entwickelt. Wie du als treue*r ZĂŒndlumpen-Leser*in sicherlich mitbekommen hast, ist wĂ€hrend der letzten anderthalb Jahre eine regelrechte Hetzkampagne gegen unsere Zeitung ins Rollen geraten. Erst waren es die Zentralorgane des linksidentitĂ€ren Konformismus wie die konkret und die Analyse & Kritik, die uns – wenig plausibel – unterstellten, sozialdarwinistische Positionen zu vertreten. Dem schloss sich das „anarcho“konformistische Traditionsblatt schlechthin, die Graswurzelrevolution an und setzte den ZĂŒndlumpen und „den Insurrektionalismus“ mit Neonazis gleich (bzw. befand ihn fĂŒr phĂ€nomenologisch Ă€hnlich, wie Lou Marin spĂ€ter betonen wĂŒrde) und schließlich folgten die etwas weniger in Konformismus geĂŒbten, dank ihrer WissenschaftsglĂ€ubigkeit orientierungslos gewordenen, anarchistischen SchwurbelbekĂ€mpfer*innen der FAU Hamburg und anderer irrelevanter Gruppen; und irgendwelche plattformistischen StĂŒmper versuchten sich relativ erfolglos am öffentlichkeitswirksamen Verbrennen des ZĂŒndlumpens. Vor allem letzteres hat uns zu Denken gegeben: Wenn dieses Blatt nicht einmal seinem Namen gerecht wird, wozu taugt es dann ĂŒberhaupt?

Unterdessen fĂ€ngt eine „Linke Szene“ an, zu raunen und zu spekulieren: Nicht einmal das Maul halten können diese Leute noch. Erst flĂŒstert der Arthur der Anna etwas zu, dann die Anna dem Christoph. Der Christoph versucht sich sogar als Hobbybulle und versucht aus den Handschriften irgendwelcher MĂŒnchner Graffiti schlau zu werden. Mutmaßungen ĂŒber die Urheber*innenschaft des allseits verhassten Blattes machen die Runde und wer es wagt zuzugeben, dass sie eigentlich doch ganz spannend findet, was da so geschrieben steht, die muss sich immer hĂ€ufiger anhören, was der Freund vom Arthur bei Twitter von Anna gelesen hat, die zwar selbst nicht den Artikel gelesen, aber doch immerhin von einer Freundin erzĂ€hlt bekommen hat, was deren Freund sagt, dass darin stĂŒnde. Nein, wirklich, das ist kein Witz. Das ist das Niveau, auf dem der ZĂŒndlumpen unter Linken mehr oder weniger erfolgreich diffamiert wird. Kein Wunder, dass man mit solchen Jasagern schon vor einiger Zeit gebrochen hat. GefĂ€hrlich sind die Spekulationen in diesen Kreisen jedoch nichtsdestotrotz. Nicht weil diese Leute irgendeine Ahnung hĂ€tten, sondern vielmehr, weil der Repression auch die wildeste Spekulation zum Vorwand gereichen kann, wenn sie ihr gerade gelegen kommt.

Sei es wie es ist. Uns reicht’s. Wir machen den Laden dicht. Was an gedruckten Ausgaben noch da ist, damit zĂŒnden wir irgendetwas an und wenn ihr uns helfen wollt, in WĂŒrde abzugehen, dann könnt ihr ja das selbe mit all den bei euch rumliegenden alten Ausgaben tun. Die Webseite bleibt noch eine kleine Weile als Archiv erhalten, bevor wir sie dem kybernetischen Nirvana anvertrauen, ĂŒber die E-Mail Adresse empfangen wir noch einen Monat sĂŒlzige Beileidsbekundungen und letzte Hassnachrichten, dann wird sie stillgelegt. Wer als anarchistische Bibliothek oder Archiv noch eine Gesamtausgabe des ZĂŒndlumpens von uns haben will, muss sich ebenfalls bis dahin melden.

Bleibt noch zu sagen: Wer das liest ist doof.

TschĂŒss!




Quelle: Zuendlumpen.noblogs.org