Oktober 26, 2021
Von Graswurzel Revolution
173 ansichten


In ihrem fĂŒr die Graswurzelrevolution geschriebenen Artikel berichten die Aktivistinnen von „Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA)“ (dt. RevolutionĂ€re Vereinigung der Frauen Afghanistans) ĂŒber die letzten Entwicklungen in Afghanistan. Gewalt, Terrorismus und Fundamentalismus, begleitet von extremer Armut und Hunger, machen das alltĂ€gliche Leben fĂŒr die Bevölkerung unzumutbar. Vor allem fĂŒr Frauen, die besonderen Verfolgungen ausgesetzt sind, ist die aktuelle Lage unertrĂ€glich. Trotzdem leisten sie Widerstand gegen die Taliban-Herrschaft. (GWR-Red.)

Die USA und die NATO sind unter den falschen Parolen „Demokratie“, „Frauenrechte“ und „Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan einmarschiert und haben ihre Besatzung mit erlogenen Behauptungen wie „Nationenbildung“ und „BekĂ€mpfung des Extremismus“ gerechtfertigt. Wie eine imperialistische Regierung haben sie jedoch die schmutzigsten fundamentalistischen Kriminellen an die Macht gebracht und in Übereinstimmung mit ihrer ĂŒblichen Politik 20 Jahre lang Katz und Maus mit den verbrecherischen Taliban gespielt, sie fĂŒr die Zukunft erhalten und gestĂ€rkt und schließlich unsere Bevölkerung der Gnade dieser barbarischen Wilden ĂŒberlassen.

UnterdrĂŒckung der Frauen

Die letzten zwanzig Jahre der Geschichte Afghanistans haben wiederholt gezeigt, dass ein Land, das sich von einer auslÀndischen Macht, insbesondere den USA, abhÀngig macht, ein katastrophales Schicksal erleidet. Im Gegensatz zu dieser RealitÀt haben Intellektuelle im Dienst der Amerikaner, die das kriminelle US-Imperium abgöttisch lieben, es als Retter unseres Volkes propagiert.
DarĂŒber hinaus wird eine Handvoll Frauen in der Öffentlichkeit herumgereicht, die sich als Verfechterinnen der Frauen- und Menschenrechte aufspielen und die Welt schamlos belĂŒgen, wĂ€hrend sie gleichzeitig im Dienste der USA und ihrer VerbĂŒndeten stehen. Belqis Roshan, eine frĂŒhere afghanische Abgeordnete, sagte dazu kĂŒrzlich in einem Interview:
„Ich verurteile die Frauen, die sich im Scheinwerferlicht wichtigmachen, und fordere die EU nachdrĂŒcklich auf, den Frauen Afghanistans keine weitere Beleidigung zuzufĂŒgen, indem sie Frauen wie Habiba Sarabi, Sima Samar, Shaharzad Akbar und Mary Akrami fĂŒr den Sacharow-Preis nominiert und sie der Welt als Vertreterinnen der Frauen Afghanistans vorstellt.
WĂ€hrend der FriedensgesprĂ€che mit den Taliban, als die MĂ€dchenschule Sayyid al-Shuhada oder die UniversitĂ€t von Kabul angegriffen und junge afghanische MĂ€dchen und Jungen ermordet wurden, hĂ€tte Habiba Sarabi – wenn sie die wahre Vertreterin der afghanischen Frauen wĂ€re – sich schĂ€men, den wahren Charakter der trĂŒgerischen FriedensgesprĂ€che zwischen den USA und den Taliban erkennen, sie bespucken und die Verhandlungen verlassen mĂŒssen. Nur dann hĂ€tte sie zur Heldin und Protagonistin der Frauenrechte werden und zumindest fĂŒr ‹den Sacharow-Preis kandidieren können.
Schon jetzt fordern wir, dass – wenn der Preis an die afghanischen Frauen verliehen und damit ihr Mut und ihr Widerstand gewĂŒrdigt werden soll – er besser an diejenigen verliehen wird, die fĂŒr ihre Rechte kĂ€mpfen und dem Feind in die Augen sehen. Noch besser wĂ€re es, wenn er der Gesamtheit der afghanischen Frauen verliehen wĂŒrde, nicht einer Einzelperson, und vor allem nicht den Vorzeigefiguren und Spielzeugen der in- und auslĂ€ndischen Feinde unseres Volkes, die im Ausland ein gemĂŒtliches, luxuriöses Leben an der Seite ihrer fremden Herren fĂŒhren. Es ist ein Verrat an unseren Frauen und eine Beleidigung, ein paar allseits ausgebuchte Frauen als ihre ReprĂ€sentantinnen zu bezeichnen.
In diesem Zusammenhang fordere ich eindringlich dazu auf, diejenigen Frauen als die Frauen Afghanistans zu bezeichnen, die in den AuslĂ€ufern von Badachschan, in den SandwĂŒsten von Nimrus oder unter den schlimmsten Bedingungen in Nuristan und Faryab leben, die Frauen in allen 34 Provinzen, die der vielfĂ€ltigen UnterdrĂŒckung durch Fundamentalismus und Imperialismus ausgesetzt sind. Sie leben unter der Knute der Taliban, des IS, der Al-Qaida, der aus dem Iran stammenden Fatemiyun und hunderter anderer Arten von Gewalt. Deshalb sollten wir sie unterstĂŒtzen und stĂ€rken.“

