Februar 23, 2021
Von Indymedia
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Rund 1000 Antifaschist*innen zogen am frĂŒhen Abend mit einer lautstarken und sehr kĂ€mpferischen Demonstration durch die Innenstadt – in der Mitte die Bilder und Namen der neun Opfer von Hanau. Wut und Trauer wurde auf die Straße getragen
 Und klar gemacht: „Hanau war kein Einzelfall!“. Dahinter steckt ein System und dieses ist von Grund auf rassistisch! Es ist ein wichtiger Schritt, dass sich dem immer mehr Menschen bewusst werden.

Und: Wir mĂŒssen alle zusammen kĂ€mpfen! „Siamo tutti Antifascisti!“ hallte es durch die City
 Die Antwort kann nur eine antifaschistische sein


Dabei wurde bei RedebeitrĂ€gen betont, dass wir uns nicht auf den Staat oder die bĂŒrgerlichen Parteien verlassen können. Im Gegenteil, hier wird das rassistische System, welches eng mit dem Kapitalismus und dem Patriachat verknĂŒpft ist, reproduziert. Mehr noch: ihr bĂŒrgerliches System ist rassistisch!

Noch viel weniger verlassen können wir uns auf ihre Polizei. Die Verstrickung dieser nicht reformierbaren Behörde mit der Rechten Szene und ihrem Terror wurde bei einer Zwischenkundgebung vorm PolizeiprĂ€sidium Innenstadt betont, obwohl diese im Vorfeld untersagt wurde. Sinnbildlich: “Wo wo wo wart ihr in Hanau?“. Gestern wart ihr wieder im Spalier und habt uns abgefilmt, ĂŒberwacht und eingeengt 


Die freiheitsberaubende, bedrĂŒckende und tödliche AtmosphĂ€re dieser Gesellschaft wird also nicht von selber vorĂŒberziehen. Rassistische Morde werden nicht durch Kondolenzbotschaften und fadenscheinige Versprechungen irgendwelcher Politiker*innen verhindert
. Selbst der Forderung nach lĂŒckenloser AufklĂ€rung wird man nicht im Ansatz gerecht


Wir mĂŒssen den Antifaschismus selber organisieren, von unten und gemeinsam
 Was wir gestern auf der Straße gesehen haben, war fĂŒr Augsburg und die Region ein guter Anfang und ein starkes Zeichen!

Wir haben es schon einmal gesagt und wollen es an dieser Stelle noch einmal wiederholen: In der Stadt entwickelt sich etwas, das uns mit mehr Mut in die Zukunft blicken lĂ€sst
  Eine solche Demo wĂ€re vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen. Dazu gehört sicherlich auch, dass es zunehmend gelingt, sich mit der Region zu vernetzen. So waren auch einige Antifaschist*innen aus anderen StĂ€dten anwesend, besonders stark war die Anreise dabei aus dem AllgĂ€u.

Großer Dank an dieser Stelle auch an die Initiative „19Februar.Augsburg“, die viel Zeit und Kraft in die Orga gesteckt hat!

Lasst uns aber abschließend nicht vergessen
      Den Blick nicht nur auf das große Ganze legen


Vor einem Jahr wurden zehn Menschen ermordet:


Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat GĂŒrbĂŒz, Gökhan GĂŒltekin und Gabriele Rathjen


Erinnern heißt aber auch, dass es damit nicht nach dem gestrigen Tag vorbei sein darf! Vergesst diese Namen nie! Vergesst alle Namen niemals!

Es wird nicht vorbei sein, solange nicht alle Menschen gut und in Freiheit leben können!

Weitere Bilder findet ihr hier: https://auxpunks.uber.space/demo-bericht-ein-jahr-hanau-nichts-passiert/




Quelle: De.indymedia.org