August 3, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Potsdams OberbĂŒrgermeister Mike Schubert (SPD) fordert nach der Entscheidung der Landesdenkmalpflege, das Glockenspiel an der Plantage unter Schutz zu stellen, eine Debatte um den Denkmalschutzstatus fĂŒr den gesamten Stadtraum der Plantage – mit Rechenzentrum, Garnisonkirchenturm, Glockenspiel und dem gegenĂŒberliegenden Geburtshaus von Max Dortu. 

In der Plantage kĂ€men „wie an kaum einem anderen Ort in Deutschland, verschiedene Epochen unserer Geschichte“ zusammen, sagte Schubert am Samstag anlĂ€sslich des Gedenkens an den 172. Todestag des 1848/49er-RevolutionĂ€rs Dortu an dessen Geburtshaus in der Dortustraße.

Das umstrittene Glockenspiel wurde vor fast zwei Jahren abgeschaltet.Foto: Andreas Klaer

Angesichts der BegrĂŒndung der LandesdenkmalschĂŒtzer beim Glockenspiel – dass sich an ihm eine intensive gesellschaftliche Debatte in der Stadt Potsdam widerspiegele –, fragte Schubert, wieso vom Rechenzentrum nur das Mosaik von Fritz Eisel unter Denkmalschutz steht, nicht aber das Rechenzentrum, ĂŒber dessen Erhalt seit Jahren intensiv gestritten wird. 

Es sei „mehr als lohnenswert, die Auseinandersetzung nicht mehr mit einem solitĂ€ren Blick auf Bauwerke oder sogar nur Teile von Bauwerken zu fĂŒhren, sondern deren Erhalt an der Plantage endlich im Kontext zu sehen“. Sonst drohe der gesellschaftliche Diskurs immer wieder einseitig und konfrontativ zu werden.

1 von 9Foto: Ottmar Winter

09.11.2019 10:02

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Die Erinnerung an den FreiheitskĂ€mpfer Dortu sei auch fĂŒr die stĂ€dtische IdentitĂ€t „höchst bedeutsam“, sagte Schubert. Die liberal eingestellten Dortus seien in der Garnisonkirche getraut worden und hĂ€tten ihren Sohn dort taufen lassen. Sie seien spĂ€ter an den Werten, die die Garnisonkirche symbolisiere, verzweifelt. Die Familie verließ nach der Hinrichtung des Sohnes das Land in Richtung Frankreich.

Schubert erinnerte gemeinsam mit Jörg Kwapis vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam und Johanna Heinecke vom Berliner Friedhof der MĂ€rzgefallenen an Max Dortu, wie die Stadt mitteilte. Die nĂ€chste Verleihung des von der Stadt gestifteten und mit 5000 Euro dotierten Max-Dortu-Preises ist demnach fĂŒr den 31. Juli 2022 geplant. 




Quelle: Inforiot.de