„Strategischer Misserfolg“

WĂ€hrend der FriedensgesprĂ€che versuchten westliche Medien und die Clowns der korrupten Regierung von Aschraf Ghani, die Taliban als „verĂ€ndert“ darzustellen. Fausia Kufi verstieg sich bei ihrer IrrefĂŒhrung der Öffentlichkeit sogar zu der Aussage, dass sich „die Sichtweise der Taliban auf die Frauen geĂ€ndert“ habe und sie „gute PlĂ€ne fĂŒr die afghanischen Frauen“ hĂ€tten. Dass sie kĂŒrzlich mit dem Anna-Politkowskaja-Preis ausgezeichnet wurde, ist der schlimmste Verrat an unserem Volk und insbesondere an den Frauen. Es ist eine Beleidigung fĂŒr Annas Heldentum, und das Komitee sollte sich schĂ€men, eine solche Kriminelle auszuzeichnen.
WĂ€hrend dieser GesprĂ€che mit den Taliban erklĂ€rte RAWA in zahlreichen Interviews, dass die Taliban von ISIS als nĂ€chster „terroristischer“ Gruppe abgelöst werden wĂŒrden. Seit die Taliban an die Macht gekommen sind, hat ISIS im ganzen Land zahlreiche GrĂ€ueltaten verĂŒbt: Bei einem Selbstmordattentat in Kundus wurden mehr als 100 Menschen getötet, ein weiterer SelbstmordattentĂ€ter sprengte sich auf dem Flughafen in die Luft und tötete mehr als 200 Menschen, und auch in der Provinz Nangarhar gab es vier AnschlĂ€ge. Das „Abschiedsgeschenk“ der US-Besatzung war der Drohnenangriff, bei dem elf Mitglieder einer Familie, darunter neun Kinder, getötet wurden. Es ist offensichtlich, dass die USA auch ohne MilitĂ€rprĂ€senz weiterhin einen Krieg gegen eines der Ă€rmsten LĂ€nder fĂŒhren und das Blutvergießen, die Zerstörung und die Unsicherheit nur noch verstĂ€rken, um das Land als Epizentrum des Terrorismus zu erhalten und die Interessen ihrer Rivalen zu schĂ€digen.
Nach 20 Jahren, in denen sie Zehntausende unschuldiger Zivilisten massakrierten und militĂ€rische AusrĂŒstung im Wert von Milliarden hinterließen, bezeichnen die USA Afghanistan nun als „strategischen Misserfolg“. Heute ist das Land noch stĂ€rker von Terrorismus, Barbarei, Drogenmafia, auslĂ€ndischer Intervention und wirtschaftlichem Kollaps bedroht, und die Lage ist schlimmer denn je.
Das ganze Land ist zusammengebrochen, die gesamte Exekutive, Judikative und Legislative befinden sich in einem chaotischen Zustand. Banken, große Unternehmen, Regierungsstellen, lokale Start-ups und sogar GeschĂ€fte sind geschlossen, und Import und Export sind zum Stillstand gekommen. Das stĂŒrzt eine Verbrauchergesellschaft wie Afghanistan in extremen Hunger und Armut. Die Arbeitslosigkeit ist bei beiden Geschlechtern erschreckend hoch, da Regierungsstellen, Nichtregierungsorganisationen, Schulen und Privatunternehmen durchweg geschlossen wurden. Die Stadt ist wie ausgestorben, weder Musik noch Unterhaltungen von Frauen sind zu hören, und nur wenige Menschen und Autos sind unterwegs, da die Kosten fĂŒr Benzin und Gas in die Höhe geschossen sind.
Zum kommenden Winteranfang können die Menschen weder Holz noch LebensmittelvorrĂ€te kaufen. Die Straßen von Kabul sind voll mit Gebrauchtwaren wie Besteck und Sofas, die zum Teil Leuten gehören, die das Land verlassen haben, wĂ€hrend andere ihre HaushaltsgegenstĂ€nde verkaufen, um ihre Kinder zu ernĂ€hren. Hunderttausende fliehen in Richtung Iran, nach Pakistan und Tadschikistan, weil zu Unsicherheit und Krieg Armut und Arbeitslosigkeit hinzukommen.
Auch der psychische Druck ist groß; die Menschen sind sehr niedergeschlagen, besorgt und in Angst wegen ihrer Arbeitslosigkeit und der ungewissen Zukunft. Die Taliban behaupten, sie hĂ€tten fĂŒr Sicherheit gesorgt, aber unsere Bevölkerung will diese Art von Sicherheit nicht, in der der Hungertod droht. Zahlreiche MĂ€nner haben Selbstmord begangen, weil sie ihre Familien nicht mehr ernĂ€hren konnten. Viele waren bereit, ihre jĂŒngeren Kinder fĂŒr weniger als 200 Dollar zu verkaufen, um ihre Ă€lteren Kinder ernĂ€hren zu können.
Mullah Nooruddin Turabi, frĂŒher Leiter des „Tugendministeriums“ in der ersten Taliban-Ära und jetzt Verantwortlicher aller GefĂ€ngnisse, hat die WiedereinfĂŒhrung öffentlicher Hinrichtungen und des Abschneidens von HĂ€nden und FĂŒĂŸen angekĂŒndigt. In einem Interview mit Associated Press erklĂ€rte er kĂŒrzlich:
„Alle haben uns fĂŒr die Strafen im Stadion [öffentliche Hinrichtungen – Anm. d. Ü.] kritisiert, aber wir haben nie etwas ĂŒber ihre Gesetze und ihre Strafen gesagt. Niemand wird uns vorschreiben, wie unsere Gesetze aussehen sollen. Wir werden dem Islam folgen und unsere Gesetze auf der Grundlage des Korans erlassen.“

