November 16, 2020
Von Decolonize Jena
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Liebe Alle,

nĂ€chste Woche findet in Jena eine wichtige Demo gegen Rassismus und Polizeigewalt statt, die wir unterstĂŒtzen. Den Aufruf findet ihr nachfolgend.

Kommt alle zahlreich!

Viele GrĂŒĂŸe
decolonize jena!

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Liebe Menschen,
gemeinsam mit anderen Schwarzen und BIPOC-Organisationen rufen wir zu einer Kundgebung am 25.06., 17 Uhr auf. Wir treffen uns auf dem Holzmarkt. Hier der Aufruf zur Weiterverbreitung:
Viele Menschen haben in den letzten Wochen ihrer Wut und ihrer Empörung ĂŒber Rassismus und verschiedene Formen rassistischer Gewalt Ausdruck verliehen. Als Gruppen und Einzelpersonen, die sich zum Teil seit vielen Jahren gegen Rassismus einsetzen, teilen wir diese Wut. Wir erfahren tĂ€glich Rassismus am eigenen Leib.

Wir sind aufgebracht und sagen: Ja, der Moment fĂŒr Empörung ist jetzt. Der Moment war aber auch schon vor den Morden an Breonna Taylor, George Floyd, Rayshard Brooks und unzĂ€hligen anderen. Der Moment fĂŒr Empörung wĂ€re schon nach den Morden an Oury Jalloh, William Tonou-Mbobda, Christy Schwundeck und unzĂ€hligen anderen gewesen, die in Deutschland von der Polizei getötet wurden.
Rassistische Polizeigewalt und rechtsradikaler Terror wie in Hanau, Halle und beim NSU-Komplex geschehen nicht aus dem Nichts. Sie fußen auf der Grundlage einer Gesellschaft, die Rassismus und Gewalt verinnerlicht hat. In der struktureller, institutioneller und individueller Rassismus zum Alltag gehören.
Der Moment fĂŒr Empörung ist jetzt, war gestern, vor einem Jahr, vor 10, vor 500 Jahren, er wird auch morgen sein und ĂŒbermorgen! Rassistische Gewalt, Ungerechtigkeit und Unrecht mĂŒssen benannt werden.
Empörung allein aber reicht nicht! Wir erwarten von der deutschen Gesellschaft und den Verantwortlichen in den staatlichen Strukturen mehr als folgenlose Empörung. Wir erwarten eine ehrliche und selbstkritische Auseinandersetzung mit Rassismus und Weißsein – auch langfristig und auch, wenn sie langwierig oder schmerzhaft wird. Wir erwarten strukturelle VerĂ€nderungen, die mehr sind als bloße Vielfalts-Rhetorik. Wir erwarten entschlossenes und reflektiertes Handeln gegen Rassismus – hier und jetzt!

Insbesondere fordern wir:
  1. Die Anerkennung und Bearbeitung von Rassismus als System und seiner gesellschaftlichen Auswirkungen.
  2. Antirassistische BildungsplÀne in allen Bildungseinrichtungen.
  3. Die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte, auch in Jena und ThĂŒringen.
  4. Eine unabhĂ€ngige ThĂŒringer Antidiskriminierungsstelle.
  5. Ein ThĂŒringer Landesantidiskriminierungsgesetz.
  6. Eine unabhÀngige Polizeibeschwerdestelle.
  7. Anti-Rassismus- und Antidiskriminierungstrainings fĂŒr die Polizei.
  8. Eine Umsetzung und Fortentwicklung der Empfehlungen der Enquete-Kommission „Rassismus und Diskriminierung“.

ANSOLE e. V.
Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD-Bund e.V.)
Iberoamérica e.V.
Migrations- und Integrationsbeirat der Stadt Jena

MigraNetz ThĂŒringen

UnterstĂŒtzer*innen:
decolonize Jena!
Frauen*Streik Jena
MediNetz Jena e.V.

NSU-Komplex auflösen Jena
Die UnterstĂŒtzer*innenliste ist nicht abgeschlossen und kann ergĂ€nzt werden. Bitte meldet euch dafĂŒr ggf. zurĂŒck.



Quelle: Jenapostkolonial.noblogs.org