MĂ€rz 12, 2021
Von Indymedia
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Den revolutionÀren Zorn leben!

Wir leben hier in Europa im Herzen der Bestie, wir leben im Herzen des Exportes von Waffen, Krieg und Leid. Hier wird entschieden, wie oder ob ĂŒberhaupt auf die Klimakrise eingegangen wird, wo die nĂ€chsten Jahre am meisten Waffen hin exportiert werden, wie man linke Bewegungen weiter kriminalisieren kann, welche wirtschaftlichen Investitionen am meisten Profit bringen werden und wie man dann am Ende trotzdem noch so wirkt, wie als ob man die Menschenrechte vertreten wĂŒrde.
Dies ist auch das Herz der (scheinbar) unĂŒberwindbaren Vorherrschaft der kapitalistischen Verwertungslogik, die bis in unsere tiefsten Gedanken- und GefĂŒhlswelten vorgedrungen sind. Alles muss irgendwie etwas wert sein, was man in Geld messen kann. Sollte das nicht der Fall sein, such dir doch bitte etwas AnstĂ€ndiges!
Die Gesellschaften Europas sind den Angriffen des Kapitalismus seit ĂŒber zwei Jahrhunderten ausgesetzt und durch Vereinzelung und Zersplitterung hat sich das Alle-gegen-Alle der Konkurrenz und des Kampfes alle-nur-fĂŒr-sich weit verbreitet. Die soziale KĂ€lte und Ignoranz sind ein deutlich zu spĂŒrendes Zeichen dafĂŒr.
Es ist gruselig, wenn wir uns mal vor Augen fĂŒhren, dass wir zB. nicht wirklich wissen, wie unsere Nachbar*innen heißen, wir nicht wissen was sie gerade so machen und was sie beschĂ€ftigt. Niemand dreht sich mehr um, wenn du weinden auf der Straße stehst, niemanden wird sich dafĂŒr intressieren dass du deine Miete nicht bezahlen kannst. Das ist ja auch bestimmt deine eigne Schuld!
Das die Verantwortung bei Einzelnen gesucht wird und nicht bei den ausbeuterischen VerhÀltnissen ist auch eine Eigenschaft die uns das System eingehÀmmert hat.

Doch trotzdem brennt da ein Feuer in uns, es brennt in dem Wissen, dass solange es die Menschheit gibt es immer Widerstand gegen die Strukturen der Herrschaft  gab, gibt und geben wird. Es brennt in dem Wissen, dass wir Teil einer internationalen, sich durch die Geschichte ziehenden Bewegung des Widerstandes sind.
Und dieses Feuer ist das  Zeichen, das tief in uns drin, dieses System nicht den Menschen in uns töten konnte und es auch noch nie konnte. Das zeigen hunderte Jahre Widerstand gegen diese VerhĂ€ltnisse. Ob der Widerstand in den Kolonien gegen Sklaverei und Ausbeutung, die Weber*InnenaufstĂ€nde Anfang des 19. Jahrhunderts, die Arbeiter*innenbewegungen Anfang des 20. Jahrhunderts, die nationalen Befreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts, der Kampf der kurdischen Bewegung, die Zapatistas in Mexiko, der Dannenröder Wald in Hessen, diese Brennpunkte des Widerstands sind ĂŒber den ganzen Globus verteilt und ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte unserer heutigen VerhĂ€ltnisse.

Immer wieder leuchten in der sozialen KĂ€lte die Feuer des Widerstandes auf, ob in direkten Angriffen auf die verhassten Strukturen des Staates oder in der gegenseitigen SolidaritĂ€t und Organisierung fĂŒr ein besseres Morgen, die sich durch diese soziale KĂ€lte nicht vernichten lĂ€sst.
500 Jahre Kapitalismus bedeuten 500 Jahre Widerstand!
Wir sind das Erbe der KĂ€mpfer*Innen die vor uns in den Reihen standen und wir ebnen den Weg fĂŒr die, die unseren Kampf weiterfĂŒhren werden.