„Eine aufgeschnittene
Wassermelone“

Das Ministerium fĂŒr Frauenangelegenheiten (das nur eine symbolische Rolle spielte und sehr wenig zur Linderung der Not der Frauen beitrug) wurde aufgelöst und durch das „Ministerium zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung des Lasters“ ersetzt. Das hat in der Bevölkerung schlimmste BefĂŒrchtungen ausgelöst, da diese Institution die kleinsten persönlichen Details im alltĂ€glichen Leben kontrolliert, z. B. die Kleiderordnung, Frauen ohne Mahram (einen mĂ€nnlichen Partner bzw. Begleiter, der nur der Ehemann, Bruder, Vater oder Sohn sein kann), die LĂ€nge des Bartes sowie die Verbote fĂŒr Frauen, sich zu parfĂŒmieren oder Schuhe zu tragen, die GerĂ€usche verursachen. Diese Einrichtung ordnet auch die öffentliche Auspeitschung an, wenn jemand das Gesetz bricht. Die Taliban haben angekĂŒndigt, nach dem Beispiel des Iran möglicherweise sogar eine Frauenpolizei einzurichten, um die Frauen zu unterdrĂŒcken. Die abscheuliche misogyne MentalitĂ€t der Taliban lĂ€sst sich an ihrer Rhetorik in den Medien ablesen:
„Eine Frau ohne Hidschab ist wie eine aufgeschnittene Wassermelone. Willst du lieber eine ganze Wassermelone oder eine aufgeschnittene?“
„Frauen sind wie SĂŒĂŸigkeiten, und MĂ€nner sind Stubenfliegen. Eine Frau ohne Hidschab ist wie eine SĂŒĂŸigkeit ohne Verpackung, also sollten Frauen den Hidschab tragen, damit die MĂ€nner sie nicht Ă€rgern.“
„Frauen, die das Haus verlassen, sollten keine grelle oder bunte Kleidung tragen und kein ParfĂŒm benutzen. Sie sollten keine Schuhe tragen, die beim Gehen GerĂ€usche machen. Das GerĂ€usch von Frauenschuhen ist ein Ruf der Frauen an die MĂ€nner: ‚Ihr MĂ€nner, ich komme aus dem Haus in voller Montur, also warum schaut ihr mich nicht an?‘ Frauen tragen laute Schuhe, um MĂ€nner zu verfĂŒhren.“
Durch die Verbote dĂŒrfen Frauen weder im öffentlichen noch im privaten Sektor arbeiten, und mancherorts gibt es Schilder, die Frauen auffordern, von Kopf bis Fuß schwarz gekleidet zu sein. Nur im Gesundheitssektor ist die Arbeit von Frauen noch erlaubt, aber selbst das Gesundheitssystem ist jetzt am Zerfallen, weil es an ÄrztInnen und Medikamenten fehlt. Die meisten Medikamente wurden aus den NachbarlĂ€ndern importiert, was jetzt aufgehört hat, und die Menschen sterben wegen des Mangels an Arznei.
In den ersten Tagen der Taliban-Herrschaft waren noch einige wenige Fernsehmoderatorinnen und Journalistinnen in den Medien zu sehen, aber inzwischen verstecken sich die meisten von ihnen oder sind außer Landes geflohen. Zeitungen, Fernsehsender und Radiostationen in verschiedenen Provinzen wurden von den Taliban zur Schließung gezwungen durch die Anweisung, entweder ausschließlich islamische Inhalte zu verbreiten oder den Betrieb ganz einzustellen.

