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Aufruf zur Demonstration „Die Krise hat System“ am 29.1.2022 um 14:00 Uhr am Theaterplatz

Seit Beginn der Corona-Pandemie lassen sich die staatlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus so zusammenfassen: „SchrĂ€nkt euch in der Freizeit ein – aber geht weiter arbeiten“. Als wĂŒrde das Virus auf der Arbeit, in GroßraumbĂŒros, in Fabriken und in den ĂŒberfĂŒllten Bussen nicht ansteckend sein und erst nach Feierabend, Uni oder Schule infektiös werden. WĂ€hrend auf der Arbeit der Gesundheitsschutz kaum kontrolliert wird, schikaniert die Polizei Menschen in ihrer Freizeit, die vorher in GroßraumbĂŒro und Schule saßen. Diese staatliche Corona-Politik hat zwangslĂ€ufig Intensivstationen zur Folge, die an ihre Grenzen geraten.

Seit Jahrzehnten wird das Gesundheitssystem kaputt gespart und auf Profit statt auf Gesundheit fĂŒr alle ausgerichtet. Seit Beginn der Pandemie gibt es viel Applaus von Politiker*innen, aber verbessert hat sich nichts, es hat sich sogar verschlimmert. Die Löhne bleiben schlecht, die Arbeitsbedingungen noch schlechter und diesem Zustand entspricht auch der Personalmangel. Seit Beginn der Corona-Pandemie starben allein in Deutschland 109.000 Menschen an COVID-19. Die stille Triage, also die durch zu geringe KapazitĂ€ten begrenzte Auswahl, wer stirbt und wer ĂŒberlebt, findet bereits statt, denn es werden notwendige Operationen usw. verschoben.

Und wĂ€hrend die Lufthansa bspw. 9 Milliarden Euro Staatsgelder bekam und allein die Aldi-BrĂŒder um 5 Milliarden Euro reicher wurden, gibt es noch immer keine kostenlosen FFP2-Masken, keine kostenlosen PCR-Tests und auch keine flĂ€chendeckenden Luftfilter in Schulen. Gleichzeitig mussten und mĂŒssen es vor allem Frauen ausbaden, wenn Schule und Kita geschlossen werden, denn meistens mĂŒssen sie sich um die Kinder kĂŒmmern. Darauf verlassen sich Staat, Kapital und Patriarchat ganz einfach.

Weltweit betrĂ€gt die Anzahl der Toten 5 Millionen, wobei die Dunkelziffer weit höher liegt. Doch noch immer wird an den Impfstoffpatenten festgehalten. Und wĂ€hrend in den reichen Staaten schon zum 3. oder 4. Mal geimpft wird, ist insbesondere in afrikanischen LĂ€ndern nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung geimpft. Das heißt in weiten Teilen der Welt wird das Virus noch weiter wĂŒten und töten, werden neue Mutationen entstehen.

Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie tragen wir jetzt schon und sie werden auch zukĂŒnftig auf uns (Arbeiter*innen und Erwerbslose) abgewĂ€lzt werden. Dagegen hilft es nur, wenn wir auf die Straße gehen und uns zusammentun. Systemrelevant heißt eben auch, dass wir Druck machen können. Wir dĂŒrfen die Kritik an der staatlichen Corona-Politik nicht den Rechten und „Querdenker*innen“ ĂŒberlassen, was auch heißt, dass wir wieder auf der Straße sein mĂŒssen!

Wir fordern:
  • SolidaritĂ€t mit dem Gesundheitspersonal. ErfĂŒllung ihrer Forderungen. Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen!
  • Entprivatisierung des Gesundheitssystems!
  • EinschrĂ€nkung aller nicht dringlichen und aufschiebbaren Arbeiten bei voller Lohnfortzahlung! Keine Aussperrungen und Entlassungen! Hygienische und sichere ArbeitsplĂ€tze!
  • Sichere Unterkunft und gute medizinische Versorgung fĂŒr alle Menschen! Insbesondere fĂŒr GeflĂŒchtete, Obdachlose sowie fĂŒr Frauen, die zu Hause von mĂ€nnlicher Gewalt betroffen sind!
  • Impfstoffe fĂŒr alle – gebt die Patente frei!
  • Kostenlose FFP2-Masken und kostenlose PCR-Tests fĂŒr alle!
  • Aussetzung aller HartzIV-Sanktionen, Abschiebungen und ZwangsrĂ€umungen, um Menschen nicht in zusĂ€tzliche Notlagen zu bringen!
Kommt mit uns am 29.1. auf die Straße!

BĂŒndnids „Gesundheit fĂŒr Alle“ OsnabrĂŒck




Quelle: Likos.noblogs.org