Der Kampf von Dimitris Koufontinas, der sein Leben konsequent dem Kampf gegen Ausbeutung, UnterdrĂŒckung und Faschismus verschrieben hat, inspiriert uns sehr. Er hat sich bewusst dazu entschlossen in den Knast zu gehen, um die Aktionen der Gruppe 17. November zu verteidigen und den revolutionĂ€ren Kampf und das Erbe dieser Gruppe weiter zu fĂŒhren.Die Alternative in den Untergrund oder das Exil zu gehen kam fĂŒr ihn nicht in Frage. Aus der Haft stand er im Kontakt mit KĂ€mpfenden weltweit und hat Diskussionen und Debatten mit GefĂ€hrt*Innen international gefĂŒhrt. Er hat ein Buch zur Geschichte des bewaffneten Kampfes in Griechenland geschrieben, Schriften aus anderen Sprachen ĂŒbersetzt und ist fĂŒr die Rechte von Gefangenen mehrfach in den Hungerstreik getreten.
Der GefĂ€hrte zeigte eine unverwĂŒstliche Haltung und einen Durchhaltewillen, der unglaublich berĂŒhrt und anspornt ihm nach zu eifern in seiner Haltung, kompromisslos und unerschĂŒtterlich gegen diese ZustĂ€nde zu kĂ€mpfen, was auch immer kommen mag.
Die Aktionen in SolidaritĂ€t mit seinem Kampf zeigen auch, dass es nicht nur uns so geht, dass wir ein tiefes GefĂŒhl der Verbundenheit spĂŒren und seinen Kampf weiter fortfĂŒhren werden.

Abdullah Öcalan, der seit 22 Jahren in fast vollstĂ€ndiger Isolation auf Imrali gefangen gehalten wird hat seine Situation dafĂŒr genutzt seinen Kampf weiterzufĂŒhren. Aus der Haft schrieb er sein Hauptwerk „Manifest der demokratischen Zivilisation“, welches eine tiefgehende Analyse der kapitalistischen Zivilisation und eine Synthese und Betrachtung verschiedener revolutionĂ€rer Ideen und Erfahrungen der letzten Jahrzehnte darstellt. Diese Art die Haft fĂŒr einen ideologischen Angriff zu nutzen finden wir als autonome Internationalist*Innen inspirierend.
Auch die politischen Gefangen der kurdischen Befreiungsbewegung in der TĂŒrkei befinden sich seit Monaten in einem riesigen Hungerstreik, an dem mehrere Tausend Gefangene beteiligt sind und der das Ziel des Durchbrechens der Isolation Abdullah Öcalans und der menschenunwĂŒrdigen Haftbedingungen in tĂŒrkischen GefĂ€ngnissen hat.
Das faschistische AKP-MHP Regime hat in der Corona-Pandemie tausende von Schwerverbrechern, Vergewaltigern und Mafiaangehörigen begnadigt, braucht es doch mehr Platz um die kÀmpfende linke Opposition einkerkern zu können.
Die Gefangenen kĂ€mpfen trotz ihrer Situation in Haft weiter, ihr Durchhaltewillen und ihre Entschlossenheit werden auch durch diese Bedingungen nicht gebrochen, es ist inspirierend fĂŒr uns und RevolutionĂ€re weltweit zu sehen, dass Menschen so konsequent im Kampf gegen die herrschenden VerhĂ€ltnisse stehen.

Der Kampf fĂŒr eine befreite Gesellschaft ist ein Kampf, der es von uns verlangt aus unserer Bequemlichkeit heraus zu treten, sie ist ein Luxus, den wir uns angesichts der Lage, in der wir uns befinden nicht mehr erlauben können.

Deshalb gehen wir in die Offensive, zeigen wir den kapitalistischen Zentren im Herzen der Bestie, dass wir an der Seite von unseren GefÀhrt*Innen in Griechenland, Kurdistan, Chiapas und den RevolutionÀr*Innen auf der ganzen Welt stehen.
Leben wir den Zorn und die Wut, die wir auf diese VerhĂ€ltnisse spĂŒren, lassen wir sie zu Taten werden.
Nehmen wir Rache fĂŒr die Gefallenen des Gare Widerstandes in den freien Bergen Kurdistans!
Nehmen wir Rache fĂŒr Dimitris Koufontinas!




Quelle: De.indymedia.org