MĂ€rz 9, 2021
Von HaftunterstĂŒtzung Hessen
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Sie wĂŒrden uns gerne im Knast begraben – Unsere SolidaritĂ€t gegen ihre Repression

Am Freitag, den 19 MĂ€rz, wollen wir ab 16 Uhr vor dem Knast im rheinland-pfĂ€lzischen Rohrbach die Gefangenen und insbesondere Björn grĂŒĂŸen, der am 14. November letzten Jahres im Dannenröder Wald festgenommen wurde und seitdem in der dortigen JVA inhaftiert ist.
Regierungen maßen sich an, Menschen einen Teil ihres Lebens zu rauben, um ihre politischen, ökonomischen und geostrategischen Machtinteressen durchzusetzen. Die AusplĂŒnderung des Planeten und die Zerstörung von Gesellschaften werden hierbei bewusst in Kauf genommen.
Das Knastsystem ist in einer langen Liste von Repressalien das letzte Glied.
Von diesem System betroffen sind auch drei Kurden. Mazhar Turan, Gökmen Çakil und HĂŒseyin Acar wurden in den letzten Monaten vom Oberlandesgericht Koblenz verurteilt, weil sie sich fĂŒr das emanzipatorische Projekt einer anderen Gesellschaft einsetzen, dessen SĂ€ulen basisdemokratisch, feministisch und ökologisch sind.
Gegen sie wurden jeweils mehrjĂ€hrige GefĂ€ngnisstrafen verhĂ€ngt. Die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft wegen Mitgliedschaft in einer auslĂ€ndischen terroristischen Vereinigung nach § 129b Strafgesetzbuch wurden weitestgehend vom Gericht ĂŒbernommen.
Es sind drei von 11 Kurd*innen, die aktuell von Staatsschutzsenaten verschiedener Oberlandesgerichte aufgrund von Paragraph 129b zu mehrjĂ€hrigen Haftstrafen verurteilt wurden. Mit ihrem Richterspruch stellen sich die Gerichte auf die Seite des faschistoiden Diktators Erdoğan und damit einmal mehr eine unverbrĂŒchliche Treue zum tĂŒrkischen Regime unter Beweis.
Dass dies auch anders geht, zeigt die Haltung Belgiens, dessen oberstes Gericht die PKK nicht als terroristische Organisation, sondern in einem Urteil von Januar 2020 als eine Konfliktpartei bewertet, der nach dem Völkerrecht ein Selbstverteidigungsrecht zusteht.
Es ist wichtig, dass wir den Gefangenen zuverlÀssige GefÀhrt*innen sind und ihnen gerade jetzt signalisieren: wir lassen euch nicht alleine, euch gilt unsere SolidaritÀt.
Lasst uns zusammen den Repressionsorganen zeigen, dass wir nicht einzuschĂŒchtern sind, dass sie uns den Mut nicht nehmen können, fĂŒr eine bessere Welt aufzustehen!
Tragen wir unsere Wut ĂŒber die staatliche WillkĂŒr und Repression, die Zerstörung und den alltĂ€glichen kapitalistischen Wahnsinn auf die Straße.
Rote Hilfe Ortgruppe Mainz

Vom Danni nach Rojava und zurĂŒck

In welcher Gesellschaft wollen wir leben – das ist eine Frage, die uns umtreibt. Die KĂ€mpfe fĂŒr eine bessere Welt von morgen, finden bereits heute statt: Sei es in Rojava, im Hambacher Forst oder bei der mehr als einjĂ€hrigen Waldbesetzung im Dannenröder Wald.
Viele Impulse fĂŒr einen emanzipatorischen Gesellschafts- und Lebensentwurf kommen aus Rojava, den Selbstverwaltungskantonen in Nordsyrien.
Der Gesellschaftsvertrag, den sich die Menschen in Nord- und Nordostsyrien gegeben haben, beruht auf dem demokratischen Konföderalismus, der basisdemokratisch, feministisch und ökologisch geprÀgt ist.
Gerade im Hambi und Danni, wo neue Wege des Zusammenlebens beschritten wurden, waren die Ideen und Symbole der kurdischen Befreiungsbewegung sehr prÀsent.
Die Repressionsorgane der herrschenden Ordnung bekĂ€mpfen die erfolgreiche Umsetzung dieses solidarischen Gesellschaftsmodells, das den Weg aus dem kapitalistischen System weist, das ĂŒber lang oder kurz unsere Lebensgrundlagen vollstĂ€ndig zerstören wĂŒrde.
Wenn wir unsere kostbaren Ökosysteme wie die gesunden MischwĂ€lder mit ihrer Artenvielfalt und Trinkwasservorkommen kampflos aufgeben, verlieren wir eine unserer natĂŒrlichen Lebens-grundlagen.
Wir mĂŒssen unsere Natur erhalten und beschĂŒtzen ebenso wie die Erfahrung der besonderen zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich in den Monaten des Zusammenlebens entwickelt haben. Beides ist miteinander verwoben und ein wesentlicher Schritt in eine bessere, nachhaltige Zukunft.
Der demokratische Konföderalismus ist in Rojava schon tief verwurzelt. Die Ideen und Erfahrungen von Freiheit und SolidaritÀt, die dort gemacht wurden, sind wie BÀume, deren Zweige bis in den Hambi und den Danni reichen.
Wir grĂŒĂŸen mit unserer Aktion Björn, der am 14.11.20 im Danni festgenommen wurde und seitdem in Rohrbach einsitzt, außerdem die beiden Kurden Mashar Turan und Gökmen Cakil, die wegen PKK Mitgliedschaft verurteilt wurden. Mashar erhielt zweieinhalb Jahre Haft und Gökmen sogar 3 Jahre und 5 Monate. Sie sind beide in Rheinland-Pfalz eingeknastet; Mashar bis vor kurzem in Rohrbach.
Den politischen Gefangenen gilt unsere SolidaritĂ€t, alle anderen Gefangenen möchten wir grĂŒĂŸen, ihnen Mut machen und ihnen den Eintritt in die Gefangengewerkschaft nahelegen.

Wegen der Corona Lage werden wir die Maskenpflicht und 1,5m Abstand einhalten
Los geht es am Freitag, den 19 MĂ€rz um 16h vor dem Knast in Rohrbach(bis circa 18 Uhr)
Peter CĂ€sar Allee 1, bei Wöllstein in der NĂ€he der A 61; 30 Autominuten sĂŒdlich von Mainz.
Aktuelle Infos zur Knastkundgebung findet ihr unter www.mainz.rote-hilfe.de




Quelle: Freethemall.blackblogs.org