April 1, 2020
Von Radio Chiflada
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Nach
den
eindrucksvollen
Demonstrationen
der â€žFriday
for
Future
“
Bewegung
in
der
ganzen
Welt
(aber
auch
nach
dem
erneuten
„Klimaversagen“
der
bundesdeutschen
Regierung)
wird
nun
breit
ĂŒber
die
weitere
Entwicklung
der
Bewegung
diskutiert.
Wie
kann
der
Widerstand
so
direkt
werden,
dass
die
momentan
Herrschenden
endlich
zu
nachhaltigen
Ergebnissen
gebracht
werden
—
die
Zeit
der
Appelle
scheint
ja
wohl
nun
vorbei.
Aber
ist
der
Klimawandel
ĂŒberhaupt
noch
aufzuhalten?


1.

Wenn
wir
einigen
Klimaforscher*innen
genauer
zu
hören,
wird
die
Temperatur
bis
2050
in
den
Metropolen
bis
zu
7,8
Grad
ansteigen.
Was
dies
fĂŒr
die
Erde
und
viele
Teile
der
Menschheit
bedeutet,
kann
kein
Horrorszenario
aus
Hollywood
in
Bildern
fassen.
Was
sehen
wir
heute
schon?
Eis
und
Gletscherschmelze;
Anstieg
des
Meeresspiegel,
Auftauen
von
Permafrostböden,
wachsende
DĂŒrrezonen
und
WĂŒstenbildung,
zunehmende
Wetterextreme,
Artensterben
etc.

In
dieser
Entwicklung
bilden
sich sozial-ökonomische und politische VerĂ€nderungen.
Hungersnöte
und
Wasserknappheit,
Tote
und
Kranke
durch
Hitze
und
Seuchen,
Kriege
um
Ressourcen

und
die
damit
zusammenhÀngende
Zerstörung
von
Lebensgrundlagen
Millionen
von
Menschen
und
deren
Migration


Wir
erinnern
uns
und
werden
von
den
Rechtspopulisten
und
Faschisten
immer
wieder
an
das
Jahr
„2015“


erinnert

und
wir
sehen
seitdem
GrenzzÀune,
nationalistisches
Gebrabbel,
Hetze,
allgemein
werdenden
Rassismus,
kĂŒnstlich
erzeugte
Panik,
es
ist
nicht
absehbar,
welche
menschenverachtenden
Reaktionen
kommen,
wenn
sich
die
o.a.
Millionen
von
„KlimaflĂŒchtlingen“
auf
den
Weg
machen



2.

Der
Klimawandel
ist
spĂŒrbar,
ist
RealitÀt
–
und
dies
kann
nicht
durch
individuelles
Verhalten
aufgehalten
werden.
Viele
Appelle
richten
sich
an
dich
und
mich
–
an
unser
Konsumverhalten
–
und
wird
damit
zu
einem
individuellen
Problem
der
Einzelnen
herausgezogen
–
„Du
kannst
etwas
Ă€ndern“
–mit
solchen
Parolen
wird
uns
gesagt,
„wir
sitzen
alle
in
einem
Boot“..
„wir
alle
haben
das
zu
verantworten“


also
Ă€ndert
euren
Lebensstil,
werdet
bessere
Menschen


So
wird
die
Verantwortlichkeit
der
Wirtschaft,
der
Industrie
und
der
Politik
mit
der
Verantwortlichkeit
von
uns
allen
gleichgesetzt.Diesem
neo-liberalen
Dröhnen
sei
folgendes
entgegengehalten:

Der
Klimawandel
ist
in
der
Hauptsache
das
Resultat
von
fatalen
sozialen
VerhÀltnissen
und
ein
klares
Symptom
der
allgegenwÀrtigen
Ausbeutung
von
Mensch
und
Natur
durch:

–
ein
Wirtschaftssystem,
das
auf
kurzen
Profit
ausgerichtet
ist
und
nicht
an
die
Bewahrung
der
Lebensgrundlagen,
gestĂŒtzt
durch

entfremdete
Arbeit,
fehlende
Selbstbestimmung,
zunehmende
AbhÀngigkeiten
durch
grosse
nur
profitorientierte
Konzerne

und
dadurch
verbunden
der
Verlust
von
„sozialem
Wissen“
und
Autonomie
(de-skilling)
—
das
Wachsen
unserer
AbhÀngigkeiten
und
Kontrolle
Vereinzelung
von
Menschen,
die
ihren
Bezug
zu
anderen
verlieren..

3.

