Mai 28, 2021
Von Soligruppe FĂŒr Gefangene
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Quelle Malacoda, dieser Artikel wurde am 14. Mai 2021 veröffentlicht und die Adresse wie einige Angaben im Text wurden korrigiert, die Übersetzung ist von uns, wir haben auch schon mehrere Artikel ĂŒber Claudio Lavazza veröffentlicht.

Letzte Woche wurde der anarchistische GefĂ€hrte Claudio Lavazza, der bereits fast 25 Jahre in den GefĂ€ngnissen des spanischen Staates verbracht hat, nach Frankreich ausgeliefert, wo er eine 10-jĂ€hrige Haftstrafe zu verbĂŒĂŸen hat (gegen Claudio Lavazza wird in Frankreich noch wegen anderen Straftaten ermittelt, daher ist noch nicht klar wie viele Jahre Knast ihm noch bevorstehen).

Was die Verurteilungen gegen ihn in Italien wegen seiner Militanz/Mitgliedschaft in Proletari Armati per il Comunismo (PAC) betrifft, so hat das Berufungsgericht in Mailand heute Morgen (am 12. Mai) erklÀrt, dass sie verjÀhrt sind.

Um ihm zu schreiben (er spricht Spanisch, Italienisch und Französisch), hier habt ihr die jetzige Adresse:

Claudio Lavazza

N. d’ecrou 11818
MA 1, 1er droite cellule 131
CP de Mont-de-Marsan
Chemin de Pémégnan
BP 90629
40000 Mont-de-Marsan
Frankreich — France

Anmerkung:

Am 18. Dezember 1996 wurden drei Anarchisten und ein AufstĂ€ndischer – Claudio Lavazza, Giovanni Barcia, Michelle Pontolillo und Giorgio Eduardo RodrĂ­guez Dip – bei einem BankĂŒberfall in CĂłrdoba (Spanien) verhaftet. Bei der Schießerei, die auf den Überfall folgte, wurden zwei Bullenfrauen tödlich verletzt und alle vier wurden von den Bullen mehrere Male mit SchĂŒssen getroffen, die GefĂ€hrten ĂŒberlebten die Schießerei, weil sie Schutzwesten trugen. Claudio Lavazza wurde zu 49 Jahren verurteilt, wĂ€hrend die anderen drei GefĂ€hrten, zwei zu 48 Jahren und einer zu 3 Jahren verurteilt wurden. DarĂŒber hinaus verurteilte das Berufungsgericht in CĂłrdoba 1999 Claudio und zwei weitere GefĂ€hrten (die ebenfalls wegen des RaubĂŒberfalls verurteilt worden waren) zu jeweils 11 Jahren fĂŒr einen Überfall auf das italienische Konsulat, ebenfalls in CĂłrdoba, im Dezember 1996. Bei dieser Gelegenheit wurde der italienische Vizekonsul von drei maskierten und bewaffneten Personen ĂŒberfallen, die eine Botschaft der SolidaritĂ€t mit den in Italien wegen der „Pontelungo“-Operation verhafteten Anarchisten ĂŒberbrachten (besser bekannt als der Marini-Prozess, der große Prozess, der von den RepressionskrĂ€ften gegen Dutzende von Anarchisten wĂ€hrend der 1990er Jahre in Italien gefĂŒhrt wurde), und dann mit gestohlenen PĂ€ssen und Geld davonkamen.

In den spĂ€ten 70er Jahren beteiligte sich Claudio am revolutionĂ€ren Kampf in Italien, insbesondere an den Organisationen Proletari Armati per il Comunismo und Comunisti Organizzati per la Liberazione Proletaria, die verschiedene Angriffe gegen den Staat und das Kapital durchfĂŒhrten, insbesondere gegen die GefĂ€ngnis- und Repressionsstrukturen, vor allem im Falle der PAC, indem sie bewaffnete Aktionen mit Tötung und Verwundung gegen Polizisten und Personen, die mit dem GefĂ€ngnissystem verbunden waren, sowie andere Angriffe mit Sprengstoff durchfĂŒhrte. SpĂ€ter, wĂ€hrend seiner langen Zeit des Untertauchens, nĂ€herte er sich mehr den anarchistische Ideen an. Im November 2019 wurde er wegen eines RaubĂŒberfalls, der sich am 4. Juli 1986 in Saint-Nazaire, Frankreich, ereignete, zu 10 Jahren GefĂ€ngnis verurteilt.

Im Jahr 2010 veröffentliche er auf Spanisch seine Biografie namens „AutobiografĂ­a de un irreductible“, welches von Ediciones AutĂłnomas veröffentlicht wurde, im Jahr 2012 erschien es auf Italienisch unter dem Titel „Pestifera la mia vita“. Vor kurzem wurde dieses Buch auch auf Englisch veröffentlicht. Vielleicht demnĂ€chst auch auf Deutsch.




Quelle: Panopticon.blackblogs.org