November 16, 2020
Von RESolut
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Gegen die totale Verwaltung in Lagern – FĂŒr mehr Selbstbestimmung von
geflĂŒchteten Menschen!

Das Schweizer Asylsystem ist geprÀgt durch Fremdbestimmung. Was schon seit lÀngerem
fĂŒr NothilfebezĂŒger*innen gilt, wurde mit der Inbetriebnahme der Bundesasyllager im MĂ€rz
2019 auch fĂŒr Neuankommende RealitĂ€t. Strenge PrĂ€senzzeiten entscheiden ĂŒber
Geldauszahlung und Essensausgabe, Kochen ist nur zu gewissen Zeiten oder gar nicht
zugelassen und fest zugewiesene SchlafplÀtze in Mehrbettzimmern verunmöglichen
PrivatsphĂ€re. Selbstorganisation oder private Unterbringung ist nicht erwĂŒnscht und wer
es trotzdem tut, muss auf sĂ€mtliche UnterstĂŒtzungen verzichten.

Seit dem 1. MĂ€rz 2019 gilt das neue Asylgesetz mit beschleunigten Verfahren. GeflĂŒchtete
werden seither sofort nach dem GrenzĂŒbertritt Lagern zugewiesen. In 140 Tagen soll dann
ĂŒber das Asylgesuch entschieden werden – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In einem
System von 19 verschiedenen Lager werden GeflĂŒchtete untergebracht, eingeteilt und vor
allem auch kontrolliert. Es spricht fĂŒr sich, dass es mehr sogenannte Ausreisezentren als
Verfahrenszentren gibt. FĂŒnf „Verfahrenszentren“ (in denen GeflĂŒchtete befragt und
Entscheide gefĂ€llt werden) stehen neun Ausschaffungslager („Ausreisezentren“)
gegenĂŒber. FĂŒr diejenigen GeflĂŒchteten, die sich ihrer Verwaltung durch die Schweizer
Behörden widersetzen, stehen als Warnung zusÀtzlich die besonderen Zentren und die
AusschaffungsgefÀngnisse BÀsslergut (Basel), Flughafen (Kloten) und Framboise (Genf)
bereit.

Das Regime der Bundeszentren Àhnelt GefÀngnissen. Sie können nur zu bestimmten
Tageszeiten verlassen werden. Und der Zutritt zu den Bundeslagern ist fĂŒr Vertreter*innen
der Zivilgesellschaft stark eingeschrÀnkt. Persönliche Kontakte zu Personen ausserhalb
der Lager sind damit praktisch verunmöglicht. Nichts soll der effizienten, reibungslosen
Verwaltung der GeflĂŒchteten im Weg stehen.

Wer im Schweizer Asyl-Lotto ein schlechtes Los gezogen und ausreisen sollte, dies aber
nicht kann oder will, wird in so genannten kantonalen „RĂŒckkehrzentren“ (Bunker, isolierte
Baracken, 
) untergebracht. Arbeit ist verboten und die UnterstĂŒtzung reicht nicht zum
Leben und ist gerade zuviel zum Sterben. Die Lebensbedingungen sind repressiv,
entwĂŒrdigend und machen die Menschen krank.

Schauen wir hin und setzen gemeinsam ein Zeichen gegen die Politik der
Ausgrenzung und der Isolation.

Besammlung: 18:00 Uhr MĂŒhlenplatz, Luzern.

Bitte bringt eure Schutzmasken mit und haltet euch an die Hygienemassnahmen.

Velotour d‘Horizon
Die Demo findet im Rahmen der Velotour d‘Horizon statt. Diese fĂ€hrt vom 10.7.-2.8.2020
durch die Schweiz, besucht Brennpunkte des Schweizer Asyl-Lager-Systems und
thematisiert, welches Ausmass die EinschrÀnkungen im Lageralltag angenommen haben.
Vom 27.-29.7. ist die Velotour in Luzern.

Mehr Informationen unter antira.org/velotour




Quelle: Resolut.noblogs.org