Nieder mit den Taliban!

Die mutigen Proteste der Frauen in Kabul und mehreren anderen Provinzen in den ersten Tagen der Taliban-Übernahme und ihr glorreicher Widerstand gegen diese furchteinflĂ¶ĂŸenden KĂ€mpfer haben jedoch gezeigt, dass diese Ignoranten niemals in der Lage sein werden, die afghanischen Frauen in ihren tyrannischen Ketten gefangen zu halten, wie sie es unter ihrer frĂŒheren Herrschaft taten. Die Frauen wurden wĂ€hrend dieser Proteste geschlagen, beschossen und mit dem Tode bedroht, aber sie gaben nicht auf. Die Taliban verhafteten und folterten viele Journalisten, die ĂŒber diese Demonstrationen berichteten. Zudem veranstalteten die Taliban-Frauen eine Gegenkundgebung, bei der sie – von Kopf bis Fuß in Schwarz gehĂŒllt – Slogans wie „Wir hassen die Demokratie“, „Wir wollen nur die Rechte, die uns die Scharia zugesteht“ und „Wir wollen die Herrschaft des Islamischen Emirats!“ skandierten.
Jetzt fordern die Taliban internationale Anerkennung und die Möglichkeit, an der UN-Versammlung teilzunehmen, indem sie vorgeben, sehr modern und offen zu sein. Jedoch darf die Taliban-Regierung unter keinen UmstĂ€nden anerkannt oder mit Geldern ausgestattet werden – das wĂ€re der grĂ¶ĂŸte Verrat an unserem Volk, insbesondere an den Frauen. Die Regierungen der USA, des Westens und der NachbarlĂ€nder haben sich um Beziehungen zum Taliban-Regime bemĂŒht und als eine der wichtigsten Bedingungen fĂŒr die Anerkennung des Islamischen Emirats die Bildung einer „inklusiven Regierung“ genannt, der auch Frauen und Vertreter anderer Ethnien angehören sollen (die Taliban sind ĂŒberwiegend Paschtunen). Aber selbst wenn sie ein paar mit Burkas verhĂŒllte Frauen in ihr Kabinett aufnehmen oder einige Kriminelle aus den Reihen der Hazaras, Tadschiken oder Usbeken, werden sich Wesen und Charakter der Taliban niemals Ă€ndern. Sie wĂ€ren immer noch faschistisch, terroristisch, fundamentalistisch und frauenfeindlich. Die UN-Vollversammlung und die BĂŒndnispartner legen damit nur den Grundstein fĂŒr ihre offizielle Anerkennung – schĂ€ndliche „Deals“, um die barbarischen Taliban zu legitimieren. FĂŒr die westlichen Regierungen ist die Wahrung ihrer strategischen Interessen weitaus wichtiger als das Schicksal der afghanischen MĂ€nner und Frauen, denn sie befĂŒrchten, dass Afghanistan und seine enormen BodenschĂ€tze vollstĂ€ndig in die HĂ€nde Pakistans, Chinas, Russlands, des Irans und anderer Rivalen fallen und sie nicht davon profitieren werden.
Der Abzug der US- und NATO-Besatzer und die Flucht ihrer Handlanger und Agenten, auch wenn er mit dem Aufstieg des verabscheuungswĂŒrdigen Taliban-Regimes einhergeht, wird langfristig den Weg fĂŒr die Entstehung einer neuen, nach Gerechtigkeit strebenden Bewegung ebnen, die die wirklich engagierten und demokratischen Menschen zum Kampf gegen Fundamentalisten und Imperialisten nutzen können.
Wir haben immer gesagt, dass kein Land einem anderen Land „Frauenrechte“ oder „Demokratie“ schenken kann. Wir sind der festen Überzeugung, dass die afghanischen Frauen an der Spitze des Kampfes stehen werden und dass keine noch so große UnterdrĂŒckung, Tyrannei und Gewalt den Widerstand aufhalten kann. Frauen werden sich nicht lĂ€nger fesseln lassen! Gerade gestern, nachdem die Taliban-Herrschaft verkĂŒndet wurde, malte eine Gruppe unserer jungen, mutigen Frauen Graffiti an die WĂ€nde von Kabul mit dem Slogan: Nieder mit den Taliban! Unsere Frauen haben ein politisches Bewusstsein entwickelt und wollen nicht mehr unter der Burka leben, was sie vor 20 Jahren noch problemlos taten.

