Januar 10, 2022
Von FAU Flensburg
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Interview und eine EinschÀtzung

Als Reaktion auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die Gewalt der autoritĂ€ren Regierung ist in Kasachstan ein Massenaufstand ausgebrochen. Demonstrant*innen haben in vielen Teilen des Landes RegierungsgebĂ€ude besetzt, insbesondere in Almaty, der bevölkerungsreichsten Stadt, wo sie vorĂŒbergehend den Flughafen besetzten und das ParlamentsgebĂ€ude in Brand steckten. WĂ€hrend wir diese Zeilen veröffentlichen, hat die Polizei die Innenstadt von Almaty zurĂŒckerobert und dabei Dutzende Menschen getötet, wĂ€hrend Truppen aus Russland und Belarus eintreffen, um sie bei der UnterdrĂŒckung der Proteste zu unterstĂŒtzen. Wir sind es den Menschen, die dieser Repression ausgesetzt sind, schuldig, zu erfahren, warum sie sich erhoben haben. Im folgenden Bericht prĂ€sentieren wir ein Interview mit einem/r im Ausland lebenden Kasach*in, das die GrĂŒnde fĂŒr den Aufstand in Kasachstan erörtert und die Auswirkungen dieses Aufstandes auf die gesamte Region analysiert.

Wir sollten den Aufstand in Kasachstan in einem globalen Kontext verstehen. Er ist nicht einfach eine Reaktion auf ein autoritĂ€res Regime. Die Demonstrant*innen in Kasachstan reagieren auf die gleichen steigenden Lebenshaltungskosten, gegen die die Menschen seit Jahren ĂŒberall auf der Welt protestieren. Kasachstan ist nicht der erste Ort, an dem ein Anstieg der Energiekosten eine Protestwelle ausgelöst hat – genau dasselbe geschah in Frankreich, Ecuador und anderswo auf der Welt, unter einer Vielzahl von Regierungen und Regierungsformen.

Das Besondere an diesem Aufstand ist also nicht, dass er beispiellos ist, sondern dass es sich um Menschen handelt, die mit denselben Herausforderungen konfrontiert sind, mit denen auch wir konfrontiert sind, wo auch immer wir leben.

Die Geschwindigkeit, mit der Russland zur Niederschlagung des Aufstands beitrĂ€gt, ist gleichfalls bezeichnend. Die ‘Organisation des Vertrags ĂŒber kollektive Sicherheit ‘ (OVKS), ein MilitĂ€rbĂŒndnis bestehend aus Russland, Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan – mit Russland an der Spitze – hat sich verpflichtet, Truppen nach Kasachstan zu entsenden. Es ist das erste Mal, dass die OVKS Truppen zur UnterstĂŒtzung eines Mitgliedslandes entsendet, 2021 hingegegen verweigerte sie Armenien wĂ€hrend des Konflikts mit Aserbaidschan die UnterstĂŒtzung.

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Quelle: Fau-fl.org