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Fast zwanzig Jahre ist es her, dass die NATO Afghanistan unter Beteiligung der Bundeswehr angegriffen hat. Selten konnten wir die Sinnlosigkeit eines Krieges in dieser Dimension prĂ€sentiert bekommen. Leider ist es hierzulande still geworden um die Friedensbewegung. Vor zwei Jahren schrieb sogar Georg Mascolo von der SĂŒddeutschen einen bemerkenswerten Kommentar zum Ende des INF-Vertrages, welcher vor ĂŒber 30 Jahren die atomare AbrĂŒstung einlĂ€utete: „Es fehlt eine junge Generation, die sich fĂŒr AbrĂŒstung einsetzt“.[1]https://www.sueddeutsche.de/politik/inf-vertrag-abruestung-fridays-for-future-1.4550067

Nicht nur bei der jungen Generation, sondern auch in weiten Teilen der Linken ist das Thema Friedenspolitik unterreprĂ€sentiert im Vergleich zu Klima und Asyl. Dabei sind gerade Kriege wesentliche Ursachen fĂŒr Fluchtbewegungen und haben auch verheerende Umweltzerstörungen zur Folge. Gerade fossile EnergietrĂ€ger belasten nicht nur das Klima, sondern sind oftmals Grund fĂŒr Konflikte und Kriege. Deswegen ließen sich die Themen auch gut verbinden. Manche Teile der antifaschistischen Bewegung blickten in den letzten Jahren sogar skeptisch, wenn sich jemand konsequent fĂŒr Frieden und Entspannungspolitik einsetzte. Sicherlich gibt es einige krude Persönlichkeiten, die insbesondere im Zuge des Ukraine-Konfliktes diverse Veranstaltungen als Podium fĂŒr ihre völkischen Ansichten sowie Verschwörungsmythen nutzten. Dennoch sollten wir uns erinnern, dass der historische Anarchosyndikalismus immer eng mit der Friedensbewegung verknĂŒpft war. Rudolf Rocker gab den Leitspruch aus: „Die Waffen nieder, die HĂ€mmer nieder!“[2]https://www.anarchismus.at/texte-antimilitarismus/8020-rudolf-rocker-die-waffen-nieder-die-haemmer-nieder-1919-auszug

Dabei sind die Parallelen zwischen Kriegspropaganda und Hetze zum Sozialabbau Ă€hnlich. So werden Kriege als humanitĂ€re Interventionen verharmlost. Bei der Bundespressekonferenz wird von einer restriktiven RĂŒstungsexportpolitik gesprochen und damit die Sachlage verdreht.
Die selbstverstÀndliche Forderung nach Einhaltung des UN-Gewaltverbotes gerÀt fast schon zum Aufruf zur Revolution.
Mittlerweile sind selbst aus der Partei Die Linke relativierende Töne zu hören, was NATO und AuslandseinsĂ€tze angeht, wie etwa vor einem Jahr von dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion in einem Interview mit Deutschlandfunk: Zu AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr verwies Bartsch darauf, dass die Mitglieder seiner Fraktion in der Vergangenheit schon unterschiedlich ĂŒber BundeswehreinsĂ€tze abgestimmt hĂ€tten. Es sei absurd anzunehmen, die Linke wĂŒrden sich an dem Tag, an dem ihre Partei die Regierungsverantwortung ĂŒbernehme, sich „in die Flugzeuge setzen und die Jungs zurĂŒckholen“. Die Linke werde die Frage von AuslandseinsĂ€tzen in einer Regierung „natĂŒrlich diskursiv behandeln“, sagte Bartsch.[3]https://www.deutschlandfunk.de/dietmar-bartsch-die-linke-wir-befreien-die-sozialdemokraten.868.de.html?dram:article_id=482431

Am Ende seines Kommentars schrieb Mascolo: „Es wĂ€re schön, bei jeder Freitagsdemo bald ein paar neue Schilder zu sehen.“ Aber nicht nur die Klimabewegung, auch soziale Bewegungen könnten den 1. September als Antikriegstag nutzen, um gegen AufrĂŒstung und militĂ€rische EinsĂ€tze zu protestieren.

Foto: Miriam Guterland (CC BY-SA 3.0) [Metallskulptur broken rifle von Angelo Monitillo aus dem Jahr 2005 in der Außenanlage des heutigen Anti-Kriegs-Museums]




Quelle: Direkteaktion.org