Der
Klimawandel
hat
zerstörerische
Folgen
fĂŒr
sehr
viele
Menschen
und
ihre
natĂŒrlichen
Lebensgrundlagen.
Aber
die
„Menschheit“,
auf
die
sich
berufen
wird,
ist
weder
das
kollektive
Opfer
und
auch
nicht
das
verursachende
Subjekt

Die
Opfer
des
Klimawandels
sind
die
ganz
zu
Anfang
angefĂŒhrten
Menschen,
die
schon
lange
an
den
Rand
gedrÀngt
wurden,
weil
ihnen
die
Mittel
und
Ressourcen
genommen
wurden,
ihr
Leben
autonom
zu
bestreiten.
Und
andere
Menschen
sind
es,
die
sie
nach
allen
Regeln
der
Kunst
ausbeuten
–
und
dann
sind
noch
die,
die
den
Klimawandel
verursacht
haben,
durch
die
rĂŒcksichtslose
„Verheizung“
der
fossilen
EnergietrÀger


also:
ich
kann
doch
schon
noch
zwischen
„Opfer“
und
„Verursacher“
unterscheiden
ach
ja,
da
sind
da
ja
noch
die
Leute,
die
genug
Geld
haben
,
ein
klimafreundliches
Leben
zu
fĂŒhren..
sie
können
sich
mit
ihrem
guten
bis
sehr
guten
(Doppel)
einkommen
eine
„grĂŒne
Weste“
kaufen
.und
mit
ihren
Appellen
und
fĂŒr
einen
Wechsel
der
AutoritÀten

.
mit
„grĂŒnen
Kapitalismus
mit
„grĂŒner
Technologie“
das
bestehende
Wirtschaftssystem
reformieren
wollen
und
die
Ressourcenknappheit
und
die
sozialen
VerhÀltnisse
eigentlich
nur
ihren
Vorstellungen
anpassen
wollen
(„GrĂŒner“
halt)
durch
autoritÀres
Durchgreifen
und
technokratische
Lösungen
–

4.

Was
ist
dagegen
zu
tun?
Unter
dem
Vorwand
des
Klimaschutzes
bzw.
der
Ressourcenknappheit
werden
wohl
neue
Gesetze
erlassen
mit
dem
Ziel
der
verstÀrkten
(sozialen)
Kontrolle


die
Konflikte
um
die
Ressourcen
werden
zu
militÀrischer
AufrĂŒstung
fĂŒhren
(Szenarien
sind
wohl
schon
entwickelt)..und
durch
die
rÀumliche
Trennung
von
Opfern
und
Profiteuren
des
Klimawandels
ist
es
manchmal
schwierig,
mit
diesen
Ausgeschlossenen
praktische
SolidaritÀt
zu
entwicklen
und
aufrecht
zu
erhalten
Klassenunterschiede
werden
auch
hier
in
Europa,
in
Deutschland
stÀrker
heraustreten..


aber
dies
ist
gleichzeitig
noch
unsere
Möglichkeit
des
Handelns
hier:

durch
den
globalen
Charakter
können
wir
zumindest
heute
das
Leben
von
anderen
und
uns
retten
—
durch
direkte
Aktionen:


 
 bei
den
hier
ansÀssigen
Profiteuren, 


 
 beim
VerknĂŒpfen
von
Kontakten
ĂŒber
den
Stadtteil
und
die
Stadt
hinaus


 
durch
Blockieren
der
Warenströme


 (richtigen)Streiks
in
der
Produktion
..(holen
wir
uns
die
Arbeiter*innen
ins
Boot..
weg
von
dem
Image
des
„weissen
BildungsbĂŒrger“)
..








und
vor
allem selbstorganisiert bleiben,
keine
neuen
Hierarchien
entstehen
lassen
und
durch
bestehende
Hierarchien
(Institutionen,
Parteien
usw)
„wegschmeicheln“
lassen.
–

Weitere
aktuelle
Möglichkeiten
wie:
Öffentlichen
Nahverkehr
stÀrken,
Strassen
und
PlÀtze
zurĂŒckholen
usw.
sind
Aktionen
und
Ideen,
die
auf
dieser
Seite
ja
schon
diskutiert
werden
und
durchaus
auch
in
diesen
Zusammenhang
gehören

Also,
vielleicht
ist
der
Klimawandel
nicht
aufzuhalten,
aber
gegen
die
aktuellen
und
kĂŒnftigen
Folgen
können
wir
noch
einiges
tun

**


(Originalmanuscript
von
September
2019
)




Quelle: Digitalresist.blogspot.com