MĂ€rz 19, 2021
Von InfoRiot
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Verschwörungsglaube in Frankfurt (Oder).
Verschwörungsglaube in Frankfurt (Oder).

Die Ausbreitung von Verschwörungsideologien unter den Brandenburgern hĂ€lt Die Linke inzwischen fĂŒr so gravierend, dass dagegen politisch vorgegangen werden muss. Unter der Überschrift »VerschwörungserzĂ€hlungen bekĂ€mpfen! Friedliches Zusammenleben sichern!« beantragt sie, dass es politische Initiativen und Beratungsangebote fĂŒr Betroffene gibt. Die Koalitionsparteien Ă€rgert dieses Vorpreschen.

»Verschwörungstheorien erstarken, dringen in die Gesellschaft ein und spalten Familien und Freundeskreise«, zeigte sich die Linke-Abgeordnete Andrea Johlige ĂŒberzeugt. Sie erinnerte an die ErstĂŒrmung des Kapitols in Washington und der Treppe des Reichstags, die dokumentieren wĂŒrden, dass die AnhĂ€nger von Verschwörungsideologien immer aggressiver werden. Immer mehr Menschen wĂŒrden dahin »abrutschen«, so Johlige.

Die Linksfraktion fordert, ein »Beratungsangebot fĂŒr Betroffene« zu schaffen, zu denen in erster Linie Lehrer zĂ€hlen. Denen mĂŒssten Fortbildungsangebote gemacht werden, »um diese zu befĂ€higen, VerschwörungserzĂ€hlungen schnell zu erkennen und diesen entgegenwirken zu können«. Auch »Aktive in Vereinen und VerbĂ€nden« sollten fortgebildet werden.

Gefordert wird außerdem ein Forschungsprojekt, das die »psychologischen und soziologischen Ursachen fĂŒr das Erstarken von VerschwörungserzĂ€hlungen erforscht und VorschlĂ€ge zum ZurĂŒckdrĂ€ngen unterbreitet«. Einbezogen werden sollen das Moses-Mendelsohn-Zentrum und die Landeszentrale fĂŒr politische Bildung. Außerdem, so der Antrag, mĂŒssten Sicherheitsbehörden fĂŒr das PhĂ€nomen sensibilisiert werden.

Als Beispiele fĂŒr absurde Verschwörungstheorien nennt die Linke die Ansichten der sogenannten ReichsbĂŒrger, dass es sich bei der Bundesrepublik nicht um einen Staat, sondern um eine Firma handele sowie die Vorstellung, dass die US-Politiker Barack Obama und Hillary Clinton ein weltweites Netz leiten, das Kindern Blut abzapfe, um eine VerjĂŒngungsmedizin daraus zu brauen. Johlige hofft auf einen gemeinsamen Antrag der oppositionellen Linksfraktion mit den Koalitionsparteien SPD, CDU und GrĂŒne.

Damit beißt sie allerdings auf Granit. CDU-Fraktionschef Jan Redmann erklĂ€rte, dass die Linke darauf aus sei, »ihr eigenes politisches SĂŒppchen« zu kochen. Das habe das »Thema nicht verdient«. Er sicherte jedoch zu, dass sich die Koalition der Sache annehmen werde.

Als »unfreundlichen Akt der Linken«, bezeichnete SPD-Fraktionschef Erik Stohn die Initiative von Johlige. Man könne sich ja durchaus mit Teilen des Antrags anfreunden und man habe kurz vor der Einigung zu einem gemeinsamen Antrag gestanden. Dass die Linke nun allein vorgeprescht sei, »stimmt uns außerordentlich traurig«. Sie hĂ€tte das Ergebnis der Beratung abwarten sollen, findet die SPD. Auch Stohn nimmt eine starke AnfĂ€lligkeit fĂŒr absurde Verschwörungstheorien wahr. Es mache ihn betroffen, wie stark sogar Kommunalpolitiker dem anheimfallen, sagte er. Dabei sollten sie sich ihrer Vorbildrolle eigentlich bewusst sein.




Quelle: Inforiot.de