Emanzipatorischer Widerstand

Wir glauben, dass die Frauen im Kampf gegen den Taliban-Faschismus die Vorreiterinnen sein werden, denn die UnterdrĂŒckung, der Schmerz und die Qualen, die sie empfinden, sind den MĂ€nnern fremd. Ihr tiefer Hass und ihre Fesseln werden sie nur stĂ€rker machen. Außerdem wollen Frauen als MĂŒtter niemals UnterdrĂŒckung und Tyrannei fĂŒr die zukĂŒnftigen Generationen normalisieren, sie werden den Kreislauf durchbrechen und auf jede Weise Widerstand leisten.
In einer Zeit, in der eine Welle der Verzweiflung unser Land ĂŒberrollt hat, insbesondere unter der Jugend und den Intellektuellen, die fliehen wollen, ruft die RevolutionĂ€re Vereinigung der Frauen Afghanistans alle fĂŒr das Wohl des Landes eintretenden, freiheitssuchenden und revolutionĂ€ren Einzelpersonen und KrĂ€fte auf, sich dem Kampf anzuschließen und – auch wenn es gefĂ€hrlich ist – jede sich eröffnende Möglichkeit zu nutzen, um ihre Rolle bei der Heilung der tiefen Wunden am Körper und an der Seele unseres Heimatlandes zu spielen und aufrichtig zu kĂ€mpfen mit dem Ziel, die Massen zu mobilisieren.
Unser Volk ist in den Fesseln der terroristischen Taliban gefangen, aber der einzige Silberstreif am Horizont ist, dass wir jetzt die unerschĂŒtterliche UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t der freiheitsliebenden Menschen in der ganzen Welt haben, obwohl ihre Regierungen die verrĂ€terischsten und fundamentalistischsten Feinde unseres Volkes in diesen 44 Jahren des Krieges und Konflikts unterstĂŒtzt haben. Vor 20 Jahren wusste niemand von der Existenz Afghanistans, aber wir sind nicht lĂ€nger eine vergessene Tragödie. All dies ist der unnachgiebigen UnterstĂŒtzung der Menschen in aller Welt zu verdanken, und solche Proteste spielen eine sehr wichtige Rolle, um das Bewusstsein fĂŒr die Notlage unseres Heimatlandes zu schĂ€rfen. Indem ihr euch an die Seite der demokratischen KrĂ€fte Afghanistans stellt, richtet ihr den Fokus auf den Widerstand und den Kampf der AfghanInnen und nicht auf die „unglĂŒckliche“ Bevölkerung, die immer von den Kolonisatoren und Imperialisten gerettet werden muss.




Quelle: Graswurzel.net